Füllende Leere
Leere
Ein leeres Blatt
liegt da,
ist leer,
bleibt leer,
ein Blatt der Leere.
Martina Hildebrand
Das habe ich im November letzten Jahres geschrieben, gestern habe ich es hervorgekramt. Es passte einfach.
Doch dann habe ich was anderes gemacht, als zu schreiben. Und dabei blieb das Blatt nicht leer. Ich habe gezeichnet. Und zwar das hier:
„Hast du das gemacht?“, fragte mein Schatz mich gestern Abend mit großen Augen.
„Ja“, antwortete ich.
Nach einem Moment der Sprachlosigkeit, fragte er mich doch glatt, ob es dafür einen Trick gäbe. Also wirklich.
„Nee“, lachte ich, „du nimmst einfach einen Bleistift und zeichnest.“
Er war beeindruckt. *smile*
Diese Seite kannte er offenbar noch nicht an mir, und ich hatte sie auch vergessen.
Denn da gab es mal vor vielen Jahren, in einem anderen Leben wie mir scheint, ein junges Mädchen, das liebte Sarah Kay Bilder, und es liebte Bilder abzuzeichnen. Und wenn man dieses Mädchen nach einem Berufswunsch fragte, antwortete es: „Irgendwas mit Mathematik und Zeichnen“. Eine merkwürdige Kombination, nicht wahr? Aber eine genaue Vorstellung hatte das Mädchen nun mal nicht. Es wusste nur, dass es Mathe und Zeichnen liebte. So einfach war das…
Letztes Jahr in einer großen Buchhandlung entdeckte ich den kleinen Lesezeichenkalender von Sarah Kay für 2010. Ich musste lächeln und konnte nicht widerstehen ihn mitzunehmen. Und als ich gestern so dasaß und nichts Gescheites zu schreiben wusste, fiel mir unter anderem dieser Kalender in die Hand. Kurz darauf packte ich mein Kreativbuch weg und fing an zu zeichnen. Aber würde ich das überhaupt noch können? Würde bei meiner inneren Unruhe überhaupt was dabei rauskommen? Ich hatte Zweifel, doch am Ende war ich selbst überrascht.
Fazit: Manchmal kann Leere ganz schön füllend sein.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende mit füllender Leere,
Martina Hildebrand
