Ich lebe noch…
…irgendwie…
Ja, ich lebe noch, auch wenn sich hier im Blog zurzeit sehr wenig tut. Aber keine Sorge, ich bin nicht blogmüde und mir geht es auch soweit gut, glaube ich.
Zum Schreiben brauche ich allerdings Ruhe und Muße. Und zurzeit habe ich weder das Eine noch das Andere. Genauer gesagt, Nervenbündel würde es so ziemlich genau treffen.
Denn Samstag in zwei Wochen ist es soweit: Ich heirate!


WAAAAAAAAAAAAAAAH, so bald schon? Und es gibt immer noch Dinge, die erledigt werden müssen. Ich glaube ich brauche jetzt erst mal Baldrian oder so was. Oder lieber was Härteres? Hat jemand Erfahrung damit?
Wenn ich nur daran denke, wie viel Zeit ich gebraucht habe ein Kleid zu finden, nachdem ich die Suche bis zum Gehtnichtmehr hinausgeschoben hatte. *seufz*
Lange Zeit befand ich mich so im NichtwissenwasfüreinKleidesüberhauptseinsoll-Zustand. Verdrängungstaktik schien mir angebracht.

Zumindest solange, bis ich merkte, dass ich so auch nicht weiterkomme und am Ende ohne Kleid dastehen würde.
Also habe ich mich langsam an ein Kleid herangetastet. Alles was ich anfangs wusste war, dass ich ein Kleid wollte und kein Kostüm oder Hosenanzug. Und relativ schlicht sollte es sein. Aber welche Farbe, welche Form, welche Länge… pfffffffffft… keine Ahnung. Und wo ich das dann auch noch herbekommen sollte, wenn es kein Sahnetortenkleid aus einem Brautmodenladen sein soll… Woher sollte ich das wissen…
Ich weiß nicht, wie viele Kleider ich letztendlich tatsächlich anprobiert habe… es fühlte sich jedenfalls so an, als wären es mindestens hundert gewesen. Nein, so viele waren es wohl nicht, aber so um die zwanzig Kleider waren es bestimmt. Vielleicht auch mehr. Irgendwann habe ich den Überblick verloren.

Und wer glaubt, es reicht ein Kleid gefunden zu haben… hah… der hat noch nicht geheiratet oder schon längst wieder alles verdrängt.
Hast du endlich das Kleid, fängt es nämlich erst richtig an. Schuhe müssen her, was kommt drunter, welche Kette, welche Ohrringe, welche Uhr, welche Frisur, brauche ich ein Jäckchen oder eine Stola (ist ja immerhin Oktober), was passt überhaupt zum Kleid, wie soll der Brautstrauß aussehen? Dann muss ja auch noch alles den richtigen Farbton, die richtige Größe und Form haben, und finden muss ich es schließlich auch noch…
Glaubt mir, ich war drauf und dran noch einen Nähkurs zu machen, um mir selbst etwas Passendes zu nähen. Mann, da kann einem schon schwindelig werden…

Immerhin habe ich etwas daraus gelernt:
Das Kleid sollte eines der ERSTEN Dinge sein, um das Frau sich kümmert. FRÜHZEITIG! So früh wie nur eben möglich. Nachdem man natürlich den Hochzeitstermin festgelegt hat. Denn beinahe ALLES hängt vom Kleid ab. Nicht mal die Farbe der Tisch-Dekoration kann man festlegen, wenn man nicht weiß, wie der Brautstrauß aussieht, und das wiederum hängt vom Kleid ab. Das Outfit des Bräutigams übrigens auch.
Muss ich euch noch mehr erzählen?

Martina Müller