Ich habe fertig…

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Gluecksmomente, SDS-Aufgabe, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:29 pm on Freitag, Mai 29, 2009

Blüte rot © Martina Müller 2009 

Ich habe fertig… 

So, da bin ich wieder.

Ab sofort habe ich wieder mehr Zeit für meine Buchstabenwiese.

Und warum habe ich wieder mehr Zeit?

Na?

Genau!

 

Ich habe gestern Abend meine LETZTE Einsendeaufgabe für mein Schreibstudium abgeschlossen!!! Ein Exposé für einen Roman und die ersten fünf Seiten Text aus diesem noch nicht geschriebenen Roman.

Nach vier Jahren bin ich nun endlich fertig. FERTIG! 

Ja, ich habe ein Jahr länger gebraucht, als vorgesehen, aber ich habe es geschafft.

Und ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das Studium trotz all der traurigen und belastenden Ereignisse letztendlich erfolgreich zu Ende gebracht habe.

 

Viele brechen dieses Studium vorzeitig ab. Auch ich hatte diesen Gedanken hin und wieder. Besonders wenn Aufgaben kamen, denen ich mich nicht gewachsen fühlte. Aber etwas in mir wollte es so gerne schaffen. Und irgendwie habe ich die Aufgaben dann doch immer geschafft. Irgendwie habe ich mich durchgebissen.

 

Ich bin bei weitem auch nicht die Einzige, die länger gebraucht hat, als geplant. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich immer und immer und immer wieder neu zu motivieren und das Studium nicht schleifen zu lassen. Niemand treibt einen an. Das muss man immer wieder selbst tun. Und das, während man mit Kommentaren von Schlaumeiern zu kämpfen hat wie „Mach lieber was Anständiges“ oder „Wozu soll das gut sein, schreiben kann doch jeder“. Man bekommt schnell das Gefühl, dass man sich rechtfertigen muss für das, was man da studiert.

Kann nicht sein?

Doch kann!

Doch genauso könnte man sagen: Wozu trainiert ein Marathonläufer, laufen kann doch jeder! Vielleicht gehört ja auch ein wenig Technik, Übung und Durchhaltevermögen dazu…

 

Ich denke, alle die selbst schreiben, wissen wovon ich rede. Bei mir waren solche Kommentare Gott sei Dank die absolute Ausnahme. Und der wichtigste Mensch an meiner Seite hat sowieso immer an mich geglaubt, mehr als ich selbst. Er will gar nicht, dass ich etwas anderes mache als schreiben. Er findet nämlich, das ist genau das Richtige für mich. Danke Schatz! *knutsch*

 

In den letzten vier Jahren ist „neben“ dem Studium viel passiert. Ich habe, unter anderem, zwei liebe und für mich sehr wichtige Menschen durch Krankheit verloren. Erstaunlich wie sich all das Leid, das mich in dunkelste Tiefen gezogen hat, in nur einem Satz zusammenfassen lässt…

 

Gerade erst wird mir bewusst, was ich da eigentlich geschafft habe. Trotzdem.

Ich habe alle Aufgaben erledigt. Ich habe mein Studium fertig. Ich habe es durchgezogen. Ich habe gekämpft, nicht aufgegeben.

Und das war mir so verdammt wichtig!!!

Merkwürdig, wie wichtig, das wird mir erst jetzt bewusst…

 

Hey, kein Trübsal blasen!!!!!! Freut euch lieber mit mir! Ich habe fertig… Hurrah!

 

Martina Müller

 

P.S. Etwas muss ich noch loswerden: Danke an euch alle, die mich mit ihren aufbauenden und mitfühlenden Kommentaren hier immer so toll unterstützt haben. Auch das hat mir geholfen durchzuhalten.

So jetzt ist aber wirklich Schluss. Frohe Pfingsten wünsche ich euch.

Wir haben’s getan…

Abgelegt unter: Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 11:42 am on Donnerstag, Mai 21, 2009

 Sonnenuntergang Ballon © Martina Müller 2009

Wir haben’s getan 

Ja, wir haben’s getan. Wir haben es gestern Abend geholt und es bleibt das ganze Wochenende bei uns. Ich war so aufgeregt und konnte es gar nicht abwarten, es gemeinsam mit meinem Schatz auszuprobieren. Denn alleine kann ich das nicht.

Und das haben wir auch gleich gestern Abend getan. Nach langer Zeit bin ich wieder in eine andere Rolle geschlüpft. Ich habe andere Klamotten angezogen, habe mich anders gefühlt. Es war als hätte das Leben mich oder ich das Leben wieder. Das Leben und ich waren eins. Verschmolzen. Es war ja so geil mit meinem Schatz zusammen bei Sonnenuntergang auf dem Motorrad über die Landstraße zu cruisen. Wow! Danke V.

Martina Müller

Fliegender Zwischenstand…

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Gluecksmomente, SDS-Aufgabe, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 10:59 pm on Montag, Mai 11, 2009

Fleissige Biene © Martina Müller 2009 

Fliegender Zwischenstand – Nur noch zwei 

Ich glaube, ich fliege. Gerade habe ich zwei Einsendeaufgaben für mein Schreibstudium eingetütet, die ich morgen auf den Weg nach Hamburg bringe.

 

Eine Kurzgeschichte mit 180 Zeilen („Schwarzer Nebel“) und der Anfang eines Kinderkrimis mit 120 Zeilen (1. Kapitel: „Das Gesicht am Fenster“). Und man höre bzw. lese und staune: Ich bin zufrieden mit meinen Texten. Nun bin ich gespannt, ob mein Studienleiter auch zufrieden mit mir ist.

 

Im Moment fühle ich mich, als könnte ich fliegen. Na so was, sollten meine Flügel langsam wieder wachsen? *schnüff*

Ich brauche also keinen „Roten Stier“ trinken, ich muss nur schreiben, um fliegen zu können. *smile*

Noch zwei Aufgaben und dann bin ich mit dem Studium fertig. WOW.  

Erinnert ihr euch daran, als ich noch 17 Aufgaben in neun Monaten schaffen musste? Ich erzählte euch im September 2008 davon. 17 Aufgaben! Dann bekam ich einen Schub Ehrgeiz und alles schien möglich.

 

Dann starb im November 2008 mein Papa. Das und die schlimme Zeit davor, wieder ein Rückschlag. Das Schreiben blieb wieder auf der Strecke. Wie schon so oft davor.

 

Doch ich habe nicht aufgegeben. Dank Unterstützung von meinem Schatz, der immer, wenn ich das Studium abbrechen wollte, strikt dagegen war. Der stets an mich glaubte. Der immer wieder sagte: „Mach das fertig, alles andere kann liegen bleiben.“ Der sich zum wiederholten Male meine Texte anhört, auch wenn ich nur zwei Worte geändert habe. Auch bei der 5. überarbeiteten Version hat er bisher nie gemurrt, mich geduldig angehört und mir seine Meinung dazu gesagt.

Und Dank Wally, die mir auch immer wieder Mut machte, weiterzumachen. Sie ist für mich ein Vorbild, was das Studium betrifft, weil sie es schon geschafft hat. Sie hat es durchgezogen.

 

So hat er mich irgendwann wieder gepackt, der Ehrgeiz. Ich wollte/will das Studium schaffen und zwar ohne weitere Verlängerung. Ich finde vier Jahre sind lange genug für ein dreijähriges Studium, trotz aller Schicksalsschläge und Depressionen. Irgendwann muss man fertig werden. Und nun sind es nur noch zwei Aufgaben. Zwei!!! Ich kann das Ende schon sehen. Es winkt mir zu. Ich sehe die Ziellinie und kann es kaum fassen.

 

Noch bin ich nicht über die Ziellinie hinaus, aber es ist möglich. Mit jeder Aufgabe, die ich fertig habe, glaube ich ein Stückchen mehr an mich.

Nur noch zwei. 

Diese Woche ist der Kurzkrimi mit 125 Zeilen an der Reihe. Immer wieder habe ich ihn verschoben, weil ich völlig blockiert war, wenn ich nur an den Krimi mit den engen Vorgaben dachte. Doch jetzt führt kein Weg mehr daran vorbei. Ich muss literarisch morden oder so was und den Mörder überführen. *seufz* Aber auch diesen Krimi werde ich bewältigen! So wie ich bisher alle Aufgaben bewältigt habe, von denen ich dachte: Das schaffe ich niemals. Und das waren einige.

Ich schaffe das!!! 

Und nächste Woche mache ich mich an die Abschlussaufgabe. Ein Exposé zu einem Roman- oder Sachbuch-Manuskript und eine Textprobe von fünf Seiten. Dafür habe ich dann maximal zwei Wochen zur Verfügung. Wenn alles planmäßig verläuft und ich den Mörder rechtzeitig schnappen kann. Aber auch das werde ich schaffen, weil ich das schaffen will.

 

Fragt mich nicht, was in der Zwischenzeit seit Wochen hier alles liegen bleibt, wie voll der Wäschekorb ist, wie viele Hemden zum Bügeln auf mich warten…

 

Nur noch zwei Aufgaben. Nur noch drei Wochen…

Martina Müller

Zeitstrom

Abgelegt unter: Zeit, Gedankensplitter, Alles, Lyrik — Buchstabenwiese at 8:10 pm on Mittwoch, Mai 6, 2009

Wasser fließt © Martina Müller 2009 

 

Zeitstrom 

Die Zeit ist ein Fluss,

ein plätschernder Bach,

ein reißender Strom,

ein Rinnsal.

 

Die Zeit, sie fließt,

wirbelt herum,

bedächtig,

strudelt,

steht.

 

Wie ein Wasserfall,

fällt sie in die Tiefe,

orientierungslos,

platscht auf,

und fließt

weiter.

Martina Müller