Hi, ich bin zurück…
Schön, dass ihr vorbeischaut. Meine Blog-Pause ist mit sofortiger Wirkung beendet, denn eins habe ich für mich herausgefunden:
Der Blog hat nichts damit zu tun, dass es mir zurzeit nicht gut geht! Somit kann auch eine Pause nichts daran ändern. Oh Wunder, welch eine Erkenntnis.
Wie bei vielen Dingen liegt auch hier die Ursache nicht im Offensichtlichen, sondern irgendwo im Verborgenen. Aber es wirkt sich eben auf alle Bereiche aus. C’est la vie.
Wenn es uns nicht gut geht, wir irgendwie aus dem Gleichgewicht sind, reagieren wir sensibler auf alles, was um uns herum geschieht. Wir zweifeln, verlieren das Vertrauen, beziehen Vieles auf uns. Plötzlich ist da so ein fieses Männchen in uns, das uns blöde Sätze eintrichtert:
„Du kannst aber auch gar nichts, du bist nichts wert, du bist zu nichts zu gebrauchen.“
„Keiner hat dich lieb, du bist für niemanden wichtig.“
„Alles ist doof, die ganze Welt ist be….“
„Wozu das Ganze?“
Kann sich einer davon freisprechen, an miesen Tagen diese oder ähnliche Gedanken zu haben oder mal gehabt zu haben? Hand aufs Herz! Nein, nein, mir braucht ihr das nicht zu verraten, es reicht, wenn ihr ehrlich zu euch selbst seid. Ist ja kein Beichtstuhl hier.
Und so schlimm ist es ja auch nicht, WENN man diese Gedanken auch wieder loslässt. Schlimm wird es erst, wenn sie sich auf Dauer einprägen, was leicht passieren kann. Vielleicht hilft es ja, wenn ihr diese Gedanken alle auf einmal, in geballter Ladung, auf einen Zettel schreibt. Ich bin sicher, ihr müsst am Ende über euch selbst lachen, über so viele blöde und dumme Gedanken, die vor Selbstmitleid nur so triefen.

Unsere Gefühle sind vielschichtig. Sie reichen von unbeschreiblichem Glück bis zu tiefer Trauer und Verzweiflung, von Lust und Liebe bis zu unbändiger Wut und Enttäuschung. Wer würde nicht gerne ständig vor lauter Glück auf Wolken schweben… Andererseits wäre das auf Dauer wohl ziemlich anstrengend. Außerdem, wenn es die anderen Gefühle nicht gäbe, wie würden wir dann wissen, dass wir gerade glücklich sind? Ich meine, wenn es nur ein einziges Gefühl gäbe, wäre eine Unterscheidung ja gar nicht nötig. Nein, ich denke es hat einen Sinn, dass wir so vielseitig fühlen können und auch mal mies drauf sind. Solange wir irgendwas fühlen, heißt das, wir leben. Wenn wir nichts mehr empfinden, dann sind wir tot.
UND: Man braucht nicht erst zu sterben, um tot zu sein!
Ja, ihr dürft staunen, mein Hirn hat den Streik beendet und seine Arbeit wieder aufgenommen. Zumindest zeitweise.
Daher ist mir auch aufgefallen, dass es sehr vielen Menschen in den letzten Wochen und Monaten nicht gut ging und auch jetzt noch nicht gut geht. Fragen nach dem Sinn geistern in den Köpfen herum. Wozu das alles, das bringt doch nichts.
Gleichzeitig triefen die Medien seit einiger Zeit nur so vor bedrohlichen Nachrichten, die noch mal extra bedrohlich herausgeputzt und ausgeschlachtet werden: Finanz- /Wirtschaftskrise, insolvente Firmen, Stellenabbau, Amoklauf, Menschen, die an Krebs sterben, tödliche Unfälle, Schlechtwettermeldungen, tödlich verlaufende Grippeviren - so gefährlich wie noch nie, Steueraffären, düstere Aussichten werden prophezeit… usw. usf.
Zufall?
Wenn wir uns jetzt mal vor Augen halten, dass ständige Wiederholungen, wie sie in den Medien regelrecht zelebriert werden, sich in unsere Köpfe einnisten, so dürfte uns die schlechte Stimmung, der Zweifel an allem und jedem, eigentlich nicht verwundern. Eine Suggestion namens Hoffnungslosigkeit tröpfelt in unsere Hirne und formt sich zu einer grauschwarzen Brille. Statt rosarot sehen wir nur noch schwarz. Wir fühlen uns bedroht, denn alles wird ja noch schlimmer werden, dabei ist es ja schon schlimm genug. Wir lauern nur noch auf das Negative. Hah, da isses ja, ich wusste es doch, war ja klar.
Alles wird seziert und nach unserem Befinden gedeutet. Da kann so eine klitzekleine Frage nach dem Sinn des Lebens schon mal aufkommen und sich zu einem riesigen Mammut entwickeln.
Aber ich schweife ab…
Warum bin ich eigentlich hier, was wollte ich euch mitteilen?
Ach ja: Ob Sinn oder nicht, ich bin zurück…
Martina Müller