Einen Guten Rutsch…

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Weihnachten, Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 7:11 pm on Mittwoch, Dezember 31, 2008

 Engel © Martina Müller 2008

Es ist soweit…

 

…der letzte Tag des Jahres 2008 ist angebrochen. Der Countdown läuft…

Dieses Mal fällt es mir schwer das alte Jahr loszulassen. Es war ein ganz besonderes Jahr, durchdrungen von Leid, Verzweiflung und Abschied. Aber auch von Erlösung, sich wieder finden und Neubeginn.

Es gab Momente, in denen…

…ich dachte, keinen einzigen Schritt mehr gehen zu können.

…ich glaubte für immer verloren zu sein.

…ich von einer schweren Last überrollt wurde.

…das Leben für mich seinen Sinn, seine Bedeutung verlor.

…es mir egal war, ob ich am nächsten Tag wieder aufwachen würde.

…ich das Leben nicht mehr verstehen konnte.

…ich fragen wollte „Warum?“, „Wieso?“, gleichzeitig wissend, dass es darauf keine Antwort geben würde, keine Antwort geben durfte. Denn jede mögliche Antwort hätte mir den Glauben an das Gute, den Glauben an sich genommen.

…ich begriff, dass manches einfach nur geschieht, weil es geschieht.

Aber es gab auch Momente, in denen…

…ich mich selbst wieder spüren konnte.

…eine schwere, untragbare Last von mir abfiel.

…ich sehen konnte, was ich nie zuvor gesehen hatte.

…mich Menschen tief berührt und getröstet haben.

…ich mich verstanden und weniger allein fühlte.

…mir meine Eltern so nah waren, wie nie zuvor.

…Dinge geschahen, an die ich nicht mehr geglaubt hatte.

…mir die Liebe, der Glauben und die Hoffnung wiedergeschenkt wurde.

 

Prinzessin © Martina Müller 2008 

 

Das Jahr 2008 war für mich ein Jahr tiefer Gefühle in alle Richtungen und es schließt ein schweres und wichtiges Kapitel in meinem Leben ab. Es ist ein Abschied und gleichzeitig ein Neubeginn. Es macht mich einerseits sehr traurig, doch andererseits freue ich mich auf etwas Neues, Schöneres. Denn noch etwas Wunderbares hat mir das Jahr 2008 in seinen letzten Zügen gebracht:

 

Gibt es etwas Romantischeres, als einen Heiratsantrag unter dem Tannenbaum, in denen der Liebste sagt, dass er in seinem Herzen spürt, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist?

Natürlich habe ich „Ja“ gesagt!

Aber noch etwas muss ich loswerden, bevor ihr alle in ein hoffentlich gesundes, liebevolles und gutes Neues Jahr rutscht: 

IHR habt mich in diesem, für mich sehr schwerem, Jahr treu begleitet.

IHR habt zugelassen, dass ich euch berühren durfte.

IHR habt mir das wunderbare Gefühl gegeben, euch etwas geben zu können.

IHR habt mich getröstet, berührt und zum Lachen gebracht.

IHR habt mich in meinem Herzen und meiner Seele berührt, so sehr, dass ich mich selbst wieder fühlen konnte.

IHR habt mir das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein.

D A N K E 

Danke © Martina Müller 2008

Ich danke euch…

…für jedes einzelne Wort, dass ihr geschrieben habt.

…für jedes Licht, dass ihr für mich angezündet habt.

…für jedes Gebet, in das ihr mich eingeschlossen habt.

…für alle lieben Gedanken, die ihr mir geschickt habt.

 

Und ich hoffe, dass wir uns im Neuen Jahr genauso wieder begegnen.

 

So, jetzt aber genug der rührseligen Worte. Nicht dass ihr mir noch zerfließt. Schließlich gibt es ja jetzt noch was zu feiern!!!

Ich wünsche euch allen hier und der ganzen Welt einen

Guten Rutsch ins Jahr 2009.

Treibt es nicht zu dolle und fallt weich. Auf ein gutes Jahr! 

Wir lesen uns dann in neuer Frische im Neuen Jahr…

Martina Müller

Aufbruch…

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Weihnachten, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 5:26 pm on Samstag, Dezember 27, 2008

 Weihnachtsbaum © Martina Müller 2008

Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu…

Ich kann schon die Pforten sehen, durch die wir es verlassen, um in ein neues Jahr einzutreten.

 

Siehst du sie? Da vorn, da sind sie.
Sie schillern verlockend, voller Hoffnung und Zuversicht.

Sie spüren schon den Luftzug, sie spüren, wie wir auf sie zueilen. 

Sie beginnen bereits unruhig zu klappern.

Doch halt! Jetzt ist Jetzt. 

Noch sind wir im alten, vertrauten Jahr 2008.

Schenken wir ihm noch ein wenig Aufmerksamkeit.

Es hat viel mit uns durchlebt.

Es ist uns vertraut geworden.

Es hat uns eine Weile unseres Lebens begleitet.

Es wird nie wiederkommen, vorbei ist vorbei.

 

Genießen wir die letzten Tage des alten Jahres.

Unterdrücken wir die Aufbruchstimmung, die sich ungeduldig breitmacht, wenn etwas Neues auf uns zukommt, wenn etwas unaufhaltsam näher rückt.

 

Bald schon müssen wir weitergehen.

Bald schon müssen wir das Alte verlassen und dürfen das Neue begrüßen.

So ist das Leben, es geht weiter und weiter.

 

Und wenn wir dem Alten Aufmerksamkeit schenken, es loslassen können, sind wir bereit das Neue zu empfangen.

Wenn wir das Alte „sein lassen können, wie es war“, sind wir bereit das Neue zu lieben.

Martina Müller

Ein wundervolles Weihnachtsfest euch allen…

Abgelegt unter: Weihnachten, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 12:04 am on Mittwoch, Dezember 24, 2008

Weihnachtsgrüße © Martina Müller 2008 

 

Upps…

Weihnachtsgrüße © Martina Müller 2008

 

…ein Hund hat mich geküsst…

 

 

Es ist soweit…

 

Ich wünsche euch allen von Herzen ein liebevolles Weihnachtsfest voller Wunder und Freude.

Weihnachtslicht © Martina Müller 2008 

Und natürlich viiiiiiiiieeeeele Geschenke. Ich hoffe, ihr wart alle brav.

 

Ach ja, und esst nicht zuviel.

 

Ich denke an euch,

 

Martina Müller

Sturm und Leben

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Gedankensplitter, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 11:22 am on Freitag, Dezember 19, 2008

 Rotes Licht© Martina Müller 2008

Sturm und Leben 

Ich stelle mir einen Sturm vor. Vielleicht fragt sich der eine oder andere warum ich das tue. Ja, warum eigentlich?

 

Vielleicht, weil ich ich bin. Ich bin eben so. Mir gehen beim Spazierengehen Gedanken durch den Kopf, über die ich mich manches Mal selbst wundere. Aber das macht ja nichts. Wundern tut gut. Wundern ist Staunen, wundern ist überraschend irgendwie. Unsere Augen weiten sich und wir sehen Zusammenhänge, die wir vorher nicht gesehen haben. Wir sehen.

 

Aber zurück zum Sturm.

 

Heute ging mir durch den Kopf, dass es Zeiten im Leben eines Menschen gibt, die einem Sturm gleichkommen. Und so ein Sturm kommt einfach, wir können nichts gegen ihn tun. Er kommt und geht, wie er will.

Er fragt uns nicht: „Hallo, hier ist der Sturm, passt es dir, wenn ich gleich mal vorbeikomme?“ 

Und wir können nicht antworten: „Ach weißt du, lieber Sturm, vielleicht kommst du besser ein anderes Mal, es passt jetzt gerade nicht so gut.“

Wann würde ein Sturm auch schon passen…

 

Es ist einfach so: Der Sturm kommt und wir haben keinen Einfluss darauf. Zack!

 

Wir sind auch nicht Schuld daran, dass er kommt. Es ist keine Strafe, weil wir zu viel Süßes in uns reingestopft haben oder weil wir die Schwiegermutter nicht zum Kaffee eingeladen haben oder weil wir mal wieder jammern, obwohl es uns eigentlich gut geht. Das ist dem Sturm so ziemlich egal. Es ist einfach wie es ist. Nicht mehr und nicht weniger. Und auf einmal ist er da, der Sturm.

 

Sterne © Martina Müller 2008 

 

Geben wir uns keine Mühe, es gibt nichts Positives an einem Sturm selbst. Nicht solange er wütet. Ein Sturm ist ein Sturm. Und so ein heftiger Sturm, wie ein Orkan oder ein Hurrikan, ist etwas Furchtbares. Er verwüstet die Natur, unsere Umgebung, nimmt Menschen mit sich, lässt uns vor Angst erzittern und weinen, raubt uns die Kraft. Während der Sturm wütet, krallen wir uns an einen Baum fest, um nicht davongetragen zu werden. Wir verharren dort krampfhaft, schließen die Augen und beten, dass wir überleben mögen. Einfach nur überleben, mehr nicht. Der Wind braust und tobt, er zerrt an unseren Kleidern, unseren Haaren, peitscht uns abgerissene Äste ins Gesicht, nimmt unseren Glauben mit.

 

Und so sehr wir auch bitten und flehen, der Sturm ist gnadenlos. Er bleibt. Wir werden wütend, hassen ihn aus tiefster Seele. Doch er ist da und bleibt. Wir möchten ihn schütteln, damit er zur Besinnung kommt und endlich aufhört. Doch einen Sturm kann man nicht schütteln.

Er wütet solange, wie er eben wüten muss. Niemand weiß wie lange das ist. Manchmal reicht unsere Kraft nicht mehr aus. Wir können uns nicht länger festhalten, wir lassen los, werden mitgerissen, gegen Bäume und Mauern geschleudert. Hände greifen nach uns, doch sie sind zu weit weg oder selbst zu schwach, um uns zu halten. Wir lassen geschehen, was geschieht, weil uns nichts anderes übrig bleibt. Das Ende ist ungewiss.

 

Plötzlich ist es still. Einfach nur still. Der Sturm ist vorbei. Die Sonne scheint und streicht über unsere Haut. Wir fühlen uns müde, kraftlos, sind verwundet und überall schmerzt es. Um uns herum scheint alles zerstört, kein Stein steht mehr auf dem anderen, Bäume sind entwurzelt, der Boden übersät mit abgerissenen Ästen. Doch mitten in dieser Verwüstung entdecken wir ein winziges Pflänzchen. Es hat kleine grüne Blätter, die sich der Sonne entgegenstrecken. Es lebt. Dieses Pflänzchen hat den Sturm überlebt. Ebenso wie wir.

 

Kerzenstimmung © Martina Müller 2008 

 

Niemand kann einen Sturm verhindern. Und wir können nichts tun, damit er aufhört. Er kommt und geht, er wütet bis es zu Ende ist. Und wir stecken mittendrin. Gefangen im Sturm. Unschuldig und hilflos. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu warten bis er vorbei ist, um dann etwas Neues aufzubauen. Wir haben viel verloren und doch das Wichtigste behalten. Unser Leben.

Martina Müller

Ankommen

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Weihnachten, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 4:49 pm on Mittwoch, Dezember 10, 2008

Weihnachtsdorf © Martina Müller 2008 

Ankommen 

Wie ihr sicher wisst, kommt Advent aus dem Lateinischen (adventus) und bedeutet Ankunft. Nein, das wird kein Lateinkurs, ich kann nämlich gar kein Latein.

Aber was will ich dann?

Euch erinnern, dass Advent ist. Dass es Zeit ist anzukommen. Natürlich ist mit Ankunft Jesus gemeint, aber nicht jeder ist so religiös, dass er damit etwas anfangen kann. Ich meine, dass hier auch das Ankommen bei uns selbst gemeint ist. Mal in uns zu ruhen, bei uns selbst anzukommen.

 

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass dieses Jahr das erste Weihnachten für mich sein wird, an dem meine Eltern, beide, nicht mehr da sind. Die letzten Jahre waren eine sehr schwere Zeit für mich, weil sowohl meine Mutter, als auch mein Vater, vor ihrem Tod längere Zeit schwer krank waren. Mit anzusehen wie sie leiden, nichts dagegen tun zu können, ratenweise Abschied nehmen zu müssen, loslassen müssen, das war die Hölle für mich. Meine Welt drehte sich all die Jahre fast nur noch um Krankheit, Vergänglichkeit, Abschied und die damit verbundene Angst.

 

Und es gab ja auch noch andere Sorgen und Nöte in meinem Leben, für die ich gar keine Kraft und Nerven mehr hatte. Das Leben hatte für mich seinen Glanz verloren. Die Welt, die ich kannte, existierte nicht mehr. Es gab Zeiten, da wusste ich nicht mehr wer ich eigentlich bin, irrte durch Nebel, sah keine Wege, die ich beschreiten konnte. Ich hatte mich selbst verloren. Trotzdem versuchte ich immer weiterzugehen. Ich hatte das Leben oft gründlich satt, fand kaum noch Freude an den Dingen, die mir sonst so wichtig waren. Zuletzt hatte ich nicht mal mehr Kraft für die einfachsten, täglichen Dinge. Das, was meine Seele in den letzten Monaten ertragen musste, ging über meine Kräfte hinaus. Selbst das Spazierengehen mit unserem Hündchen war für mich enorm anstrengend, aber Gott sei Dank notwendig.

 

Weihnachtsdorf © Martina Müller 2008

 

Jetzt ist dieses Kapitel zu Ende. Ich stehe vor einer veränderten Welt, die nichts mehr mit der zu tun hat, die ich mal kannte. Ich habe Gefühle, Ängste und Grenzen kennen gelernt, von denen ich früher nicht mal ahnte, dass sie existieren. Ich habe erlebt, wie stark das Band zwischen Kind und Eltern ist.

 

Das Negative hat in den letzten Jahren klar überwogen. Mehr als das. Mein Herz und meine Seele sind in viele Teile zerbrochen und die Narben werden mich immer an diese Zeit erinnern. Dennoch habe ich Dinge im Inneren erfahren, die ich nicht mehr hergeben, die ich wie einen Schatz hüten möchte.

 

Ich vermisse meine Eltern sehr, dennoch spüre ich gleichzeitig, dass nun die Last der letzten Jahre von mir genommen ist. Ich habe ein Gefühl von Freiheit. Freiheit, mein neues Leben zu gestalten. Und ich spüre tatsächlich wieder ein klein wenig Kraft in mir. Sie ist zwar noch gering und zerbrechlich, kann noch nicht viel aushalten, aber sie ist da. Ich habe diese Zeit überstanden, obwohl ich oft dachte, dass ich es nicht mehr schaffe. Und das Gute ist, dass ich mich wieder sehen kann. Ich spüre, dass ich noch da bin.

 

 Kerzenstimmung © Martina Müller 2008

 

Was hat das nun mit Advent zu tun? Ganz einfach.

Ich empfinde diese Adventszeit als Geschenk. Ich brauche besonders in diesem Jahr das Gefühl von Weihnachten. Ich brauche Adventsstimmung um mich herum, ich brauche Licht, Licht das ich lange entbehrt habe. Ich brauche das Gefühl von Wärme und Liebe, von innerer Ruhe und Stille. Ich brauche das Gefühl anzukommen. Bei mir anzukommen. Damit ich bei mir ins Herz sehen kann. Denn da wohnen die Menschen, die ich liebe.

 

Und ich wünsche euch von Herzen, dass ihr – egal ob ihr Stress oder Hektik oder Kummer habt - dieses Ankommen bei euch selbst in der Adventszeit empfinden könnt, damit ihr euch und eure Lieben niemals verliert.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch eine wunderbare Adventszeit,

Martina Müller

Der Nikolaus war da…

Abgelegt unter: Weihnachten, Alles, Geschichten, Lyrik, Tagebuch — Buchstabenwiese at 3:28 pm on Samstag, Dezember 6, 2008

Nikolaus © Martina Müller 2008 

Der Nikolaus schleicht durch die Nacht 

„Ho, Ho, Ho“, es kräftig lacht,
Nikolaus schleicht durch die Nacht. 

Einen Sack so schwer wie Blei,
voll gepfropft mit allerlei,
schleppt er auf dem Rücken mit,
stöhnt und ächzt bei jedem Schritt. 

Auch bei uns, da kehrt er ein,
sollt’ im Sack für uns was sein?
„Ho, Ho, Ho“, lacht er uns an,
hält den dicken Bauch sich dann. 

Und glaubt es oder glaubt es nicht,
da fragt er uns im Kerzenlicht,
wie er’s herinnen bei uns find,
ob wir auch brave Kinder sind. 

Stumm vor Erfurcht nicken wir,
Nikolaus ist wirklich hier,
schenkt uns jedem ein Paket,
wir sind richtig aufgedreht. 

„Ho, Ho, Ho“, hält er den Bauch,
„so soll es der Weihnachtsbrauch“.
„Danke, lieber Nikolaus.“
Schon verlässt er unser Haus. 

„Ho, Ho, Ho“, es kräftig lacht,
Nikolaus schleicht durch die Nacht. 

Martina Müller