Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Abgelegt unter: Weihnachten, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 5:27 pm on Sonntag, November 30, 2008

Erster Advent © Martina Müller 2008 

…erst eins, … 

Ich wünsche euch allen einen schönen „Ersten Advent“. 

Martina Müller

Martinas Gespür für Schnee

Abgelegt unter: Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 10:20 pm on Sonntag, November 23, 2008

Schneemann © Martina Müller 2008 

Martinas Gespür für Schnee 

Die letzten Tage hörte und las ich immer wieder etwas über eine seltene Wetterart. Den Schnee. In Deutschland sei der Winter ausgebrochen. Schneemänner, Skifahren, Verkehrschaos… die ganze Winterpalette eben. Also, ich sah nix. Zählte Heinsberg noch zu Deutschland? Oder hatten sich die Grenzen inzwischen verschoben? Dunkel erinnerte ich mich, dass Schnee früher mal ziemlich weiß ausgesehen und sich irgendwie kalt angefühlt hatte. Ob das immer noch so war? Existierte so etwas wie Schnee überhaupt noch, stand Schnee nicht längst auf der Roten Liste für bedrohte Wetterarten?   

Das ganze Wochenende schaute ich also gen Himmel, verdächtigte jede graue Wolke, eine Schneewolke zu sein, nur um einen Beweis für Schnee zu finden. Doch nicht eine einzige Flocke ließ sich blicken. Am Freitag stürmte und hagelte es gewaltig, aber Schnee… Dann, gestern, just in dem Moment, in dem wir zu einem Besuch bei lieben Verwandten aufbrechen wollten, verirrten sich ganze drei Schneeflocken zu uns nach Heinsberg. Sollte es tatsächlich Schnee geben, sollte es ausgerechnet jetzt anfangen zu schneien? Nein! Sollte es nicht. Es blieb bei drei Flocken und ja, vielleicht hatte ich sie mir nur eingebildet. 

Bei unseren Verwandten angekommen, hörte ich erneut von dem Phänomen Schnee. Ja, er würde tatsächlich existieren. Sie hätten sogar einen Schneemann gebaut, aber mittlerweile sei alles wieder weggetaut. Ja nee, ist klar… und die Erde ist ne Scheibe.
Damit war das Thema Schnee für mich erledigt. Doch heute Nachmittag, gerade als wir mit dem Auto losfuhren, verirrten sich erneut drei Schneeflocken ans Ende von Deutschland. Reine Einbildung? Von wegen. Wo auch immer diese drei Schneeflocken herkamen, da gab es noch mehr. Denn kaum waren wir von unserem Ausflug zurück, begann es zu schneien. Und seit dem schneit es und schneit und schneit und schneit und schneit und schneit…  

Schneeflocken © Martina Müller 2008

Wow, so viel Schnee habe ich schon lange nicht mehr in Natura gesehen. Hurrah, es schneit. 

Schneemann und Peppi © Martina Müller 2008

Schneelandschaft © Martina Müller 2008

Martina Müller

Ohne Gedanken

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 10:16 am on Donnerstag, November 20, 2008

Sonnenuntergang © Martina Müller 2008 

Ohne Gedanken 

Zurzeit fällt es mir schwer zu schreiben. Ich fange an, schreibe ein paar Worte und höre wieder auf. Kein Gedanke bleibt lange genug, um gedacht zu werden, geschweige denn geschrieben zu werden. Die Gedanken haben es eilig, sie fliehen vor mir, bevor ich sie einfangen kann. Es ist, als sei ein Orkan durch mich hindurchgefegt und hätte nur Leere hinterlassen.  

Jetzt passiert es wieder. Ich habe angefangen und… nichts mehr. Die Gedanken waren schneller als ich, haben sich versteckt. Vielleicht ist auch die Gedankenquelle versiegt. Statt zu sprudeln klettert mühsam hier und da ein einzelner Gedanke heraus, nur um schnell wieder zu verschwinden.  

Irgendwann werde ich mich wohl auf den Weg zur Quelle machen und nachsehen müssen, was da los ist.

Doch nicht heute, verschieben wir’s einfach auf morgen… 

Martina Müller

Fortgeweht

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 10:30 am on Mittwoch, November 5, 2008

Rotes Blatt © Martina Müller 2008 

Rotes Blatt am Baum,
es schwebt hinab zur Erde
und wird fortgeweht. 

Martina Müller

Sonnenbogen 

Das Flügelmädchen lässt die Flügel hängen 

Erinnert ihr euch an das Flügelmädchen, dass ihr auf der Willkommenseite kennen gelernt habt? Es sitzt jetzt mit nackten Füßchen auf dem Ast eines Baumes und lässt die Flügel hängen. Es ist im Moment müde und leer. So schwer waren die letzten Jahre. Schwer mit anzusehen, wie wieder ein geliebter Mensch leidet und Stück für Stück von ihm geht.  

Am Sonntagabend ist dieser geliebte Mensch, der Vater des Flügelmädchens, gestorben. Es war eine Erlösung für ihn und für alle, die hilflos mit ansehen mussten, was geschieht. Und das Flügelmädchen weiß, dass es das irgendwann nicht nur denken, sondern auch fühlen kann. Nur jetzt noch nicht, jetzt mag es das nicht fühlen, jetzt mag es nicht froh darüber sein, jetzt mag es gar nichts fühlen. Es möchte einfach auf dem Ast sitzen und in den Himmel schauen. Es möchte einen Regenbogen sehen und sich vorstellen, wie Vater und Mutter auf diesem Regenbogen in Liebe vereint sind und tanzen.  

Und noch etwas wünscht sich das Flügelmädchen von ganzem Herzen. Dass ihr keine Angst habt es zu berühren. Es hat mit euch so viel gelacht und geweint, ihr habt dem Flügelmädchen die vergangene schwere Zeit ein Stückchen leichter gemacht, ihr habt zugehört, es mit euren Worten berührt und es zum Lachen gebracht. Dafür möchte es euch ganz lieb danken.  

Habt keine Angst und setzt euch auch jetzt zu ihm auf den Ast, schaut mit ihm in den Regenbogen, berührt es, bringt es zum Lachen und seid einfach da. Nur eins möchte das Flügelmädchen noch nicht hören: Dass es besser ist, dass der geliebte Paps nun gestorben ist, auch wenn es so ist. Und es weiß, dass ihr es verstehen werdet, so wie ihr es immer verstanden habt. 

Martina Müller

Kreislauf des Lebens

Abgelegt unter: Gedankensplitter, Alles, Tagebuch, Allgemein — Buchstabenwiese at 8:30 pm on Samstag, November 1, 2008

Goldener Herbst © Martina Müller 2008 

Kreislauf des Lebens 

Herbst ist für mich die bunteste und schönste Jahreszeit überhaupt. Wenn ich an den Herbst denke, sehe ich Bäume mit goldgelben und roten Blättern vor mir, die sich in der klaren Luft leuchtend vom tiefblauen Himmel abheben.  

Heute allerdings ist der Herbst so, wie Menschen ihn wohl sehen, die diese Jahreszeit nicht mögen. Er ist trübe, nass und trostlos.
Die Bäume in der Ferne erscheinen schemenhaft. Dicht an dicht stehen sie beieinander, als wollten sie sich gegenseitig wärmen. Der Himmel ist eine einzige weißgraue Wolkenmasse, die alles niederdrückt, vor allem die Stimmung. Die Straßen glänzen dunkelgrau, sind nass von den Tränen des Herbstes.  

Die Bäume können längst nicht mehr verbergen, wie viele Blätter sie verloren haben. Neben Ästen, die mit grüngelben Blättern spärlich bestückt sind, ragen kahle Zweige in den Himmel. Braungelbes Laub liegt schwer und nass am Boden. Der Winter rückt näher. Die ganze Welt scheint von einem Grauschleier überzogen zu sein.  

Abschied liegt in der Luft. Nichts dauert ewig, alles ist vergänglich. Das ist das Leben. Ein ewiger Kreislauf von Tod und Geburt, von Abschied und Anfang, von Schmerz und Freude, Altes loslassen und Neues beginnen. Bliebe alles so wie es wäre, würde nichts leben, denn Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben. 

Vielleicht muss es so sein, dass es Tage wie heute gibt. Tage, an denen die Trauer über Vergangenes spürbar ist. Tage, an denen Tränen den Schmerz über das Verlorene hinausspülen. Wie sonst sollten wir bereit sein für Neues? Wie sonst sollten wir uns auf einen Neubeginn freuen können? Vielleicht muss der Schmerz über das Vergangene erst losgelassen werden. Vielleicht muss es erst eine Ruhephase geben, bevor wir Neues mit all unserer Kraft und Freude beginnen können.  

Denn wie könnte der Frühling auf dem Sommer folgen? 

Martina Müller

Kurz-Gruseln

Abgelegt unter: Tierisches, Sinnig Unsinniges, Alles, Geschichten — Buchstabenwiese at 1:20 pm on Samstag, November 1, 2008

 wolf.gif

Wie wäre es mal mit einem Buchtitel-Krimi? 

Nachdem ich erst bei Wortmeer und dann bei Wally in die inspirierende Buchtitel-Poesie eingetaucht bin, sprang doch tatsächlich ein Buchtitel-Funke auf mich über. Doch, nicht Poesie sollte es sein. Die Perfektionistin in mir würde ewig suchen, bis sie zufrieden wäre mit der Zusammenstellung der Titel. *seufz* Ich sehe schon Berge von Büchern auf dem Boden liegen und leere Regale. Okay, es wäre eine super Gelegenheit für die so selten anwesende Putzfee in mir, sich mal wieder von ihrer besten Seite zu zeigen… andererseits… äh… ich muss weg…

Weg von der Poesie… hin zum Krimi.

Und das ist er, der wahrscheinlich kürzeste Krimi der Blog-Welt. Mein Buchtitel-Schnell-Kurz-Krimi: 

 Buchtitel © Martina Müller 2008

Wo bist Du?
Hab acht auf meine Schritte!
Der böse Wolf kriegt sie alle,
weil deine Augen ihn nicht sehen.
Und morgen in das kühle Grab.
 

Autoren der Bücher: siehe Foto 

Ich finde es passt prima zum gestrigen Halloween. Jede Menge “Monster” haben uns in der Nacht bedroht und uns unsere Leckereien geraubt. Ganz schön gruselig. 

;-)

Martina Müller