Martinas Gespür für Schnee
Die letzten Tage hörte und las ich immer wieder etwas über eine seltene Wetterart. Den Schnee. In Deutschland sei der Winter ausgebrochen. Schneemänner, Skifahren, Verkehrschaos… die ganze Winterpalette eben. Also, ich sah nix. Zählte Heinsberg noch zu Deutschland? Oder hatten sich die Grenzen inzwischen verschoben? Dunkel erinnerte ich mich, dass Schnee früher mal ziemlich weiß ausgesehen und sich irgendwie kalt angefühlt hatte. Ob das immer noch so war? Existierte so etwas wie Schnee überhaupt noch, stand Schnee nicht längst auf der Roten Liste für bedrohte Wetterarten?
Das ganze Wochenende schaute ich also gen Himmel, verdächtigte jede graue Wolke, eine Schneewolke zu sein, nur um einen Beweis für Schnee zu finden. Doch nicht eine einzige Flocke ließ sich blicken. Am Freitag stürmte und hagelte es gewaltig, aber Schnee… Dann, gestern, just in dem Moment, in dem wir zu einem Besuch bei lieben Verwandten aufbrechen wollten, verirrten sich ganze drei Schneeflocken zu uns nach Heinsberg. Sollte es tatsächlich Schnee geben, sollte es ausgerechnet jetzt anfangen zu schneien? Nein! Sollte es nicht. Es blieb bei drei Flocken und ja, vielleicht hatte ich sie mir nur eingebildet.
Bei unseren Verwandten angekommen, hörte ich erneut von dem Phänomen Schnee. Ja, er würde tatsächlich existieren. Sie hätten sogar einen Schneemann gebaut, aber mittlerweile sei alles wieder weggetaut. Ja nee, ist klar… und die Erde ist ne Scheibe.
Damit war das Thema Schnee für mich erledigt. Doch heute Nachmittag, gerade als wir mit dem Auto losfuhren, verirrten sich erneut drei Schneeflocken ans Ende von Deutschland. Reine Einbildung? Von wegen. Wo auch immer diese drei Schneeflocken herkamen, da gab es noch mehr. Denn kaum waren wir von unserem Ausflug zurück, begann es zu schneien. Und seit dem schneit es und schneit und schneit und schneit und schneit und schneit…
Wow, so viel Schnee habe ich schon lange nicht mehr in Natura gesehen. Hurrah, es schneit.
Martina Müller

