Alles neu macht der Herbst

Abgelegt unter: Taufrisch, Traumhaftes, Alles, Allgemein — Buchstabenwiese at 3:53 pm on Dienstag, September 30, 2008

Schmetterlingslila © Martina Müller 2008 

Alles neu macht der Herbst 

Die „Willkommen“-Seite hat ein neues Innenleben bekommen. Wer das kleine Flügelmädchen kennen lernen will, klickt einfach rechts bei „Seiten“ oder hier auf „Willkommen“.   

Martina Müller

Herbstanfang

Abgelegt unter: Gedankensplitter, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 6:23 pm on Montag, September 22, 2008

 Nebel Leinwand © Martina Müller 2008

Weißer Herbst 

Der Herbst ist weiß. Nebel saugt die Ferne auf, nährt sich gierig von der bunten Welt. Der Himmel ist bleich. Farblos, wie eine weiße Leinwand.  

Ich könnte einen Pinsel nehmen, so einen großen breiten, könnte ihn in blaue Acrylfarbe tunken und die weiße Leinwand Blau färben. Ein leuchtendes, klares Himmelsblau.

Ich könnte eine gelbgoldene Sonne in dieses Blau malen. Sie könnte einen goldenen Schein auf das Maisfeld werfen. Sie könnte die Maiskolben zum Glühen bringen und die Kartoffelfelder in warmes Licht tauchen.

Krähen könnten in die Lüfte fliegen, in Scharen über den Himmel ziehen und sich aufs frisch gepflügte Feld setzen.

Eine kleine Wolke könnte wie ein Schäfchen über den Himmel wandern, noch eine und noch eine.

Ein Heißluftballon, in Regenbogenfarben schillernd, könnte über den Himmel fahren…  

Doch der Himmel ist farblos, eine weiße Leinwand. Vielleicht hatte der Maler die bunte Welt satt, hat den dicken, breiten Pinsel in weiße Farbe getaucht und das Bild übermalt. Vielleicht ist unter dem weißen Herbst in Wahrheit eine bunte Welt verborgen… 

Sonnenblume © Martina Müller 2008 

Martina Müller

Es herbstet sehr…

Abgelegt unter: Sinnig Unsinniges, Alles, Lyrik, Tagebuch — Buchstabenwiese at 3:48 pm on Sonntag, September 21, 2008

Herbstblatt © Martina Müller 

Von drauß’ vom Felde komm’ ich her… 

Von drauß’ vom Felde komm ich her,
ich muss euch sagen, es herbstet sehr!
Allüberall in den Baumesspitzen,
sah ich goldne Blättlein sitzen;
und drunten aus dem Feldesflor,
sah mit großen Augen ein Häschen hervor. 

Und wie ich so strolcht durch den goldenen Mais,
da rief eine Stimme in mir ganz leis’:
„Frau Müller, rief sie, schöne Gestalt,
hebe die Beine, es wird bald kalt!
Die Heizung fängt zu heizen an,
die Heizsaison ist aufgetan. 

Alt und jung sollen nun
von des Sommers Regen ruh’n;
und morgen ist es dann soweit,
es beginnt die goldne Herbsteszeit!“ 

Ich sprach: „O liebe Stimme in mir drin,
der Sommer mag zu Ende sin;
doch heizen findet noch nicht statt,
wo’s eitel teures Öl nur hat.“ 

„Hast’ denn das Jäckchen auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Jäckchen, das ist hier;
und Kakao, so heiß und lecker,
trink ich fromm und ohne Mecker.“   

„Hast’ denn die Decke auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Decke, die ist hier,
doch für die Tage nur die schlechten,
da wärmt sie mir den Teil, den rechten.“ 

Die innere Stimme sprach: „So ist es recht,
nimm’s mit Humor, das ist nicht schlecht.”
Von drauß’ vom Felde komm ich her,
ich muss euch sagen es herbstet sehr! 

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find?
Ist’s warm mein Kind?
Ist’s kalt mein Kind? 

Martina Müller 

Stöckchen Nr. 6 - Indiskret Teil 2

Abgelegt unter: Stoeckchen, Tierisches, Alles — Buchstabenwiese at 1:21 am on Mittwoch, September 17, 2008

 Pepper und Tina

Indiskret, die Zweite…

Es ist vollbracht. Teil zwei ist fertig.
Und das ist Sarahs indiskrete Frage an mich:
Du hast doch einen Hund, der Pepper heißt. Liebe Martina, welchen Einfluss hat Pepper auf deine Gefühle und Stimmungen?“ 

Ja, in der Tat, liebe Sarah, ich habe einen Hund, der Pepper heißt. Ein schnuckeliges Kerlchen, mit einem eigenen Kopf. Während manche behaupten, er sei wild, sage ich: Er ist ein kleiner Quirl, bei dem die Lebensfreude aus jeder Bewegung spricht. Und ein Kuschelhund ist er noch dazu. 

So, das war einfach. Doch jetzt kommt der schwierige Teil: Welchen Einfluss hat Pepper auf meine Gefühle und Stimmungen? 

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Ich würde sagen, dass er meine GRUND-Gefühle und GRUND-Stimmungen nicht wesentlich beeinflusst. Erst mal jedenfalls. Glaube ich. Wenn ich traurig bin, bin ich traurig. Wenn ich gut gelaunt bin, bin ich gut gelaunt. Ob mit oder ohne Pepper. 

Pepper und ich 2004 

Aber:

Wenn ich traurig bin und weine, dann kommt mein Kuschelhund angequirlt und schleckt mir mit seiner Triefzunge übers Gesicht. Bäh. So sehr ich diesen kleinen Tröster liebe… eine Hundezunge im Gesicht… na ja… zählt nicht zu den Top Ten meiner Muss-ich-haben-Liste. Das ist ihm aber egal. Er tut’s. Punkt. Und holt mich so immer wieder aus meiner Trauer heraus. Oft bringt er mich damit zum Lachen. À la „Es-att-so-gekitzelt-in-meine-Gesicht“.

Wenn um mich herum alles Grau in Grau ist, die Dunkelheit mich erdrückt, ich mich überfordert fühle, herumwüte vor lauter Verzweiflung bis ich weinend zusammenbreche, dann setzt er sich zu mir auf den Schoß und ist ganz still. Ich drücke ihn fest an mich und fühle, wie seine Wärme auf mich übergeht. Es ist, als ob er spürt, dass ich in dem Moment genau das brauche. Für eine Weile hält dieser Turboquirl still. Nur für mich. Solange, bis ich wieder ein kleines Licht am Horizont sehe. 

Wenn dieser Superdog und ich spazieren gehen, bin ich immer wieder fasziniert von seiner Lebensfreude. Sein beschwingter Gang verrät, wie viel Spaß er hat. Er ist flink und aufgeweckt, stets interessiert und neugierig. Oft muss ich bei seinem Anblick an das kleine Mädchen denken, das ich selbst mal war, das Laufen, Rennen, Springen und Hüpfen im Freien über alles liebte. Dieser Anblick zaubert jedes Mal ein Lächeln in mein Gesicht. Außerdem ist er ein kleiner Clown, der mich mit seinen Faxen zum Lachen bringt. Und wenn er etwas haben will, verliere ich mich in seine großen traurigen Augen.  

Pepper macht Männchen © Martina Müller 2008

Doch das Wichtigste: Seine Liebe ist bedingungslos. Egal, wie oft ich ihn enttäusche oder er mich enttäuscht, wir finden immer wieder zueinander. Er kommt zu mir, freut sich so sehr, dass der ganze Hund wackelt und alles ist vergessen. Als Welpe hat er sich jeden Tag bei mir auf dem Schoß eingekuschelt und geschlafen. Sein Vertrauen zu spüren, war einfach nur schön. Ein kleines Wesen, das sich voll und ganz bei mir fallen lassen kann… gibt es was Schöneres?

Ja, okay, er kann mich auch wütend machen, dieser kleine Sturkopf.
Am dritten Tag, an dem er bei uns war, hätte ich ihn am liebsten wieder zurückgegeben. Ich lief quasi 24 Stunden am Tag hinter ihm her, damit er keine Kabel anknabbert, ich ja nicht verpasse, wenn er muss usw. Regelmäßigig setzte ich ihn auf den Rasen zum Pippimachen… was tut er? Schnüffeln. Kaum war er zurück im Haus, ließ er es laufen. Boah! Nachdem er das drei ganze Tage mit wachsender Begeisterung gemacht hatte, bin ich ein bisschen ausgeflippt. Hab geschimpft, dass ich ihn wieder abgebe, hab ihn ins Körbchen geschickt und zum 100. Mal den Boden gewischt. Das hat er verstanden. Auf einmal ging’s. Als Welpe testete er seine Grenzen immer bis zum Gehtnichtmehr aus. Er machte der Rasse Jack Russel Terrier alle Ehre. 

Trotzdem war er besonders als Welpe immer ein freundlicher Hund, der aus dem Schwanzwedeln nicht mehr herauskam. Jeden begrüßte er, bis er atemlos war. Alle waren begeistert, weil dieses Hündchen sich so sehr freute, ihnen zu begegnen. Besonders der Tierarzt war von ihm angetan. Dass er so freudig von einem Patienten begrüßt wird, passiert ihm wohl nicht so oft. 
Pepper fand auch alle anderen Hunde klasse, egal ob Hündin oder Rüde. Angst hatte er nicht mal vor diesem riesigen Irischen Wolfshund, der in der Hundeschule - nach Peppers unermüdlicher Spielaufforderung - vom Gehege für erwachsene Hunde über den Zaun ins Welpengehege sprang. Mir blieb fast das Herz stehen. Heute wird er bei anderen Rüden zum Giftzwerg. *seufz* 

Pepper und ich 2004

Ein Leben ohne ihn, könnte ich mir nicht mehr vorstellen und die Einschränkungen, die ein Hund mit sich bringt, nehme ich für diesen kleinen Kerl gerne in Kauf. Er ist ja manchmal schooon etwas verrückt… Und doch möchte ich ihn kein bisschen anders haben, als er ist.   

Schön ist es auch, zu sehen, wie liebevoll mein Schatz mit unserem Hündchen umgeht. Das berührt jedes Mal mein Herz. Er liebt den kleinen Kerl genauso wie ich. Und wenn wir uns mal streiten, dann drängt sich dieser kleine Quirl mutig zwischen uns. Das mag er nämlich gar nicht. 

Hmmm… so ausführlich sollte die Antwort gar nicht werden. Ich komme eben immer ins Schwärmen, wenn es um mein Hündchen geht. Ich hoffe, liebe Sarah, dass deine Frage damit ausreichend beantwortet ist. 

So, wer hat das Stöckchen denn noch nicht? Hah, ducken und weggucken hilft nix, ich hab’s gesehen. Achtung ich werfe… 

…an die liebe Sabine: Was sind deine Stärken und was sind deine Schwächen im Bezug aufs Schreiben? 

…und die liebe Martina: Bist du eigentlich in der Zeit, in der du in Italien lebst, “italienischer” geworden und/oder gibt noch so typisch deutsche Eigenschaften, die dich als Deutsche “outen”? Hörst du schon mal ein liebevolles “typisch deutsch”? 

Die Regeln gab es übrigens in Teil 1. 

Martina Müller

Für Dich

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 2:47 pm on Montag, September 15, 2008

 Kerze für dich © Martina Müller

Du fehlst mir.

Nur mal so…

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Gluecksmomente, SDS-Aufgabe, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:51 pm on Freitag, September 12, 2008

Der Weg nach oben © Martina Müller 2008

…zwischendurch

Ich weiß, ihr erwartet jetzt den zweiten Teil des indiskreten Stöckchens… er kommt… nur nicht jetzt. Nur noch zwei Tage und es ist Weihnachten. Ach nee, das war ja was anderes. Im Ernst, der Text ist schon seit Tagen fertig, nur die Fragen fehlen noch. Manchmal gehen andere Dinge vor. Zum Beispiel mein Fernstudium an der SDS. 

 

Wie das auf einmal?

Ganz undramatisch hat sich plötzlich der Gedanke in mir festgesetzt, dass ich das Studium noch schaffen kann, unbedingt noch schaffen will.

Und das hieß vor zwei Wochen immerhin noch 17 Lehrhefte und 17 Aufgaben in neun Monaten!!!

Das ist nicht zu schaffen? Stimmt. Eigentlich. Andererseits… wenn in neun Monaten ein so komplexes Wesen, wie ein fertiges Menschlein entstehen kann, dann dürfte es wohl ein Klacks sein 17 Aufgaben in dieser Zeit zu schaffen. Voilà, es muss also gehen.
Mein Ehrgeiz kroch aus irgendwelchen verborgenen Ecken hervor und nistete sich ganz öffentlich in mein Hirn. Resultat: Drei Aufgaben in zwei Wochen erledigt!!!
Nach Adam Riese sind es jetzt nur noch 13,5 Lehrhefte und 14 Aufgaben, die ich in 8,5 Monaten schaffen muss. Na also, geht doch.

Muss ich das erzählen?

 

Ja! Ich habe heute zwei korrigierte Aufgaben zurückbekommen und könnte vor Freude nur so hüpfen. Sie sind super bewertet worden. Meine Mühe hat sich also gelohnt.  

Die eine Aufgabe bestand daraus, Kapitelexposés für ein Sachbuch zu schreiben. Kapitelexposés für ein Buchmanuskript, das so nicht existiert! Entschuldigung, aber wer jetzt nicht stöhnt, weiß nicht, um was es geht. Macht aber nix. Ich gab mein Bestes, steckte viel Arbeit hinein und schickte es mit Zweifel behaftet zur SDS. Und was macht meine Studienleiterin? Sie schreibt, sie könne meine Zweifel nicht teilen, ich könne das Exposé so beruhigt an einen Verlag senden. Sie ist ein Schatz. Natürlich hat sie noch erklärt wieso, weshalb, warum, aber das würde jetzt zu weit führen.
Mann, mir fällt ein Stein vom Herzen. Bei der Aufgabe war ich wirklich unsicher.

Nicht so bei der anderen Aufgabe: Ein Vorwort für einen Ratgeber. Ich schrieb es passend zu dem bereits genannten, nicht fertigen Buchmanuskript. Einmal angefangen, hatte ich viel Spaß dabei, und als das Vorwort fertig war, dachte ich: „Ja, das Buch würde ich auch kaufen.“ *lach*
Meine Studienleiterin schrieb unter meine Arbeit: Ganz ausgezeichnet!

Sie ist auch der Meinung, ich sollte den Ratgeber schreiben. Ich habe ja den leisen Verdacht, dass sie selbst gerne dieses Buch kaufen würde.  

Worum es da geht?

Stimmt, das hatte ich noch gar nicht erwähnt. Das ist der Arbeitstitel: „Büroorganisation leicht gemacht – Raus aus dem Chaos“.Mehr wird nicht verraten, vielleicht schreibe ich das Buch ja doch noch. Eigentlich hatte ich es nicht vor… Aber was heißt schon „eigentlich“?  Ich werde darüber nachdenken, ob ich mir das Thema wirklich antun will. Doch erst einmal beende ich jetzt mein Studium! 

Martina Müller 

Stöckchen Nr. 6 - Indiskret Teil 1

Abgelegt unter: Stoeckchen, Alles — Buchstabenwiese at 2:40 pm on Montag, September 8, 2008

Schmetterling © Martina Müller 2008 

Diesmal wird es indiskret… 

Ulf hat von Dori ein indiskretes Stöckchen bekommen, es bearbeitet und an mich weiter geworfen. Klar, dass ich es auffange. Wuff, wuff…
Oh, Moment Mal… da ist ja noch eins… von der lieben Sarah, die es wiederum von Wally bekommen hat.
Und wieder waren es zwei Stöckchen in meinem Blögchen.   

Und was hängt da dran? Regeln? Och nee… Na gut, dann zitiere ich mal:
Aussuchen, wen man aushorchen möchte.
Eine Frage überlegen, was man von dem Jeweiligen schon immer wissen wollte, und ist es auch noch so indiskret – also Vorsicht an die Beworfenen.
Holz (mit einem Trackback) sorgsam dort ablegen.
Ach ja, und natürlich die Frage, die man selbst gestellt bekommen hat, mehr oder weniger ausführlich beantworten, wenn man darüber sprechen mag/kann/darf. 

Und das ist Ulfs indiskrete Frage an mich:
„Wenn Du ein Fotomotiv wärst, als was würdest Du am liebsten fotografiert werden?“ 

Seltsame Frage… Normalerweise stehe ich hinter der Kamera, nicht davor. Ich selbst würde mich das niemals fragen. Und… ich habe noch keine Antwort darauf. Also taste ich mich langsam vorwärts, in der Hoffnung eine intelligente Antwort zu finden…  

Was fotografiere ich denn gerne? Am liebsten kleine Dinge ganz groß. Ich liebe Makroaufnahmen. Da sehe ich auf Fotos mehr, als mit dem bloßen Auge. Eklige Fliegen sehen plötzlich wunderschön schillernd aus. Schöne Schmetterlinge, mit ihrem behaarten Körper, dagegen eher ein bisschen eklig. Ich finde es immer wieder ein Wunder, welche Details ich durchs Fotografieren entdecke, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Fotografieren heißt für mich die Welt entdecken.

Schmetterling Makro © Martina Müller 2008

Landschaften teile ich beim Betrachten oftmals in Fotomotive ein. Auch wenn ich ohne Kamera unterwegs bin, suche in einer eher langweiligen Landschaft interessante Details, die ich fotografieren könnte und sehe dadurch viele kleine Wunder, die andere nicht wahrnehmen. Das ist für mich das Schönste am Fotografieren. Auf den ersten Blick Unscheinbares zu SEHEN, das nicht jeder sieht und durch Fotografie auch für andere Menschen sichtbar zu machen. Die Schönheit einzelner Dinge hervorzuheben, die von anderen Menschen oft übersehen wird. Aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zu fotografieren und eine völlig neue Sicht auf altbekannte Dinge zu bekommen. 

Wenn ich fotografiere, mich in die Welt der Motive begebe, verliere ich mich darin, vergesse Zeit und Raum und alle Sorgen und Nöte, bin für eine Weile ein anderer Mensch oder vielleicht bin ich dann ganz ich. Eine Entdeckerin auf Endeckungsreise, wo ich Dinge ansehe, als sähe ich sie das erste Mal, wie ein Kind, das die Welt entdeckt.
Wenn ich aus dieser „Trance“ aufwache, muss ich mich manchmal erst zurechtfinden, wo und wann ich bin. 

Doch beantwortet das jetzt Ulfs Frage? Wenn Du ein Fotomotiv wärst, als was würdest Du am liebsten fotografiert werden?

Nein, aber ich glaube, ich komme der Antwort langsam näher. Ich sehe da etwas…
Ich sehe keine Landschaft vor mir, auch kein Gebäude, kein Tier, keine Wolke oder so was. Ich sehe bei dieser Frage mich selbst. Warum nicht? Bin ich nicht auch ein Motiv? Auch wenn ich nicht perfekt bin, so gibt es mich doch nur einmal. Und wenn man das Beste einfach hervorheben würde? Ein guter Fotograf könnte das… Ja, vielleicht wäre der Blickwinkel das Entscheidende… Wie wäre es, wenn meine Flügel sichtbar würden…  oder die Kamera in meine Seele hinein schauen könnte… vielleicht kleine Wunder entdecken würde?

Jetzt sehe ich etwas. Am liebsten würde ich so fotografiert werden:
Ein fröhliches Mädchen mit Pferdeschwanz hüpft lachend über eine Blumenwiese, durchscheinende Flügel tragen sie hin und wieder hoch hinaus in die Lüfte. Dort, wo sie vorbeikommt, wird die Welt ein bisschen schöner, strahlender. Sie berührt mit einem Zauberstab die Seelen der Menschen, bringt sie zum Lachen und Glücklichsein. Und wenn sie weint, möchte man am liebsten mitweinen.
Ja, vielleicht würde es mir gefallen, als kleine Fee fotografiert zu werden… 

Quelle © Martina Müller 2008 

Noch ein Bild kommt mir in den Sinn: Eine Quelle. Eine Quelle mit klarem Wasser. Frisch sprudelt sie hinaus in die Welt. Was das jetzt mit mir zu tun hat, weiß ich nicht, aber irgendwie würde es mir auch gefallen, als eine frisch sprudelnde Quelle fotografiert zu werden. Seltsam. 

So, lieber Ulf. Diese Frage war nicht einfach zu beantworten, doch nun habe ich es geschafft. 

Teil 2 des Stöckchens folgt… 

Martina Müller

Die Sterne vom Himmel holen…

Abgelegt unter: Gluecksmomente, Gedankensplitter, Alles — Buchstabenwiese at 1:46 am on Mittwoch, September 3, 2008

Zwei fliegen gen Himmel © Martina Müller 2008

Die Sterne vom Himmel holen… 

Vielleicht ist es gar nicht nötig, dass der Mann unseres Herzens, uns die Sterne vom Himmel holt. Der Weg zu den Sternen ist weit… Er wäre so lange fort… 

Vielleicht ist es viel schöner, die Sterne mit ihm gemeinsam von hier unten anzuschauen. Hand in Hand, Arm in Arm, Seite an Seite.

Oder… wir fliegen gemeinsam mit ihm zu den Sternen… 

Martina Müller