Stöckchen Nr. 5

Abgelegt unter: Stoeckchen, Fotos, Alles — Buchstabenwiese at 11:08 pm on Montag, August 25, 2008

 Pepper mit Ring © Martina Müller 2004

Ein Stöckchen rund ums Thema Bloggen – ein Blog-Stöckchen  

Stöckchen © Martina Müller 2004Stöckchen © Martina Müller 2004

Es waren einmal zwei Stöckchen,
die flogen zu mir aufs Blögchen… 

Und weil der Stöckchen-Fang-Reflex in mir erwachte, halte ich sie nun in Händen. Das eine Stöckchen kommt von Andrea und das andere vom Ulf. 6 Fragen Rund ums Bloggen.

Dann leg ich mal los: 

Was war der entscheidende Grund, mit dem Bloggen anzufangen?
Ich bin mir nicht sicher, ob es einen „entscheidenden“ Grund gegeben hat, mit dem Bloggen anzufangen… Geschrieben habe ich schon vorher. Doch Ende August 2006 bot die Schule des Schreibens, bei der ich ein Fernstudium für Belletristik und Sachliteratur belegt hatte/habe, allen Teilnehmern eines Lehrgangs die Möglichkeit an, kostenlos ein eigenes Weblog zu eröffnen.

„Weblog…“, dachte ich mir, „was ist das denn?“
Nachdem ich im Internet recherchiert hatte dachte ich nur: „Will ich auch haben.“
Anfang September 2006 war es dann soweit, meine Buchstabenwiese war eröffnet. 
 

Hast du ein Lieblings-Weblog?
Was würde eine Mutter wohl antworten, wenn man sie fragen würde, ob sie ein Lieblingskind hat…  *seufz*

Ein Lieblings-Weblog… hmmm… so eine schwere Frage. Genauso wenig könnte ich die Frage nach einem Lieblingsbuch beantworten. Indem ich eins hervorhebe, hätte ich das Gefühl ein anderes herabzusetzen. Das täte mir in der Seele weh. Ich liebe viele Bücher. Und zum Glück muss ich mich ja auch nicht entscheiden.

Ebenso ist es auch mit den Weblogs. Jedes Weblog ist auf seine Weise schön. Keines kann mit einem anderen verglichen werden, weil hinter jedem Weblog, Menschen stecken, die alle auf ihre Art liebenswert sind und Herzblut in ihre Beiträge stecken. Ansonsten würde ich sie gar nicht erst lesen. Es gibt berührende, lustige, informative, traurige und motivierende Texte und ja, es ist auch hier und da mal ein Text bei, der mich nicht so anspricht, aber das finde ich nicht tragisch. Ich liebe die Vielfalt der Texte.
Mal finde ich einen Beitrag aus diesem Weblog besonders klasse, mal einen Beitrag aus jenem Weblog. Nein, EIN Lieblings-Weblog habe ich nicht. Es sind definitiv mehrere, nämlich alle, in denen ich regelmäßig lese und kommentiere.

Es gibt allerdings ein Weblog, das genauso lange existiert wie meins und bis heute regelmäßig mit Beiträgen gefüllt wird. Es ist das Weblog von Wally. Wir kennen uns durch den Autorenstammtisch der SDS persönlich, sind auf irgendeine Weise seelenverwandt und haben uns gegenseitig mit Lesen und Kommentieren bis heute begleitet.   

Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?
Also, diese Frage finde ich total blöd. Sorry. Weblogs, die ich nicht mag, die lese ich nicht. Punkt. Was aber nicht heißt, dass andere sie nicht toll finden können. Jedes Weblog, dessen Betreiber Gutes im Sinn hat, hat seine Daseinsberechtigung für mich. Ob ich es mag oder nicht. Wie könnte ich urteilen, dass ein Weblog, das andere Leser schätzen, überschätzt wird. Nein, mich damit auseinanderzusetzen, darin sehe ich keinen Sinn. 

Wenn du noch mal neu starten würdest, was würdest Du ändern?
Nichts. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wie ich vor zwei Jahren angefangen habe. Und ändern kann ich jederzeit etwas, wann immer ich will. 

Würdest Du überhaupt noch mal anfangen?
Definitiv „Ja“! Denn sonst würde ich wohl inzwischen nicht mehr bloggen. Logischerweise. Es zwingt mich ja keiner. 

Was ist der Lieblings-Beitrag in deinem Blog?
Hmmm… schon wieder so eine „Lieblings-Frage“. Ich bin nicht so der Entscheidungstyp und ich stelle mir selbst solche Fragen gar nicht. Ich mag alle meine Beiträge, ansonsten würde ich sie auch keinem anderen zumuten.

Aber gut, mache ich eine Ausnahme. Welchen Beitrag mag ich besonders? Hmmm…  die aktuellen Beiträge sowieso… hmmm… von den älteren… vielleicht diesen hier
Sam – der Neue
oder diesen
Sein oder Nichtsein – Vom Leben und Leiden einer Schriftstellerin
oder den
Das unzufriedene Frühlingswetter
oder den
Ein Geschenk der Liebe,
vielleicht aber auch diesen hier
Der Zeitdieb – Ein Interview mit Baron von und zu Sommerwinter
puh… es geht einfach nicht, die Liste würde ellenlang…

Das heißt, Moment mal, wenn es hier auf meiner Buchstabenwiese überhaupt einen Lieblingsbeitrag geben kann, dann muss es ja wohl dieser hier sein: Ein perfekter Tag. Klar, das ist er. Fertig! 

Und nun? Wer will das Stöckchen auffangen?
Ich werfe es mal dezent zu Wally, Eluin, Susanne und Schaps. Und dann lasse ich noch ein paar Stöckchen hier herumliegen, wovon sich jeder, der Lust hat, eins mitnehmen kann. Ich finde, so ein Stöckchen ist für alle da.

Pepper Stöckchen © Martina Müller 2004

Ach, ich werfe einfach noch eins. So! Es fliegt… und fliegt… und fliegt… hinüber zu Sabine, die jetzt endlich auch ein Weblog hat. 

Viel Spaß wünsche ich euch,
Martina Müller

Lebenshilfe

Abgelegt unter: Sinnig Unsinniges, Tierisches, Fotos, Alles, Geschichten, Lyrik — Buchstabenwiese at 6:02 pm on Dienstag, August 19, 2008

Marienkäfer © Martina Müller 2008 

Lebenshilfe  

Ein Käfer sitzt auf einem Blatt
und hat das Leben gründlich satt,
in seinem wunderschönen Kleid,
verkündet lauthals er sein Leid. 

Da kommt ein Frosch gehüpft und fragt,
warum er jammert, stöhnt und klagt,
das Wetter sei doch wunderbar,
es tanze eine Mückenschar,
so delikat und fabelhaft
und prall gefüllt mit Lebenssaft,
wohl um den ganzen See herum,
doch er, der Käfer, er sei dumm. 

Was gehen ihn die Mücken an,
so meint der Käfer mürrisch dann,
sein Leben, das sei ohne Sinn,
für nichts und niemand ein Gewinn. 

Der Frosch, der quakt ganz ehrlich,
das Leben sei doch herrlich,
der arme Käfer tät ihm leid,
zu helfen sei ne Kleinigkeit,
er könnt’ dem Käfer geben Sinn,
für ihn, da sei er ein Gewinn.
Um dem Käfer zu gefallen,
lässt er seine Zunge schnallen. 

Genießend blickt der Nimmersatt,
zufrieden auf das leere Blatt…
Hat er doch dem Käferleben,
endlich einen Sinn gegeben. 

Martina Müller

Der Weg des Schreibens…

Abgelegt unter: Sinnig Unsinniges, Schreib-Kraft, Fotos, Gedankensplitter, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 11:03 pm on Dienstag, August 12, 2008

 Der Weg © Martina Müller 2008

Warum schreibe ich?  

Eine Frage, die – gepaart mit Zweifel – immer wieder Zugang zu meiner Gedankenwelt findet und mich dort gnadenlos tyrannisiert. Als dritter im Bunde gesellt sich der Nörgler hinzu, immer dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. 

Vor ein paar Monaten las ich in einem Buch, das mir ein lieber Freund geschenkt hat: „Der Weg des Schreibens“ von Natalie Goldberg (Ausgabe 1991). Sie weiß offensichtlich, wie man sich dieser Frage stellt. 

Hier ein Auszug aus dem Buch „Der Weg des Schreibens Durch Schreiben zu sich selbst finden“ von Natalie Goldberg:

 „Warum schreibe ich? – Eine gute Frage. Stellen Sie sich ab und zu diese Frage.

Überlassen Sie das Warum den Psychologen. Es genügt zu wissen, dass Sie schreiben wollen. Also schreiben Sie.
Und trotzdem ist es von Vorteil, dieser bohrenden Frage nachzugehen – nicht um den einen wahren Grund aufzudecken, sondern um zu sehen, wie das Schreiben Ihr Leben mit vielen Beweggründen durchdringt.

Dem Schreiben wohnen gewaltige Kräfte inne. Wenn man einen Grund dafür findet, welchen auch immer, dann ist es, als ob man sich glühender in die leeren Seite einbrennt, leuchtender strahlt, statt das Schreiben zu negieren. Fragen Sie sich selbst: „Warum schreibe ich.“ …, aber denken Sie nicht darüber nach.
…antworten Sie in klaren, entschiedenen Sätzen. …jede Zeile mag im Widerspruch stehen zu allen anderen. Lügen Sie, wenn es sein muss… Wenn Sie nicht wissen, warum Sie schreiben, tun Sie so, als ob Sie es wüssten.             

Ich schreibe, weil ich mein ganzes Leben lang den Mund gehalten habe,… weil ich alleine bin und alleine durch die Welt reise… weil ich eine Frau bin, die aufstehen will in ihrem Leben… weil das Formen eines Wortes mit Lippen und Zunge oder etwas zu denken und dann zu wagen, es aufzuschreiben, so dass man es nie wieder zurücknehmen kann, das Kraftvollste ist, was ich kenne. Ich versuche lebendig zu werden… Und ich schreibe, weil ich verletzt bin, weil ich so die Verletzung heilen, mich stärken und heimkehren kann. Es könnte die einzige wahre Heimat sein, die ich jemals gehabt habe… 

Wenn der alte Nörgler in Ihnen vorbeischaut mit „Warum verschwendest du deine Zeit? Warum schreibst du?“, stürzen Sie sich einfach aufs Papier, geben Sie viele Antworten, aber rechtfertigen Sie sich nicht. Sie schreiben es, weil Sie schreiben…” 

Ich folgte der Aufforderung von Natalie Goldberg und schrieb wahllos alles nieder, was mir einfiel.
Wally habe ich versprochen, das Geschriebene mal herauszusuchen. Und hier ist es nun:  

 Sonnenuntergang © Martina Müller 2008

„Warum schreibe ich?“

Ich schreibe, … 

…weil ich die Welt ein Stück besser machen will. Weil ich so unendlich viel Trauer und Schmerz in mir habe. Weil alles so vergänglich ist. Weil ich etwas von mir in die Welt hinausschicken möchte. Weil ich meine Mutter verloren habe. Weil ich einen großen Traum verloren habe. Weil ich mich oft so verloren fühle. Weil ich mich wieder fühlen, berühren möchte. Weil ich Menschen berühren möchte. Weil ich meine Gefühle beim Schreiben besser ausdrücken kann, als beim Reden. Weil ich gerne anderes bin, als andere. Weil ich schreiben kann. Weil ich schreiben lernen will. Weil ich die Welt verstehen möchte. Weil ich mich verstehen will. Weil ich Gott verstehen will. Weil ich wissen will, ob es Gott gibt. Weil schreiben befreit. Weil ich beim Schreiben in andere Welten eintauchen kann und gleichzeitig meine eigene Welt preisgebe. Weil ich so in Berührung mit mir und der Welt komme. Weil ich so nicht einfach irgendwann von der irdischen Welt verschwinde, ohne einen Beweis zu hinterlassen, dass ich gelebt habe. Weil mir die Vergänglichkeit große Angst macht. Weil ich Veränderungen liebe. Weil ich mich oft selbst nicht verstehe. Weil ich voller Gefühle bin, die hinaus in die weite Welt wollen. Weil ich wissen will, wer ich bin. Weil ich zeigen will, wer ich bin. Weil ich die Menschen liebe. Weil ich die Menschen hasse. Weil ich mich liebe. Weil ich mich hasse. Weil ich meinen Vater liebe. Weil ich meinen Vater hasse. Weil das Schicksal nicht tut, was ich will. Weil das Schicksal grausam ist. Weil ich das Leben liebe. Weil ich so gespalten bin. Weil ich eins mit den Menschen sein will. Weil ich eins mit den Dingen sein will. Weil ich eins mit der Welt sein will. Weil ich eins mit Gott sein will. Weil ich eins mit mir sein will. Weil ich loslassen will. Weil ich festhalten will…  

Martina Müller

Wenn der Verstand im Traum-Nebel versinkt…

Abgelegt unter: Traumhaftes, Sinnig Unsinniges, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 1:20 pm on Mittwoch, August 6, 2008

Traum-Schuhe © Martina Müller 

Wenn der Verstand im Traum-Nebel versinkt… 

           … und die Schuhe dabei verloren gehen. 

Ja, ich habe im Traum meine Schuhe verloren.
Schwarze Pumps… ich glaube, ich habe gar keine schwarzen Pumps… oder doch? Die, die ich nie anziehe, weil sie drücken, die könnten vielleicht in die Kategorie Pumps fallen. 

Aber was will dieser Traum mir eigentlich sagen?
Zurück zur Natur?
Barfuss ist eh schöner?
Laufen ist blöd?
Wirf endlich die Schuhe weg, sie waren von Anfang an zu klein?
Freiheit für die Füße? 

Im Traum war ich bei einer merkwürdigen Veranstaltung, ähnlich wie Theater, Comedy oder so. Einer der Darsteller kam zu mir und stellte mir viele Fragen. Und plötzlich war da so eine Anziehungskraft, der unsere Lippen nicht widerstehen konnten…
Nein, es war nicht Mamma Mia und nicht Pierce Brosnan, auch nicht Colin Firth. *seufz* Irgendein Fremder, der nicht mal besonders gut aussah, eigentlich weiß ich gar nicht wie der aussah. Aber das Gefühl der Anziehung, der Kuss… Wow… Wir gingen durch verschiedene Gänge und hatten nur noch Augen für uns und eine Freundin von mir (die ich komischerweise gar nicht kenne) ging neben uns.

Während wir durch die Gänge wandelten habe ich nach und nach ein paar Dinge verloren. Meine Handtasche (Hilfe! Frau ohne Handtasche!), meine Schuhe und noch ein paar andere Dinge (erinnere mich nicht). Alles habe ich hinterher wieder gefunden, nur meine Schuhe nicht. Sie blieben verschwunden, gestohlen, geklaut, gemopst und ich musste barfuss nach Hause gehen. OHNE diesen Fremden natürlich! Wofür haltet ihr mich???  

Die zentrale Frage ist doch eher:
“Wer hat meine Schuhe geklaut?”

Seltsam finde ich das. 

Martina Müller