Flügel der Freiheit

Abgelegt unter: Alles, Lyrik — Buchstabenwiese at 4:15 pm on Freitag, November 30, 2007

Flügel der Freiheit

Manchmal möchte ich sie ablegen,
diese Rüstung aus Stahl,
so starr und steif,
möchte mich recken und strecken,
mich schütteln,
meine Flügel entknittern,
zu ihrer vollen Größe entfalten,
möchte die Schwerkraft abstreifen,
graue Erde unter mir lassen,
durch Wolken hindurchfliegen,
um das Blau des Himmels zu erleben.

Martina Müller

Möwen fliegen…

Abgelegt unter: Fotos, Alles — Buchstabenwiese at 3:46 pm on Freitag, November 30, 2007

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Spiegelsee - Foto

Abgelegt unter: Fotos, Alles — Buchstabenwiese at 6:24 pm on Montag, November 19, 2007

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Spiegelsee

Abgelegt unter: Alles, Lyrik — Buchstabenwiese at 4:51 pm on Montag, November 19, 2007

Spiegelsee

Wie ein Spiegel
drehst du die Welt auf den Kopf,
lässt Bäume mit der Krone
in den Boden wachsen,
holst den Himmel hinunter
auf die Erde,
lässt die Welt unendlich sein.

Wo ist oben, wo ist unten,
zwei Welten,
welche ist schöner?
In dir sind die Farben tiefer,
das Holz ist schwärzer,
der Himmel blauer,
das Licht leuchtender.

Es ist,
als nähmst du den Trübsinn
einfach hinfort,
als verleihst du ihr
einen besonderen Glanz,
ein Leuchten,
ein Funkeln.

Doch tauche ich ein,
in deine Welt,
versinke ich, ertrinke.
Ein kleiner Kiesel
und deine Welt strudelt.
Ein großer Stein
und deine Welt verliert sich.

Statt einer Brücke,
sind es zwei.
Doch beträte ich die deine,
fiele ich.
Wandelte ich auf ihr,
ginge ich unter,
und verloren
wären beide Welten für mich.

Martina Müller

Ein perfekter Tag - Aufgabe Stammtisch

Abgelegt unter: Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:32 pm on Sonntag, November 11, 2007

Ein perfekter Tag

„Ein perfekter Tag“, lautet das Thema. Stille. Kaum hören meine Synapsen das Wörtchen perfekt, herrscht Leere in meinem Kopf. Ein perfekter Tag - eine unlösbare Aufgabe für mich. Wie sieht so ein Tag aus? Ich weiß keine Antwort. Es erinnert mich an das Picknickbild, eine Aufgabe der Schule des Schreibens. Das Bild war reinste Harmonie, Perfektion in Vollendung. Eine Qual. Drei ganze Monate dauerte dieses Picknick für mich. So viel Zeit habe ich nicht. Vielleicht sollte ich lieber über einen schrecklichen Tag schreiben. Ja, das wird es sein. Denn irgendwas muss ich schreiben, ich kann unmöglich ohne Text zum Stammtisch kommen. Nicht ich, auf gar keinen Fall. 

Ich schildere meinem Schatz das Problem. Er sieht mich an, als sei ich von einem anderen Stern: „Wie, du weißt nicht, wie ein perfekter Tag für dich aussehen würde.“
„Äh, nein, mir fällt da absolut nichts ein.”
Er sieht mich an und sagt eine ganze Weile nichts.
„Was ist? Warum siehst du mich so an?“
„Du weißt wirklich nicht, wie ein perfekter Tag aussehen könnte?“
Ich schüttle mit dem Kopf.
„Das ist aber schade.“
Jetzt ist es an mir ihn anzusehen, als sei er von einem anderen Stern: „Weißt du etwa wie ein perfekter Tag für dich aussehen würde?“
“Ja.”
Okay, jetzt bin ich neugierig: „Erzähl.“
Und tatsächlich, er fängt an:

„Ich stelle mir vor, ich wache neben dir auf und weiß genau es ist kein Traum. Du liegst neben mir im Bett und schläfst. Und Pepper liegt ebenfalls im Bett. Ich könnte jetzt sagen, er läge im Körbchen, welches auf dem Boden steht, doch ich weiß genau, er läge im Bett. Ich sehe mich im Raum um und stelle fest, ich bin in einer Blockhütte. Im Kamin liegt noch Glut vom Tag zuvor. Es gibt kein Telefon und keinen Fernseher in der Hütte. Ich sehe durchs Fenster. Es sind einfache Fenster, keine Doppelverglasung. Eisblumen zieren die Scheibe. Ein eigenartiges Licht ist draußen. Ich mache die Türe auf und sehe Schnee. Wir sind in den Bergen und es hat die Nacht über geschneit. Ich mache Frühstück und weil ich so herumpoltere wirst du wach. Und Pepper auch. Dann öffnest auch du die Türe und siehst den Schnee. Schon ist klar, dass wir nach dem Frühstück im Schnee spazieren gehen. Ein Wald ist in der Nähe, so wie du es liebst. Und nach dem Spaziergang essen wir zu Mittag und ruhen uns ein wenig aus. Nachmittags gehen wir wieder im Schnee spazieren. Danach legen wir uns gemeinsam vor den warmen Kamin und lassen den Tag ausklingen.“ 

Wow, ich sehe meinen Schatz an, als würde ich ihn das erste Mal sehen. Wer ist jetzt der kreative Kopf bei uns? Wieso fällt ihm so etwas ein, was sich anhört, als sei es mein Traum? Ich habe diese Hütte gesehen, ich habe den Kamin gesehen, ich habe uns gesehen. Das einzige was fehlte war ein Schneemann. Und der darf bei einem perfekten Tag im Schnee auf gar keinen Fall fehlen. Da bestehe ich drauf. Ich habe nämlich eine Schwäche für Schneemänner mit dicken Bäuchen. Ansonsten war es perfekt. Wie kann er einen so perfekten Tag beschreiben, der meiner sein könnte. Ich dachte sein perfekter Tag würde anders aussehen. Völlig anders als meiner. Kein Schnee, keine Berge, sondern Sonne, Strand und Meer. Und doch beschreibt er etwas so Wundervolles.  

Vielleicht war der heutige Tag kein perfekter Tag, aber dies war definitiv ein perfekter Augenblick. Und das ist doch schon mal ein Anfang. 

Martina Müller

Zu viel Grau

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 1:50 pm on Mittwoch, November 7, 2007

Zu viel Grau 

Heute ist mal wieder einer der dunklen Tage. Das Grau des Himmels senkt sich auf meine Seele und schließt sie ein. Schwerfällig hocken die Wolken aufeinander und bilden so eine undurchdringliche graue Schicht. Keine Chance für einen Sonnenstrahl. Jede kleinste Pforte ist verschlossen.  

Vielleicht könnte Regen die Wolken leichter machen, dass sie über den Himmel fliegen und so Platz für die Sonnenstrahlen schaffen. Zu dicht scheint die Wolkendecke. Es müsste in Strömen gießen, unaufhörlich prasseln, um all das Grau vom Himmel regnen zu lassen. Was würde das anrichten, welche Schäden würde das verursachen? Zu viel Grau schiebt sich über den Himmel.  

Vielleicht könnte lieber ein Windstoß die Wolken wegdrängen und den Himmel so wieder blau färben. Doch wo soll die starre graue Masse hin. Sie kann nicht ewig dort oben bleiben. Sie wird zurückkommen, dick und schwer, wie ein voll gesogener Schwamm. Das hält der Himmel nicht aus. Das graue Nass muss hinunter, in der Hoffnung, dass die Erde es aushalten kann, ohne weggeschwemmt zu werden.

Doch nicht jetzt, nicht heute. Irgendwann, irgendwo, vielleicht morgen. Zu viel Grau. 

Martina Müller

Vom Zauber gefangen

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 5:39 pm on Montag, November 5, 2007

Vom Zauber gefangen 

Am Samstag war es soweit: Ich war fertig. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Ich war gefangen bis zum Schluss und darüber hinaus. Atemlos hechtete ich durch die Zeilen, sog Wort für Wort gierig auf, schneller und schneller, als sei ich nach einer elenden Durststrecke durch die Wörterwüste endlich an einer Quelle mit spannenden, lebendigen, ideenreichen Wörtern und Bildern angekommen. Als ginge es um Leben und Tod. Als sei ich selbst auf der Flucht vor Lord Voldemort. Ich las und las und las, bis ich mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes fertig war. Dieses Buch hielt mich gefangen in seiner Zauberwelt und ließ mich nicht eher los, bis ich auch noch das letzte Wort vertilgt hatte. 

Doch anstatt froh zu sein, nachts wieder mehr Schlaf zu bekommen, das Ende selbst gelesen zu haben, bevor es mir jemand verraten konnte, der Zauberwelt unbeschadet entschlüpft zu sein, bin ich irgendwie traurig. Schon in dem Moment, als ich das letzte Wort des Buches las, in dem Moment, als ich meinem Schatz triumphierend „geschafft“ zurief, dachte ich: „Schade, dass es nun zu Ende ist“.  

Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich dermaßen gefesselt hat - über das Ende des Buches hinaus. Es ist, als seien die Figuren mit mir aus dem Buch geschlüpft und wollten nicht mehr von meiner Seite weichen. Ich habe eindeutig Entzugserscheinungen. Harry Potter und seine Freunde lassen mich nicht mehr los. Sie flüstern mir ständig zu: „Geh mit uns zurück, nach Hogwarts, lass uns Spaß haben und Abenteuer erleben, lass uns wieder lebendig werden, es war doch so schön.“   

Noch immer bin so vom Zauber des Buches gefangen, dass ich beschlossen habe irgendwann mit Harry Potter zum Ligusterweg Nummer 4 zu apparieren, um erneut in die Welt der magischen Wörter einzutauchen. Und soll ich euch was sagen? Ich kann es kaum abwarten. 

Martina Müller

Ein Moment des Glücks

Abgelegt unter: Gluecksmomente, Alles, Lyrik — Buchstabenwiese at 8:00 pm on Donnerstag, November 1, 2007

Ein Moment des Glücks  

Ein perfekter Augenblick,
ich verweile,
genieße die Wärme,
ohne Eile,
spüre die Liebe,
die ich nicht nehme,
sondern Zärtlichkeit,
die ich dir gebe.

Du lässt dich fallen,
von mir umschlungen,
genießt die Wärme,
die Ruhe,
meine Liebe.

Ich halte,
liebkose
und spüre dich,
dein Vertrauen
und deinen Glauben
an mich.

Dein Anblick,
meine Liebe
erfüllen mich
mit Dankbarkeit,
Zufriedenheit.

Ein Augenblick der Stille,
des Friedens.

Ich wünsche mir
nichts anderes,
als genau das
im Hier und Jetzt
zu erleben.

Ein Moment des Glücks.

5. Januar 2006   Martina Müller