Der Zeitdieb

Abgelegt unter: Zeit, Der Zeit-Baron, Sinnig Unsinniges, Gedankensplitter, Alles, Geschichten — Buchstabenwiese at 12:21 am on Sonntag, Oktober 29, 2006

Der Zeitdieb

Ein Interview mit Baron von und zu Sommerwinter

“Herr Baron von und zu Sommerwinter, was hat Sie dazu veranlasst, uns die Zeit zu stehlen?”

“Nun ja, zunächst muss ich da etwas richtig stellen, Herr… äh…”

“Rastlos. Rudi Rastlos. Von der Rapid Express.”

“Herr Rastlos - soviel Zeit muss sein: Ich habe nicht die komplette Zeit gestohlen! Es handelt sich hier lediglich um eine klitzekleine Stunde.” 

“Pro Person! Das summiert sich ganz schön.” 

“Nun ja, die Menschen machen viel Tamtam um die Zeit.”

“Zeit ist heutzutage ein knappes Gut.” 

“Nun ja, alle beschweren sich, dass sie keine Zeit haben. Und wenn sie mal Zeit haben, wissen sie nichts damit anzufangen. Sie lassen sie verstreichen und warten auf bessere Zeiten. Die meisten Menschen rasen auf das Morgen zu und wenn sie da sind, merken sie es nicht. Ja, es scheint Ihnen nicht mal zu gefallen. Denn kaum sind sie da, können sie es nicht abwarten erneut mit großen Schritten der Zukunft entgegen zu hetzen. Und am Ende ihres Lebens fragen sie weinerlich: Wo ist all die Zeit geblieben? Ich bitte Sie, eigentlich habe ich der Bevölkerung einen Gefallen getan: Sie war eine ganze Stunde schneller in der Zukunft.”   

“Und trotzdem haben Sie unrecht getan!” 

“Kennen Sie ein Gesetz, das verbietet Zeit zu stehlen?”

“Herr Baron von und zu Sommerwinter, was genau, wollten Sie eigentlich mit der gestohlenen Zeit anfangen?” 

“Retten, wollte ich sie. Retten, bevor sie totgeschlagen wird. Ich dachte, ich könnte sie lieber sinnvoll für mich nutzen.”

“Wieso dann der plötzliche Sinneswandel? Warum haben Sie die Stunde jetzt zurückgegeben?”  

“Ich habe festgestellt, dass ich sie nicht brauche.”

“Jeder braucht Zeit.” 

“Nein, Herr Rastlos! Jeder hat Zeit. Und zwar genau 24 Stunden pro Tag. Ein kostbares Geschenk. Wenn man es zu schätzen weiß…” 

© Martina Müller 2006

 

 

Nichts tun?

Abgelegt unter: Gedankensplitter, Alles — Buchstabenwiese at 7:00 pm on Dienstag, Oktober 24, 2006

Nichts tun?

„Immer wir“, hieß die Kreativübung, die meine rechte Gehirnhälfte aus ihrem Tiefschlaf rütteln sollte. Und irgendwie landete ich bei „träge sein“… Merkwürdig. War ich etwa träge? Ich zog mein Synonymwörterbuch zu Rate und stolperte über den Begriff: nichts tun. Nichts tun? Geht das denn überhaupt?

Vielleicht konnte mir mein geliebtes Synonymwörterbuch weiterhelfen:
nichts = kein bisschen, kein Fünkchen, keinen Deut, nicht das Geringste, keine Spur, kein Stück, nicht die Bohne, nix, null…
tun = sich befassen…
Kann man sich mit etwas befassen, was gar nicht da ist?

Also gut! Tun wir mal so, als ob. Stellen wir uns Mr. Nichtstuer einmal vor: Ein pflichtbesessener Beamter, der vom Bleistiftstemmen vollkommen entkräftet ist, hängt mit baumelnden Armen und schlaffen Beinen in seinem Sessel herum und tut nichts. Tut er wirklich nichts? Nicht das Geringste, kein Stück, null, niente? Na aber er sitzt - oh pardon - er hängt doch in seinem Sessel herum. Ist das etwa nichts?

Versuchen wir es anders: Lassen wir Mr. Nichtstuer völlig regungslos in seinem Sessel sitzen und geradeaus starren. Tut er jetzt vielleicht nichts?
Aber er sitzt – wenn auch regungslos – im Sessel und starrt…

Okay. Nehmen wir mal an, man könnte Regungslosdasitzen und Starren als nichts bezeichnen. Kennen Sie einen Menschen, der einfach nur dasitzt und nichts denkt? Wirklich gar nichts? Nicht das Geringste? Null? Und nichts fühlt, nichts riecht, nichts schmeckt, nichts hört…? Tue ich wirklich nichts, wenn ich denke? Tun alle Menschen, die Geld mit Denken verdienen, nichts? Bekommen sie Geld fürs Nichtstun? Glaube ich nicht.

Aber was ist mit meditieren? Könnte das die Lösung sein? Vielleicht meditiert Mr. Nichtstuer, wobei er jegliches Denken und Fühlen ausschaltet. Nichts tun = meditieren? Moment…

meditieren = in sich gehen, sich konzentrieren, sich sammeln, sich vertiefen…

Nichts hört sich irgendwie anders an… Andererseits… beim Meditieren tut man doch eigentlich nichts, oder? Wenn man vom Sitzen mal absieht. Nur das richtige Atmen ist wichtig…

Atmen? Mr. Nichtstuer atmet? Ja, natürlich atmet er! Wie sollte er wohl nicht atmen. Vielleicht könnte Mr. Nichtstuer endlich ein wenig mitarbeiten und freundlicherweise mal aufhören zu atmen! Nur kurz… Noch ein bisschen… Ein klein wenig länger… Na bitte, geht doch! Jetzt tut er wirklich nichts mehr…

Ein alter Hut

Abgelegt unter: Gedankensplitter, Alles, Lyrik — Buchstabenwiese at 4:07 pm on Mittwoch, Oktober 18, 2006

Ein alter Hut 

Treu hat er vor Sonne geschützt,
dabei ein Stückchen Glanz verliehen.
Er hat Wärme abgegeben,
zugleich den Regen abgewehrt.

Und nun liegt er vergessen da:
Nutzlos, sinnlos, einsam.

© Martina Müller / 2006

 

Ein dicker Nabel…

Abgelegt unter: Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:18 pm on Montag, Oktober 9, 2006

„Der Bauchnabel ist so groß wie bei Zwillingen. Schönheitskönigin kann sie damit wohl nicht werden.“ So etwas in der Art soll die Hebamme bei meiner Geburt gesagt haben. Sind denn nicht alle Bauchnabel gleich groß? 

Wie auch immer. Irgendwie ging mir das nie aus dem Kopf. Und weil ich mich oft so einsam fühlte, träumte ich davon, eine Zwillingsschwester zu haben. Ein Mensch, mit dem ich mich wortlos verstand, der genauso dachte, genauso fühlte wie ich. Ein Mensch, mit dem ich alles gemeinsam machen konnte. Ein Mensch, dem ich alles anvertrauen konnte. Ein Mensch, mit dem ich mich verbunden fühlte. 

Manchmal fragte ich mich sogar, ob ich nicht tatsächlich ursprünglich ein Zwilling gewesen sei. Meine Zwillingsschwester könnte im Bauch verkümmert sein. Ich hatte so was schon mal irgendwo gelesen. Und irgendwie schien es mir auch logisch zu sein: Es erklärte, warum ich so oft das Gefühl hatte, mir fehle etwas. Ohne meine Zwillingsschwester war ich natürlich nicht komplett. Es war also normal, dass ich diese Einsamkeit verspürte. Soweit meine damalige Phantasie… 

Natürlich ist es Quatsch! Denn wäre da ein verkümmerter Zwilling gewesen… man hätte ihn sicher entdeckt. Doch der Gedanke, eine Zwillingsschwester zu haben, war einfach zu schön. Ich glaube, irgendwie war ich immer auf der Suche nach Ersatz für sie. Und das alles wegen einem Nabel…   

  

 

 

 

Was wäre, wenn…

Abgelegt unter: Gedankensplitter, Alles — Buchstabenwiese at 1:46 pm on Freitag, Oktober 6, 2006

Was wäre, wenn das Leben eine Reise zu dir selbst wäre und der Tod das Ziel?

Januar 2006

 

Männer sind wie Hunde…

Abgelegt unter: Alles, Schlaue Sprüche — Buchstabenwiese at 8:18 pm on Dienstag, Oktober 3, 2006

“Männer sind wie Hunde: Wenn wir sie nicht an die Leine nehmen, verwildern sie und werden zu einer Gefahr für die Gesellschaft.”

Nein, dieser Spruch stammt nicht von mir. Aber er hätte… vielleicht… ach, er hat mir einfach so gut gefallen, dass ich ihn euch nicht vorenthalten wollte.

   :D  

Er stammt aus dem Film „Strike – Mädchen an die Macht!“, der heute Nachmittag auf Pro 7 lief.
Und ist ja auch irgendwie ein bisschen was dran…

Nein, ich bin nicht männerfeindlich – ich liebe doch Hunde. Ich habe ja schließlich selbst einen. Einen Hund, meine ich. Ja, einen Mann habe ich auch Zuhause – aber auch der ist keine Gefahr für die Gesellschaft – auch ohne Leine nicht.

   ;-)