Ein kleines Lebenszeichen mit einem Jammerlappen im Schlepptau
Erwartet jetzt bloß keinen philosophischen oder auch nur ansatzweise gescheiten Beitrag von mir. Nee, dafür bin nicht in Stimmung. Ich winke euch nur mal schnell aus dem düsteren Heinsberg zu, damit ihr wisst, dass ich noch lebe. Irgendwie.
Wetter
Das Wetter, falls man das so nennen kann, geht mir ziemlich auf die Nerven. Dicke Wolken schieben und quetschen sich über den Himmel und lassen keinen Sonnenstrahl durch. Inzwischen scheinen sich auch in meinem Kopf dicke düstere Wolken zu drängeln und schlechte Stimmung zu verbreiten.
Lange Leitung leitet langsam
Hinzu kommt noch, dass wir seit zwei Wochen wieder mal ständig Probleme mit unserer langen DSL-Leitung haben. So wie jedes halbe Jahr. Dann klappt es wieder ein halbes Jahr, bevor es wieder losgeht. *seufz* Ob jemals eine gescheite Leitung in unser Dörfchen gelegt wird???? Mann, wir können zum Mondfliegen, der nebenbei gesagt wesentlich einsamer liegt als unser Dörfchen, aber eine gescheite DSL-Leitung soll nicht möglich sein???? Versteh einer die Welt. Ob man auf dem Mond ins Internet kommt?
Was die Welt nicht braucht und ich schon gar nicht
Nun hatte ich doch erst vor ein paar Tagen tagelang linksseitig Kopfschmerzen, bei denen keine Tabletten halfen. Seit gestern habe ich einen steifen Nacken, gleiche Seite. Genau das habe ich noch gebraucht. Was sonst.
Peppersiegel und Schnüffelnase
Heute stand der jährliche Hunde-TÜV mit Impfung auf dem Programm. Pepper hat anstandslos bestanden, den TÜV-Stempel bekommen und darf nun ein weiteres Jahr durch die Gegend hüpfen und schnüffeln.
Pepper ist regelrecht begeistert, wenn wir mit ihm zum Tierarzt gehen. Wegen der vielen, tollen Gerüche sitzt er aufgeregt im Warteraum und schnüffelt und schnüffelt. Selbst im Platz robbt sich der Schlawiner noch langsam voran, um ein Fleckchen nach dem anderen abzuschnüffeln. Unglaublich.
Entdeckt er einen ihm sympathischen Leidensgenosse, dann fiept er uns die Ohren voll, weil er so gerne näher ran möchte. Heute fiel seine Wahl auf ein süßes kleines schwarzes Hündchen, das wir am liebsten auch gleich mitgenommen hätten.
Auf dem Behandlungstisch hielt sich die Freude allerdings in Grenzen. Da ist er mir doch glatt vom Tisch gesprungen! Ich konnte ihn gerade noch auffangen. Ts. Ich glaube, er hat Höhenangst.
Trotzdem lässt er den netten Tierarzt überall dran, sogar die Zähne darf der sich ansehen. Und beim Piksen zuckt Pepper nicht mal. Tapferes Kerlchen.
Ist er erst mal wieder vom Tisch runter, dann schnüffelt er munter weiter. Schließlich gibt es auch im Behandlungsraum eine Menge Gerüche.
Eingeschränkte Bloggeraktivitäten
Nicht Wundern, wenn ich zurzeit nicht so präsent bin. Das liegt zum einen daran, dass das DSL zwischendurch immer mal wieder durchhängt, was nicht witzig ist, und zum anderen daran, dass ich weniger Zeit habe. Herr Buchstabenwiese hat nämlich seit Montag Urlaub, da gehen die Uhren etwas anders, auch wenn wir Zuhause sind. Da will ich schließlich nicht den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen, obwohl Petrus mit dem Wetter ja nicht gerade gnädig zu uns ist. *seufz*
Wie ihr seht, es liegt nicht daran, dass ich euch nicht mehr lieb hätte.
Ein schönes Wochenende wünsche ich euch und grüßt die Sonne von mir, falls ihr sie irgendwo seht. Vielleicht könntet ihr sie freundlich fragen, ob sie bei uns auch mal vorbeigucken könnte.
Und jetzt gehen wir nach ewig langer Zeit mal wieder griechisch essen. Schließlich haben wir Urlaub und man gönnt sich ja sonst nix.
Gut ist, wenn jemand über seinen Schatten springen kann.
Weniger gut ist, wenn jemand nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Seine Schatten vorauswerfen klingt sogar ein bisschen wie eine Drohung.
Und im Schatten eines anderen stehen, gefällt den meisten gar nicht, obwohl man da einfach nur einen Schritt zur Seite gehen braucht, um wieder im Licht zu stehen.
Dabei kann ein Schatten durchaus etwas Gutes sein.
Bei sengender Hitze lässt es sich zum Beispiel viel besser im Schatten eines großen Baumes aushalten, als in der Sonne.
Mit der Hilfe eines Schattens kann man sogar die Uhrzeit ablesen, auf einer Sonnenuhr.
Und nicht zu vergessen: Wo Schatten ist, da muss auch irgendwo Licht sein.
Einen Schatten haben … ist das jetzt etwas Gutes oder eher nicht so gut?
Ich würde sagen, es kommt drauf an …
Ich habe jedenfalls einen Schatten, nicht so einen hoffe ich, aber eben so einen.
Natürlich habe ich nicht alleine einen Schatten.
Zu zweit – Pardon! – zu dritt einen Schatten zu haben, ist noch viel schöner.
Und manchmal sind Schatten sogar romantisch.
Ich spielte mit dem Schatten,
im Beisein meines Gatten,
juchzend vor Freud und Wonne,
im Licht der Abendsonne.
Wusstet ihr eigentlich schon, dass Pepper ein Schattenjäger ist?
Einen Ball auf der Hunderunde mitzunehmen, das kann ich mir getrost sparen. Zweimal werfen und ich kann selbst hinterherlaufen. Ein Hund von Welt interessiert sich eben mehr für den Duft der weiten Hundewelt, als für einen rollenden Ball.
Aber Schattenjagen, das scheint auch für einen Welthund wie Pepper nicht unter seiner Würde zu sein. Wenn ich bei Sonnenschein mit meinen Armen und Händen herumwedle, dann ist er nicht mehr zu halten. Er rennt hin und her, springt in die Höhe und bellt vor Freude.
Auch Schmetterlingsschatten, die vor seiner Nase am Boden „vorbeifliegen“, sind offensichtlich eine interessantere Beute als der Schmetterling selbst. Bisher hat er zwar noch keinen Schatten fangen können, aber wer weiß …
Gelegentlich hat eben auch der beste Freund des Menschen schon mal einen Schatten.
Nun habe ich noch ein paar schattige Blumengrüße für euch. Ich hoffe, ihr mögt Tulpen.
Martina Hildebrand
Nachtrag:
Ein Dankeschön geht an Elisabeth, die mich mit diesem Beitrag an meine Schattenbilder erinnert hat, die ich in den letzten Jahren fotografiert und nun herausgekramt habe.
„Was hältst du davon, wenn wir heute mal ins Kino gehen?“ Herr Buchstabenwiese sieht mich fragend an.
„In welchen Film denn?“, frage ich neugierig.
„Inception, mit Leonardo DiCaprio.“
Ehrlich gesagt hatte ich nicht den blassesten Schimmer, auf was ich mich da einlassen würde. Klar, den Titel hatte ich schon mal gelesen und ich meinte mich erinnern zu können, dass er eine gute Kritik bekommen hatte. Das war es aber auch schon.
Immerhin spielte Leo mit und wir waren eine halbe Ewigkeit nicht mehr im Kino gewesen.
Also fuhren wir am Wochenende, an einem Samstagabend, spontan ins Kino.
Erstaunlicherweise bekamen wir noch Karten für die letzte Reihe, nicht mittig aber immerhin. Nun waren Popcorn und Limo an der Reihe …
Doch halt.
Vor gut einer Woche hatten wir angefangen, uns gesünder zu ernähren und abzunehmen, und gerade hatte sich auch der erste kleine Erfolg eingestellt. Was tun?
Zuckerhaltige Getränke waren Tabu, aber Wasser mochte Herr Buchstabenwiese auch nicht. Popcorn? Nee, zu viel Zucker. Nachos? Waren auch nicht besser.
Um uns herum wimmelte es von Menschen, die riesige Popcornbecher in ihren Armen hielten und Schalen mit leckeren Nachos auf den Handflächen balancierten. Versuchung pur. Und dann war da noch der Stand mit dem leckeren Gummi- und Lakritzzeug, da lief uns schon beim bloßen Anblick das Wasser im Mund zusammen.
Wenn einer von uns einknicken würde, würde der andere sofort folgen, das war klar, und eigentlich wartete jeder nur darauf, dass der andere nachgab …
Doch wir blieben stark, dachten an unseren kleinen Erfolg und holten uns nur eine Apfelschorle. Nix zum Knabbern!
Zum Glück konnten wir schon bald unsere Plätze einnehmen.
Ich kuschle mich in den Sitz, froh der Versuchung widerstanden zu haben, blicke nach links, blicke nach rechts und starre direkt auf ein volles Schälchen leckerer Nachos.
Wie auf dem Präsentierteller hält der Typ neben uns die Nachos in die Höhe. Er hält sie einfach nur, ohne einen einzigen davon zu essen. Die ganze Zeit. Immer wieder muss ich hinsehen und würde am liebsten zugreifen.
Das Licht geht aus, Werbung läuft, das Licht geht wieder an.
Das Erste, das ich sehe, sind die Nachos. Noch immer unberührt.
Verzweifelt nuckle ich an meiner Apfelschorle und unterdrücke den Impuls, die Nachos an mich zu reißen. So ist die Apfelschorle leer, eh der Film anfängt. Wieso haben wir keine größere gekauft?
Erlösung naht. Das Licht geht aus und der Film beginnt.
„Es geht um Träume, in die Leonardo DiCaprio als Dieb eindringt“, war alles, was ich vorher über den Film wusste. Das änderte sich so schnell auch nicht.
Die erste Stunde vom Film war für mich ähnlich verwirrend wie ein Traum. Doch viel schlimmer war: Ich war alles andere als von der Handlung gefesselt.
Ich sah auf meine Uhr und versuchte zu entziffern, wie lange ich noch aushalten musste. Worauf ich beschloss, dass meine nächste Uhr unbedingt Licht haben musste.
Ich langweilte mich! Und weil ich mich langweilte, gingen mir diese blöden Nachos nicht mehr aus dem Kopf. Unglaublich.
Meine Gedanken wanderten nach Hause, hin zu unserem Wohnzimmerschrank, in dem leckere Chips lagen. Chips, die ich SOFORT, AUF DER STELLE, gerne gegessen hätte.
Sie liegen schon eine Weile da, ohne dass ich sie angerührt hätte, aber kennt ihr das, wenn man etwas nicht haben darf?
Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich die leckeren Chips auf der Stelle hergebeamt und vor lauter Frust die ganze Tüte aufgemampft.
Zum Glück kann ich nicht beamen …
In der zweiten Hälfte des Films kam auch für mich ein wenig Spannung auf, sodass ich die Nachos und die Chips endlich vergessen und dem Film folgen konnte. Halleluja.
Na gut, nach dem Film haben wir dann doch noch Gummizeugs gekauft, als Belohnung dafür, dass ich solche Qualen erleiden musste. Drei der Gummidinger habe ich auch gleich in mich hineingestopft. So! Mein Schatz auch.
Zuhause habe ich dann mein süßes Verlangen – nein, nicht mit Chips – sondern mit Erdbeeren und Pflaumen gestillt. Die Chips sollten noch immer unberührt im Schrank liegen, falls meine Gedanken sie nicht irgendwohin gebeamt haben.
Mit dem Gummizeugs haben wir uns wirklich sehr zurückgehalten und es dem Plan nach rationiert. Dennoch, es ist verrückt, aber wenn die Tüte da liegt und man weiß, dass man nur ein oder zwei davon essen darf, dann hat man ständig Appetit drauf.
Doch nun ist sie leer und die liebe Seele hat Ruhe.
Und der Film?
Tja, ich würde sagen, Herr Buchstabenwiese schuldet mir auf jeden Fall einen Kinobesuch mit einem richtig kitschigen Liebesfilm oder so was.
„Inception“ ist für mich eindeutig ein Ballerfilm, was erklärt, warum dieser Film, der durchaus Tiefe und Intelligenz besitzt, besonders bei Männern gut ankommt.
Dabei ist der Gedanke dahinter, das Thema des Films, eigentlich sehr interessant. Träume, in die sich Diebe einklinken, bis ins tiefste Unterbewusstsein vordringen und durch geschickte Beeinflussung des Traums den Träumenden dazu zu bringen dem Dieb Geheimnisse zu zeigen. Extraktion.
Leonardo DiCaprio spielt dabei den talentierten Dieb Dom Cobb, der Beste auf dem Gebiet der Extraktion. Während einer Traumphase stiehlt er wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins seiner Opfer. Durch seine seltene Begabung ist er in der Welt der Industriespionage heiß begehrt. Die Kehrseite der Medaille: Er wird auf der ganzen Welt gesucht und kann nicht zurück nach Hause zu seinen Kindern.
Doch dann wird ihm ein Auftrag angeboten, in dem er und sein Team etwas Unmögliches vollbringen sollen. Das Gegenteil von Extraktion. Statt eine Idee zu stehlen, soll er eine einpflanzen. Inception.
Ein Auftrag, den er nicht ablehnen kann, denn das Gelingen des Auftrags würde ihn zurück zu seinen Kindern bringen.
Trotz sorgfältiger Planung läuft natürlich nichts nach Plan. Logisch. Es gibt einen Gegner, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint …
Nach dem Film gingen mir verschiedene Gedanken durch den Kopf. Ich fragte mich, was mag die Aussage des Films sein?
Vielleicht:
„Wer zu tief in seine Traumwelt versinkt, kann sich für immer in ihr verlieren.“
Oder:
„Ein Gedanke ist anfangs nicht mehr als ein Samenkorn. Doch wird er in fruchtbaren Boden gepflanzt, kann er zu etwas Großem heranwachsen und sich mit tiefen starken Wurzeln im Grund festkrallen. Drum sei wachsam, welchen Samen du pflanzt.“
Ja, ein Gedanke, und sei er auch noch so klein, kann widerstandsfähig sein wie ein Virus und sich ausbreiten. Keiner kann vorhersehen, was dieser Gedanke einmal anrichten wird.
Werden uns nicht tagtäglich Gedanken „eingepflanzt“? Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Durch Werbung, Filme, Computerspiele, Bücher, Gehörtes, Gesehenes, Erlebtes …
Wer weiß schon, welcher Gedanke auf fruchtbaren Boden fällt, welche Aussage sich unbemerkt ins Unterbewusstsein einnistet und von dort aus seine Fäden ziehen wird.
Wer weiß schon, welche Gedanken sich bereits in uns eingenistet haben.
Ich bin sicher, in jedem von uns irren unentdeckte Gedanken im Unterbewusstsein herum, die unser Handeln und Denken steuern. Nicht immer zu unserem Vorteil.
Eine weitere Aussage hat sich mir aufgedrängt:
„Wer die Schatten der Vergangenheit festhält, steht sich selbst im Weg sein Leben zu leben.“
Wie gesagt, die Thematik des Films finde ich durchaus spannend, äußerst fesselnd und intelligent durchdacht. Auch die Symbolik im Film finde ich klasse.
Der Tresor, der das Unterbewusstsein darstellt, in das geheime Gedanken eingesperrt werden. Geschaffene Traumwelten, in denen Gebäude bröckeln. Eine Security, die das Eindringen ins Unterbewusstsein verhindern soll. Eine Security, die manchmal auch zerstörerisch gegen uns selbst vorgeht, weil sie die Sicherheit in Gefahr sieht.
Das und noch mehr kann man erkennen, wenn man über das Geballer mal hinwegsieht.
Leider war dennoch die Art, wie der Film umgesetzt wurde, nicht meins. Typisch Mann eben. Es wird wild herumgeballert und getötet.
Mir persönlich wäre etwas weniger Geballer, dafür mehr Spannung lieber gewesen.
Ich liebe es, wenn Filme und Bücher mich von Anfang an fesseln können, sodass ich gar nicht erst über Nachos nachdenken muss …
Fazit: Wer den Film wegen der positiven Aspekte gerne sehen möchte, sollte unbedingt was zum Knabbern mitnehmen.
Und noch ein kleiner Tipp:
Passt auf eure Gedanken auf. Die, die ihr in euer Innerstes lasst, die, die in euch wachsen und die, die ihr anderen „einpflanzt“.
Denn Disney World und ein Amoklauf haben eins gemeinsam:
Manchmal bleiben dunkle Wolken länger. Nie wieder scheinen sie sich aufzulösen. Eine geschlossene Wolkendecke im Einheitsgrau schiebt sich erbarmungslos über den Himmel. Eine graue Masse, in der sich kein Wölkchen vom anderen abhebt, weder schwarz noch weiß.
Nur hin und wieder verändert sich die Wolkenmasse. Dunkelgraue Wolken trüben unsere Welt noch mehr, während weiße sie für einen Moment erhellen. Und gelegentlich mogelt sich sogar die Sonne durch eine dünne graue Schicht hindurch. Doch jeder kleinste Windstoß schiebt graue Masse nach und die Welt ist wieder grau in grau.
Selten kommt es vor, dass die graue Wolkenmasse Lücken hat und uns einen blauen Himmel und eine strahlende Sonne präsentiert. Dann ist alles so wunderbar hell und freundlich.
Und ganz selten ist eine Lücke so groß, dass es so aussieht, als gäbe es gar keine Wolken. So, als hätte es niemals Wolken gegeben.
Blumen recken ihre gelben, orangefarbenen, roten, violetten und blauen Blüten und Kelche dem Himmel entgegen, öffnen sich ganz weit, genießen die wunderbare Wärme und das herrliche Licht, das sie umgibt und verströmen einen süßen betörenden Duft.
Bunte Schmetterlinge, verzaubert vom Duft der Blüten, breiten ihre Flügel aus, tanzen der Sonne entgegen, flattern von Blume zu Blume und kosten den herrlichen Nektar.
Fröhliche Kinder entdecken Schmetterlinge, rennen und hüpfen, schicken ihr Lachen hinaus in die Welt und berühren unendlich viele Herzen.
Für einen Augenblick fühlen wir uns selbst wie ein Kind, sind neugierige Entdecker, lassen uns von den Sonnenstrahlen kitzeln, lachen, sind ausgelassen und fröhlich …
Während dieses kostbaren Moments sind unsere Herzen geöffnet und alle Wolken vergessen.
Doch die Lücke zieht weiter.
Graue Wolkenmasse schiebt sie unerbittlich von uns fort.
Blumen schließen ihre Blüten, Schmetterlinge verstecken sich, das Kinderlachen zieht sich zurück ins Haus und uns bleibt nur die Erinnerung.
Und jeden Tag blicken wir hinauf in den Himmel, sehen den grauen Wolkenschwamm über unsere Köpfen ziehen, sehen das Licht und die Farben schwinden, und warten sehnsüchtig auf jene Himmelslücke, die unsere Herzen erneut zu öffnen vermag.
Stellt euch vor, ich habe heute beim Spazierengehen einen Handschuh gefunden und ihn mitgenommen. Jo. Da guckt ihr, was?
Warum ich diesen alten Fetzen mitnehme?
Und was ich mit EINEM Handschuh will?
Eben!
Was will ich mit EINEM Handschuh…
Das ist ja der Grund, warum ich ihn mitgenommen habe!
Es handelt sich nämlich um MEINEN Handschuh. Ich habe ihn irgendwann verloren und heute wiedergefunden.
Aber das Interessante daran ist nicht DAS sondern WIE ich ihn wiedergefunden habe:
Am Montag wollte ich erneut den Eiszapfenbaum fotografieren. Dieses Mal aber mit der großen Kamera. Und da ich mir sonntags beim Fotografieren fast die Finger abgefroren habe, hätte ich gerne die fingerlosen Handschuhe angezogen. Die kann ich beim Fotografieren anlassen und trotzdem das Knipsknöpfchen betätigen. Jawoll. Doch da lag er, der einsame Handschuh. Einer fehlte. Wann hatte ich den nur verloren? War er überhaupt weg? Ich durchsuchte noch mal alle in Frage kommenden Jackentaschen… nichts. Er war weg.
Okay, ich gebe es zu, die Handschuhe sind nicht besonders hübsch, sie sind aus keinem besonderen Material, sind weder elegant, noch modern oder pfiffig, aber ich habe sie schon so viele Jahre, dass ich nicht mal weiß, wie viele Jahre eigentlich. Möglich, dass ich sie schon als Teenie hatte. Kurz, ich hänge an diesen Handschuhen. Man kann übrigens auch prima damit auf der Tastatur tippen, wenn man kalte Hände hat.
Als ich dann gestern so vor mich hin schlenderte, Hund voraus, blickte ich mal links und mal rechts. Wer suchet, der findet, dachte ich. Unwahrscheinlich zwar, weil ich ihn dann längst hätte finden müssen, aber nicht unmöglich. Hatte ich ihn eigentlich schon vor oder erst nach dem Sturm verloren? Egal, gucken schadet ja nicht. So ging ich extra eine große Runde mit meinem Hündchen und kam unter anderem an diesem Herrn vorbei:
Hmmm…, dachte ich… es könnte ja nicht schaden… ich hätte den Handschuh wirklich gerne wieder… und auf den Feldern kann man ja ruhig laut reden, da hört dich eh keiner…
Also bin ich hin: „Kannst du mir nicht helfen den Handschuh zu finden? Du könntest ihn mir ja ins Gesicht wehen oder so. Ich hätte ihn so gerne wieder.“ Ich habe auch vorsichtshalber gleich hinter dem Kreuz geschaut, ob der Handschuh nach meiner Ansprache vielleicht da rumlag. Nee, tat er nicht, das wäre wohl zu einfach gewesen.
Ich bin dann weiter und meine Gedanken kreisten von nun an um den Glauben, ob Jesus wirklich Gottes Sohn war oder einfach „nur“ ein Mensch. Tja, meine Gedanken werden offensichtlich von dem Roman beeinflusst, den ich gerade lese. Da geht es um das Turiner Grabtuch. Jedenfalls dachte ich, warum kann Jesus mir nicht mal ein Zeichen geben, dass es ihn gibt? Mir gefiel die Idee. Ja, warum eigentlich nicht,was ist so schlimm daran? Der Handschuh wäre geradezu prädestiniert dafür. Aber klar, dachte ich, glauben soll man ja einfach so, ohne Beweise, deshalb heißt es ja auch „Glauben“ und nicht „Wissen“.
Doch so ganz konnte ich mich mit meiner eigenen Erklärung nicht zufrieden geben. Hmmm…, dachte ich wieder, warum eigentlich, warum wird erwartet, dass man einfach so glaubt, einfach so? Wieso darf ich nicht auch mal was erwarten, und wenn es nur so ein klitzekleines Zeichen wäre. Mir könnte z.B. jetzt der Handschuh gleich vor die Füße geweht werden, das wäre doch mal was. Ich wartete und lief und wartete und lief. Aber nix wehte vor meine Füße. Kein Handschuh weit und breit zu sehen. Ich muss zugeben, ich war etwas enttäuscht.
Doch heute, so ziemlich am Ende der Hunderunde, fiel mein Blick auf etwas Blaues auf der Kuhweide, an der ich JEDEN TAG vorbeikomme. Sollte das etwa mein Handschuh sein? Erstaunt griff ich unter den Stacheldrahtzaun den blauen Stoff und siehe da, es war mein Handschuh. Ja gibt’s denn das? Für einen Moment war ich völlig verblüfft.
Ich dachte an mein „Gespräch“ von gestern, lächelte und flüsterte „Danke“.
Tja, nun könnt ihr glauben, was ihr wollt, aber mein Handschuh ist wieder da. Hier der Beweis, sie sind wieder ein Paar:
Manchmal sind es die kleinen Wunder, die uns wieder glauben lassen…
…wenn wir an Wunder glauben…
Martina Hildebrand
Und was es hiermit auf sich hat, wer sich darunter versteckt, das erfahrt ihr beim nächsten Mal.
Schneegriesel bedeckt die Straße. Es sieht aus, als hätte jemand Puderzucker durch ein Sieb gestreut. Rein, weiß und unschuldig liegt sie da. Unberührt.
Er will noch nicht gehen, der Winter.
Warum auch. Ist der Februar doch SEIN Monat, ein Wintermonat.
So, wie ich ein Winterkind bin. Aus einem kuscheligen, warmen Nest wurde ich hinausgepresst, hineingeboren in eine kalte Welt.
Manchmal, wenn es zu eng wird, müssen wir die kuschelige Wärme verlassen, hinaus in eine größere Welt, auch wenn es kalt ist. Wie sonst sollten wir wachsen, uns entfalten, auf eigenen Füßen stehen, laufen lernen?
Anfangs kommt uns die Welt vielleicht zu groß und kalt vor. Doch wenn wir beginnen sie zu erobern, entdecken wir vielleicht den Frühling, der eine bunte und warme Welt entstehen lässt…