Füllende Leere

Abgelegt unter: Schreib-Kraft, Herausgefunden, Zeitreise, Sinnig Unsinniges, Gluecksmomente, Lyrik, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 5:56 pm on Freitag, Januar 29, 2010

Peppi1© Martina Hildebrand 2010

Leere

 

Ein leeres Blatt

 liegt da,

 ist leer,

bleibt leer,

ein Blatt der Leere.

Martina Hildebrand

 

 

Das habe ich im November letzten Jahres geschrieben, gestern habe ich es hervorgekramt. Es passte einfach.

 

Doch dann habe ich was anderes gemacht, als zu schreiben. Und dabei blieb das Blatt nicht leer. Ich habe gezeichnet. Und zwar das hier:

 

Zeichnung1 © Martina Hildebrand 2010

 

„Hast du das gemacht?“, fragte mein Schatz mich gestern Abend mit großen Augen.

„Ja“, antwortete ich.

Nach einem Moment der Sprachlosigkeit, fragte er mich doch glatt, ob es dafür einen Trick gäbe. Also wirklich.

„Nee“, lachte ich, „du nimmst einfach einen Bleistift und zeichnest.“

Er war beeindruckt. *smile*

 

Diese Seite kannte er offenbar noch nicht an mir, und ich hatte sie auch vergessen.

Denn da gab es mal vor vielen Jahren, in einem anderen Leben wie mir scheint, ein junges Mädchen, das liebte Sarah Kay Bilder, und es liebte Bilder abzuzeichnen. Und wenn man dieses Mädchen nach einem Berufswunsch fragte, antwortete es: „Irgendwas mit Mathematik und Zeichnen“. Eine merkwürdige Kombination, nicht wahr? Aber eine genaue Vorstellung hatte das Mädchen nun mal nicht. Es wusste nur, dass es Mathe und Zeichnen liebte. So einfach war das…

 

 

Zeichnung1a © Martina Hildebrand 2010

 

Letztes Jahr in einer großen Buchhandlung entdeckte ich den kleinen Lesezeichenkalender von Sarah Kay für 2010. Ich musste lächeln und konnte nicht widerstehen ihn mitzunehmen. Und als ich gestern so dasaß und nichts Gescheites zu schreiben wusste, fiel mir unter anderem dieser Kalender in die Hand. Kurz darauf packte ich mein Kreativbuch weg und fing an zu zeichnen. Aber würde ich das überhaupt noch können? Würde bei meiner inneren Unruhe überhaupt was dabei rauskommen? Ich hatte Zweifel, doch am Ende war ich selbst überrascht.

 

Fazit: Manchmal kann Leere ganz schön füllend sein.

 

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende mit füllender Leere,

 

Martina Hildebrand

 

Abschied vom Jahr 2009

Abgelegt unter: Zeitreise, Zeit, Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 8:27 pm on Donnerstag, Dezember 31, 2009

Coole Freunde © Martina Hildebrand 2009 

Abschied vom Jahr 2009 

Heute ist der letzte Tag des Jahres 2009 und ich habe mich gefragt, was war das eigentlich für ein Jahr, das ich nun bald loslassen muss?

Manchmal ist der Blick getrübt, da man gerade durch die Brille der Leere, des „Alles-ist-blöd-Denkens“ sieht… ihr wisst schon… wenn es einem nicht gut geht, sieht man auch nichts Gutes…

 

Also habe ich mich auf die Suche begeben, um die Wahrheit herauszufinden. Ich schlenderte über die Buchstabenwiese, legte mich ins weiche Gras und befragte die Buchstaben. Und da Buchstaben gerne Geschichten erzählen, brauchte ich auch gar nicht lange warten…

 

Ein wenig geknickt erzählten sie mir, dass es Phasen gab, in denen ich im „Morast“ zu versinken drohte, mein Kreativmännchen in Urlaub fuhr, mein Sams sich folgenschwer in die Tiefe stürzte, ich mich leer fühlte und ich aus lauter Verzweiflung eine Blogpause machte…  Und dass es Ereignisse gab, die noch nachwirken.

 

Doch dann blühten die Buchstaben plötzlich auf. Sie erzählten mir Erstaunliches: Das Jahr 2009 beinhalte neben mehreren wunderbaren Glücksmomenten auch zwei große Highlights! Sie erzählten mir, dass es seit langer, langer Zeit ein Jahr sei, in dem das Positive überwiege. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Neugierig bat ich sie zu erzählen, während ich die Augen schloss und mich erinnerte.

 

So hat uns der Januar 2009 eine wundervolle Schneelandschaft beschert, wie es sie hier seit Ewigkeiten nicht mehr gegeben hat. Es war zauberhaft. Winterzauber vom Feinsten. Könnt ihr euch noch erinnern? Der Schnee war so pulvrig, dass ich den Schneemann in den Schnee „malen“ musste. Herrliche Bilder entstanden in dieser Zeit.

 

Und im April 2009 erwachte nicht nur der Frühling. In mir erwachte auch die Motorradbraut, und mein Schatz und ich fuhren seit langer Zeit wieder mit dem Maschinchen über die Lande. Ich erinnere mich noch an die erste Fahrt. Wow, was für ein Gefühl. Ich fühlte mich so leicht und frei.

 

 

Im Juni 2009 bescherte mir Dr. med. E. von Hirschhausen mit seinem Bühnenprogramm „Glücksbringer“ wahre Glücksgefühle. Nach einer langen dunklen Zeit, in der Glück für mich eine Legende war, beschäftigte ich mich wieder mit dem Glück. Unglaublich, aber wahr.

 

Doch DIE zwei Highlights des Jahres 2009 waren die Beendigung meines Schreibstudiums und meine Hochzeit.

 

Nach vier Jahren hatte ich es trotz all der widrigen Umstände geschafft mein Schreibstudium erfolgreich abzuschließen. Bei dem Gedanken daran kommen mir noch immer die Tränen, weil es mir so unendlich wichtig war und ich schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte. Für mich ist das mein größter persönlicher Erfolg in diesem Jahr, weil ich da über mich hinausgewachsen bin, noch mal alle meine wenigen Kräfte mobilisiert und durchgehalten habe.

 

Und dann meine Hochzeit… was soll ich da noch erzählen? Ihr habt alle meinen Hochzeitsbericht gelesen und wart sozusagen hautnah dabei. Ihr habt den besonderen Moment miterlebt, als mein Bräutigam mich das erste Mal als Braut gesehen hat. Das Fotoshooting, die Trauung in der Mühle… Sooo schön. Und das, obwohl ich fast ohne Kleid hätte kommen müssen.

 

Ich muss sagen, nachdem ich mich die letzte Zeit so leer fühlte, bin ich nun völlig überrascht. All diese schönen Erlebnisse kamen mir so weit weg vor, so als seien sie schon längst verjährt, gar nicht mehr wahr, vielleicht gar nicht passiert? Und doch sind sie noch gar nicht so lange her. Sie alle gehören zum Jahr 2009 und zu mir.

 

Und nun wartet bereits ein Neues Jahr auf uns, das Jahr 2010. Es ist noch so weiß, wie ein Blatt Papier und wartet darauf von uns beschrieben zu werden.

Ich möchte mich bei euch allen ganz herzlich bedanken… 

für alle eure lieben Worte, die ihr für mich übrig hattet,

für alle eure guten Wünsche,

für euer wunderbares Licht in dunklen Zeiten, das ihr auf meine Buchstabenwiese für mich mitgebracht habt,

für euer herzliches Mitfreuen bei all den schönen Ereignissen, die ich erleben durfte,

für eure Geduld und Liebe,

und dafür, dass es euch gibt.

Ich wünsche euch von Herzen einen Guten Rutsch ins Jahr 2010.

Bleibt gesund und landet sanft.

Ich freue mich schon jetzt auf ein weiteres Jahr mit euch.

 

Martina Hildebrand

Heute ist Geburtstag

Abgelegt unter: Tierisches, Zeitreise, Gluecksmomente, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 4:31 pm on Dienstag, April 28, 2009

Pepper im Löwenzahn © Martina Müller 2009

Heute ist Geburtstag 

Heute hat unser kleiner Prinz äh Pepper Geburtstag. Fünf Jahre ist er geworden. Wie die Zeit vergeht. *seufz*

 

Ich sehe ihn immer noch als Welpen, so tapsig und schmusebedürftig. Zum Knuddeln. Er stellte manches Mal meine Geduld auf eine harte Probe, testete aus, wie weit er gehen kann, bis ich vor Wut am liebsten ausgerastet wäre. Und dann guckte er mich wieder so niedlich an, dass es mir schwer fiel, böse zu sein. Und ganz oft brachte er mich zum Lachen.

 

Eine kleine Zeitreise:

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual. 

Am liebsten hätte ich ja beide mitgenommen. Entschieden haben wir uns für den Kleinen rechts, der sein Pfötchen auf den Schuh meines Schatzes gelegt hat, als ob er sagen wollte “Der gehört mir”. Unser Pepper alias „Coy vom Sommergarten“:

 

Pepper mit Bruder © Martina Müller 2004

 

Siebeneinhalb Wochen waren die Kleinen. Hier ist Pepper noch mal rechts neben seiner hübschen Schwester, die bereits vergeben war:

 

Pepper mit Schwester © Martina Müller 2004

 

Und hier ist er endlich bei uns Zuhause, mit achteinhalb Wochen:

 

Pepper endlich bei uns © Martina Müller 2004

 

Mit elf Wochen:

 

Pepper © Martina Müller 2004  Pepper mit Flugzeug © Martina Müller 2004

 

Mit dreizehn und vierzehn Wochen:

 

Pepper © Martina Müller 2004  Pepper auf dem Tisch © Martina Müller 2004

 

Mit vier Monaten:

 

Pepper spielt Frisbee © Martina Müller 2004  Pepper am Strand © Martina Müller 2004

 

Mit zwei und vier Jahren:

 

Pepper © Martina Müller 2006  Pepper © Martina Müller 2008

 

Und wieder in der Gegenwart. Happy Birthday Pepper. :

 

Pepper © Martina Müller 2009

 

 

Martina Müller

Was ist Zeit?

Abgelegt unter: Zeitreise, Zeit, Gedankensplitter, Alles, Allgemein — Buchstabenwiese at 11:18 am on Freitag, Januar 25, 2008

Was ist Zeit? 

Mir sind mal wieder ein paar Gedanken zu meinem Lieblingsthema Zeit durch die Synapsenzentrale gehopst. Wieder einmal frage ich mich, was ist das überhaupt, Zeit? 

Ich habe keine Zeit. Ich hatte keine Zeit. Wo soll ich die ganze Zeit hernehmen? Wer hat das nicht schon mal gehört oder selbst gesagt? Es hört sich so an, als sei die Zeit ein Gut, worüber wir nach Belieben verfügen könnten. Als hätte jeder unterschiedlich viel oder wenig Zeit. So wie Geld. Der eine hat viel Geld, der andere wenig oder gar keins. Geld, das können wir, wenn man uns lässt, verdienen und sparen. Aber die Zeit? Egal wie „reich“ oder „arm“ wir sind, die Zeit lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Zeit ist unabhängig vom finanziellen Reichtum. Erstaunlich: Der Tag für Reiche hat 24 Stunden und der Tag für Arme hat ebenfalls 24 Stunden. Das ist nicht verhandelbar.
Zeit ist also unbestechlich.  

Das, was wir können, ist die vorhandene Zeit mit Leben füllen. So wie ein Glas. Ein Glas können wir auch nicht einfach so größer machen. In ein Glas passt nicht mehr rein, als eben reinpasst. Punkt. Wir können es komplett mit Wasser füllen und wenn uns dann jemand Saft anbietet, nun ja, dann müssen wir ablehnen, weil das Glas bereits voll ist. Wenn wir das Glas aber nur zum Teil füllen, in der Hoffnung, dass wir noch irgendwoher Saft bekommen, können wir selbst entscheiden, welche Mischung uns am Besten schmeckt. Wir können entscheiden, ob das Glas voll sein soll oder nicht. Wir können auch nur Saft oder nur Wasser hinein geben. Wasser pur ist ja immer gesund, aber es ist eben nur Wasser, vom Geschmack her gesehen. Saft pur schmeckt vielleicht besser, soll aber gar nicht so gut sein. Köstlich wäre also eine Mischung aus Saft und Wasser, und zwar so, dass das Glas nicht überläuft, sonst gibt es nämlich eine Riesensauerei und wir können die leckere Mischung gar nicht genießen. Noch besser wäre es, im Glas etwas Platz zu lassen, für den Fall, dass die Mischung nicht so perfekt war. So können wir nachträglich noch etwas Saft oder Wasser hinzufügen, je nach Geschmack… 

Äh… zurück zur Zeit. Was hat das mit der Zeit zu tun? Na ja, ich finde mit der Zeit ist es ähnlich wie mit dem Glas. Füllen wir die Zeit mit nur einer Sache, kommen andere Dinge zu kurz. Packen wir uns den Tag so voll, dass er überläuft, können wir selbst die schönsten Dinge nicht genießen, weil ein ständiger Zeitdruck da ist. Manchmal können wir dann gar nicht alles einhalten, was wir zugesagt haben. Ein kleiner Stoß gegen das Glas und schon kommt der Inhalt ins Schwanken. Ist das Glas nun bis zum Rand gefüllt, schwappt unsere Mischung über. Sehr unschön, das Ganze. Halten wir also fest:
Zeit ist begrenzt, aber wir können sie so füllen, dass sie schmackhaft ist. 

An der Zeit haben sich schon viele Wissenschaftler die Zähne ausgebissen. Der Zahn der Zeit hört eben nicht auf zu nagen. *grins* Sorry, konnte nicht widerstehen. Kommen wir zu den Zeitreisen! Mit der Möglichkeit von Zeitreisen haben sich schon Einige beschäftigt. Es gibt etliche Bücher und Filme über dieses Thema, die ich übrigens immer wieder spannend finde. Zeitreisen, ein großer Menschheitstraum, doch ist Zeit wirklich etwas, worin wir herumreisen können? 

Wir können sie nicht anfassen, nicht hin- und herschieben, nicht ausdehnen, nicht verkürzen, nicht anhalten und wir können leider, vielleicht auch Gott sei Dank, nicht in ihr herumreisen. Vergangen ist vergangen und die Zukunft ist noch nicht geschrieben. Wie aber sollen wir in etwas herumreisen, was nicht da ist, wie sollten wir in die Zukunft reisen können? Das würde ja bedeuten, dass nichts von dem Moment unserer Entscheidungen abhängt. Schlimmer noch: Wir hätten gar nicht die Wahl uns zu entscheiden. Entscheidungen wären von vornherein vorgegeben. Ja, die ganze Zukunft müsste vorgegeben sein. Weil zum Zeitpunkt der Reise in die Zukunft, sind ja viele Entscheidungen noch gar nicht getroffen, die die Zukunft aber beeinflussen würden. Es könnte allenfalls eine Zukunft sein, in der wir nicht mehr vorkommen, in der wir höchstens darüber lesen könnten, dass wir zu dem Zeitpunkt, als wir unsere Reise begonnen haben, spurlos verschwunden sind. Und was passiert, wenn wir wieder zurück reisen, in die Gegenwart, die sich ja ständig verändert? Denn was im einen Moment Gegenwart ist, ist im nächsten Moment Vergangenheit und was gerade noch Zukunft war, ist plötzlich Gegenwart und im nächsten Moment auch Vergangenheit? Schwirrt euch auch schon der Kopf? Einfach ignorieren. Was ist denn nun, wenn wir in die so genannte Gegenwart zurückreisen? Dann stimmt die Zukunft, in der wir waren ja schon nicht mehr. Denn wir sind ja nun nicht mehr verschollen. Im Übrigen wurde die Zukunft, in die wir gereist sind, zur Gegenwart und ist nun, wo wir zurück sind, Vergangenheit…  

Na ja, ich wollte ja nur noch mal verdeutlichen, wie vergänglich Zeit ist und doch gibt’s immer wieder eine neue Gegenwart.
Zeit ist also flüchtig und doch irgendwie ewig. 

Fassen wir also zusammen: 

1. Zeit ist unbestechlich.
2. Zeit ist begrenzt, aber sie kann schmackhaft gefüllt werden.
3. Zeit ist flüchtig und doch unendlich. 

Also ich finde die Zeit ist ziemlich widersprüchlich… 

Martina Müller 

P.S. Zeitreisen in die Vergangenheit und in die Zukunft sind doch möglich. Denn was sind sonst unsere Erinnerungen und unsere Träume…