Hochzeitsbericht 3

Abgelegt unter: Hochzeit, Gluecksmomente, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 11:11 am on Freitag, November 13, 2009

Nun wird es aber höchste Zeit für den dritten und letzten Teil.

Ihr erinnert euch? Das Fotoshooting ist beendet, das Kleid ist noch unbefleckt, die Schuhe sind dank des Trauzeugen wieder weiß. Das heißt es wird ernst. Also, auf zur Mühle… 

Brautpaar auf Motorrad

Teil 3

Glück, Glück und nochmals Glück oder einfach nur „Happy End“ * 

Beschwingt und gut gelaunt erreichen wir die Mühle, vor deren Eingang unsere beiden Familien einträchtig auf uns warten. Ich sehe, wie sich Hälse recken und Fotoapparate gezückt werden und fühle mich wie ein Promi. Alle sind gespannt auf das Kleid.

Ich nehme Komplimente entgegen und genieße es im Mittelpunkt zu stehen. Doch noch mehr genieße ich es, wie wohlig es sich anfühlt inmitten meiner Familie zu sein.

 

Tor Mühle

 

Dann öffnen sich die Tore der Mühle…

Wow… Der brennende Kamin verbreitet Wärme und Gemütlichkeit und die Dekoration auf den Tischen sieht super aus. Was für eine wohlige Atmosphäre… ich könnte ewig hier stehen bleiben. Aber, in der ersten Etage der Mühle wartet noch eine wichtige Frage auf uns, die beantwortet werden will… 

Mühle Innen 

Mühle Innen

Brennender Kamin

 

Zunächst möchte der Standesbeamte allerdings unsere Ausweise sehen. Auch die der Trauzeugen. Meine Schwester –  meine Trauzeugin – guckt mich mit großen Augen an. Irgendeine Erkenntnis scheint sie gerade wie ein Blitz getroffen zu haben. Ich höre so was wie „Mein Ausweis“ und „andere Tasche“ und sehe sie hektisch in ihrer Handtasche herumwühlen. Ich schätze mal, dass sie genau weiß, dass sie ihren Ausweis dort nicht finden wird, aber insgeheim auf ein Wunder hofft. Aber Wunder dauern bekanntlich etwas länger. Und nun?

 

Erwartungsvoll blicken wir den Standesbeamten an. Doch der bleibt ruhig und gelassen und nickt freundlich. Offenbar hat er in seiner langjährigen Karriere als Ehestifter schon Schlimmeres erlebt.

Locker und humorvoll führt er uns durch das „Programm“. Ich unterschreibe das letzte Mal als Martina Müller, wir sagen an der richtigen Stelle „Ja“, lachen und wechseln die Ringe.

 

Ringwechsel

 

Der Standesbeamte wartet… und wartet… und wartet…

Äh, worauf eigentlich? Ein Kuss? Ach so, ja klar, DER Kuss. Alle lachen. Wir auch. Schmatz. Für die Fotografen noch mal? Aber sicher doch. Schmatz again.

 

Kuss

 

Und nun ist es soweit: Die Unterschrift! Werde ich dem „Müller-Schreibimpuls“ widerstehen können? Ich konzentriere mich… atme nach Martina noch mal tief durch… und geschafft. Meine erste Unterschrift als Martina Hildebrand ist fehlerfrei vollbracht.

Unglaublich, nun bin ich Frau Hildebrand.

 

Unterschrift

 

Kann das wirklich sein? Hat mein Schatz mich nicht gerade erst gefragt? War ich nicht gerade noch am Rande eines Nervenzusammenbruchs, weil ich noch kein Kleid habe? Also, wo ist die Zeitmaschine, die uns in die Zukunft katapultiert hat?

 

Alle gratulieren, umarmen uns und freuen sich von ganzem Herzen mit uns.

Und wir? Wir strahlen. Das ist genau der richtige Augenblick für Sekt. Raus geht’s.

Wir stoßen auf unser Glück an, lachen, reden miteinander und durcheinander und freuen uns, dass wir endlich mal wieder zu einem freudigen Anlass zusammengefunden haben. Es ist kostbar eine Familie zu haben, die zusammenhält, wenn es drauf ankommt. In guten wie in schlechten Zeiten. Ich glaube, ich bin der glücklichste Mensch auf Erden.

 

Wie, ich muss den Sekt schon wieder wegstellen… ich war doch gerade so glücklich. Fotos? Ach ja. Brautpaar mit Eltern, Brautpaar mit Trauzeugen, Brautpaar mit…

Und immer schön lachen. Also das fällt mir nun wirklich nicht schwer.

Und jetzt noch die beiden Herzballons. Erst zusammenbinden, damit sie sich auf dem Weg zum Himmel nicht verlieren und jetzt…  jetzt lassen wir sie fliegen, auf ewig miteinander verbunden…

 

Herzballons

 

Herzballons fliegen

 

Nun aber rein in die kuschelige Kaminwärme der Mühle. Denn nun beginnt das „Vollstopf-Pappsatt-Programm“.

Erst mal ein heißes Süppchen. Lecker, lecker. Und nun noch was vom kalten Vorspeisen-Buffet, mmmhhh auch lecker. Oh ja, ich nehme gerne einen Wein. Den roten bitte. Danke. Das warme Buffet ist fertig? Okay, alle mal herhören, das Warme Buffet ist eröffnet. Mann ist das alles lecker. Öh, jetzt bin ich ja verheiratet, nun kann ich ruhig essen, oder? *grins* Nein, nun ist aber wirklich genug.

Was, das Dessert-Buffet ist hergerichtet? Okay, das passt noch. Wow, die Vanille und Straciatella Eisbombe sieht lecker aus. Mmmmhh, schmeckt auch lecker. Wo ist die Creme Kir Royal auf Cassissauce? Mmmmmmmhh, ist die himmlisch, da könnte ich mich reinlegen. Nein, die Mousse au Chocolat und den Salat von frischen Früchten mit Vanillesauce kann ich jetzt nicht mehr probieren. Rien ne va plus. Leider.

 

Mit leckerem Essen voll gestopft sehen alle zufrieden aus. Es wird gelacht und geredet, jeder mit jedem und alle miteinander. Meine drei kleinen Großneffen rennen und toben drinnen wie draußen und haben offenbar einen Riesenspaß. Auch die Hunde sehen zufrieden aus. Entgegen meiner vorhochzeitlichen Horrorphantasien läuft alles prima.

 

Pepper mit Fliege 2

 

Kuchen? Upps, haben wir nicht gerade eben erst den Nachtisch gegessen? Erwähnte ich schon die Kir Royal Creme? Mmmmmmmmhhh…

Also, wer will… der Hochzeitskuchen wird angeschnitten. Natürlich liegt MEINE Hand dabei oben. ;-)

 

Kuchen anschneiden

 

Neben dem leckeren Hochzeitsdoppelherz vom Konditor, gibt es noch selbst gemachte Kuchen und Torten. Und alles sieht so lecker aus. Schade, dass mein Bäuchlein noch so voll ist. Aber ein paar kleine Stückchen werden wohl noch reingehen, oder? *stopf* Was denn? Ich muss doch wenigstens alles probieren, wenn schon einige unserer Lieben für uns Kuchen und Torten machen…

 

 

Torten

 

Wo ist eigentlich mein frisch angetrauter Ehemann abgeblieben? Er wird sich doch nicht davongeschlichen haben, weil ich so viel gegessen habe? Ich glaube, ich werde mal nachsehen… Ah, da ist er ja. Er versucht sein Laptop an die „Mühlenmusikanlage“ anzuschließen. Und, klappt es? Nicht? Das ist aber doof. Soll heißen, wir können keine Musik machen? *schmoll* Das wäre wohl auch ZU perfekt gewesen. Dann tanzen wir den Hochzeitswalzer eben ohne Musik. Ja, mein liebster Ehemann, das muss sein. Wenigstens fürs Foto. Schließlich bin ich jetzt deine Frau… 

 

Hochzeitstanz 2

ZACK! Die Klappe „Hochzeitsbericht in drei Teilen“ fällt. 

Wir feiern jetzt noch ein bisschen ohne euch weiter und freuen uns auf die Hochzeitsnacht, die selbstverständlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

 

Happy End and Happy Start 

 

Ich hoffe, es hat euch gefallen so hautnah dabei zu sein und vielleicht hat euch ein wenig von unserem Glück erreicht und im Herzen und in der Seele berührt. Denn Glück ist ja zum Glück ansteckend…

 

 

Dann werfe ich doch gleich mal den Brautstrauß in die Runde. Mal sehen, wer ihn fängt…

Heh, ducken ist nicht erlaubt…

 

Martina Mül verflixt und zugenäht, das gibt’s doch gar nicht! Hildebrand

* Achtung! Der Bericht enthält eine Menge Glücksstoffe! Wer auf Glück allergisch reagiert, sollte besser nicht weiter lesen oder vorher seinen Arzt oder Apotheker fragen. Im Zweifelsfall tut’s auch eine Allergietablette.

  ;-)

Hochzeitsbericht 2

Abgelegt unter: Traumhaftes, Hochzeit, Gluecksmomente, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:49 pm on Montag, November 2, 2009

Hurrah, es geht weiter.
Sorry, ich habe es einfach nicht eher geschafft. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja: 

Jetzt ist er da, der Augenblick, in dem MEIN Bräutigam mich zum ersten Mal in meinem Kleid sehen wird. Erwartungsvoll und aufgeregt steht er unten im Flur, während ich mich bereit mache die Treppe hinunter zu schreiten… 

Brautstrauß 

Teil 2

Ein besonderer Moment und ein gewagtes Fotoshooting  

Ich schreite also die Treppe hinunter und ja, ich komme tatsächlich unversehrt unten an.

Da steht er, MEIN Bräutigam, gut aussehend und aufgeregt, mit einem wunderschönen Brautstrauß in der Hand. Unsere Blicke treffen sich und für einen Moment herrscht Stille.

 

Braut 

 

Wieso sagt er nichts? Hallo? Das wäre jetzt DER Moment, mich mit Komplimenten zu überhäufen. Nichts. Er ist geflasht. Mein Anblick hat ihn umgeworfen, den Atem geraubt, auf immer und ewig verstummen lassen…

„Wahnsinn… Hammer…“

Na bitte, geht doch. Worte wie „Hammer“ und „Wahnsinn“ sind durchaus positiv zu bewerten. Überraschung gelungen, würde ich sagen. Es ist das richtige Kleid.

Oder besser noch: Ich bin die richtige Frau, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit - ich bin nämlich pünktlich -, im richtigen Kleid.

Ich strahle wie der Abendstern am dunklen Horizont.

Ist das zu kitschig, zu abgehoben?

Also gut. Dann strahle ich eben wie ein kleines Mädchen, das die Puppe unter dem Weihnachtsbaum entdeckt hat, die es sich schon lange gewünscht hatte. Nur, dass diese Puppe hier etwas größer ist, einen dunkelblauen Anzug anhat, toll aussieht und von mir total fasziniert ist.

(Ein Weihnachtsbaum steht natürlich nicht im Flur! Also wirklich, ich bitte euch, im Oktober! Ideen habt ihr.)

 

Brautpaar

 

Unser „Fotoshooting“ findet vor der Trauung statt, und zwar an einem Teich mit wunderschönem „Drumherum“, nur fünf Minuten von der Mühle entfernt. Alte Holzstufen führen hinter diesem Teich zu einem gemauerten Durchgang mit Rundbogen. Durch ihn gelangt man auf eine große Wiese, die vermutlich zu jener Kirche gehört, die sich im Hintergrund erhebt. Eine herrliche Kulisse, die besonders bei schönem Wetter fasziniert. Deshalb habe ich sie ausgesucht.

 

Wassenberg © Martina Müller 2008 

 

Wassenberg Durchgang © Martina Müller 2007

 

Wassenberg © Martina Müller 2007

 

Die Bezeichnung „Schönes Wetter“ liegt mir heute beim Anblick des Himmels allerdings nicht auf der Zunge. Dennoch, das Fotoshooting findet laut Fotograf auch bei leichtem Nieselregen draußen statt, notfalls eben mit weißem Schirm. Klar haben wir einen besorgt. Ihr erinnert euch, meine Horrorfantasien à la „Was so alles schief gehen kann“?

 

Wir fahren also los, um zu dieser absoluten Traumkulisse zu gelangen. Noch ist es trocken. Allerdings befürchte ich, dass wir gar nicht erst ankommen werden, da der Trauzeuge, Bruder, Fastschwager und Fahrer in einer Person den Weg nicht kennt und in die andere Richtung fährt, als ich üblicherweise. Tief durchatmen, denke ich, alles wird gut. Und tatsächlich, die nette Dame im Navi kennt offenbar einen anderen Weg, der ebenfalls zum Ziel führt.

 

Alles scheint gut zu gehen. Dann fängt es plötzlich an zu regnen. Na super! War ja klar. Während Bräutigam und Trauzeuge sich gegenseitig beteuern, dass es bestimmt aufhören wird zu regnen, sobald wir am Ziel ankommen, blicke ich zweifelnd in den düsteren Himmel. Ich glaube ja, dass sie mich nur beruhigen wollen. Dann fahren wir auf den Parkplatz und was passiert? Der Himmel schließt seine Schleusen! Wow, was für ein Timing.

 

Pepper mit Fliege 

 

Das Fotoshooting findet statt wie geplant. Natürlich können wir nicht alles machen, was der Fotograf sich gestern bei herrlichstem Sonnenschein ausgedacht hat. Irgendwo anlehnen oder hinsetzen fällt aus, da alles nass ist und das Kleid wenigstens bis zur Trauung weiß bleiben soll. Aber wir sind ja flexibel und mutig. Mit weißen Pumps und langem Kleid klettere ich wegen eines schönen Hintergrundes einen klitzekleinen Hang hinauf. Es ist rutschig… ich tue es trotzdem. Ich bestehe allerdings darauf, dass unser Fotograf die Kamera schussbereit hält… aber es geht alles gut. Zum Glück.

 

Brautpaar

 

Brautpaar

 

 

Und als das Fotoshooting beendet ist, komme ich sogar in den Genuss, dass mein Fast-Schwager mir praktisch zu Füßen liegt. Mit einem feuchten Tuch entfernt er die Spuren meiner Kletterpartie an meinen Pumps. Es hat offenbar gewisse Vorteile, eine Braut zu sein. Die Männer liegen einem zu Füßen. *grins*

 

Brautpaar Kuss

 

Doch jetzt wird es ernst. Es wird Zeit zur Mühle zu fahren, bevor wir noch unsere eigene Trauung verpassen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es in der Mühle aussieht, nachdem alles für unsere Trauung und Feier hergerichtet und dekoriert wurde. Ob alles so ist, wie ich es mir vorstelle? Lassen wir uns überraschen…

…im nächsten Teil.

Fortsetzung folgt… 

Martina Hildebrand

 

 

P.S. Wen es interessiert: Die Fotos von uns als Brautpaar und das Foto von Pepper sind von diesem Fotografen und dürfen von uns so verwendet werden, wie wir es wollen/benötigen. Den Brautstrauß hat meine Schwägerin fotografiert.

Hochzeitsbericht

Abgelegt unter: Traumhaftes, Hochzeit, Gluecksmomente, Fotos, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 7:46 pm on Mittwoch, Oktober 28, 2009

Ringe © Martina Hildebrand 2009 

Teil 1 

Der Hochzeitsmorgen und ein besonderer Augenblick 

Endlich ist er da, DER Tag. Unser Hochzeitstag.

Wow, so viele sind gekommen. Familie, alte Freunde, ehemalige Kollegen…  ich bin so gerührt. Der Raum ist voll mit lieben Menschen, die am Tag unserer Hochzeit an unserer Seite sein wollen…

 

Doch noch bevor die Hochzeit angefangen hat, sind plötzlich alle weg. Sie sind Musik hören, die mein Schatz irgendwo in der Ferne macht. Merkwürdig. Und ich bin noch nicht mal umgezogen. Wo ist überhaupt mein Kleid? Und die Kette? Hilfe, ich habe die Kette von meiner Mutter vergessen. Die wollte ich doch heute tragen. Panik. Und wieso zum Kuckuck habe ich ORANGEFARBENE (!) Unterwäsche dabei???

 

Dann verschwindet auch noch jemand. Wer? Keine Ahnung, ich habe ja offensichtlich genug mit mir selbst zu tun.

Die Hochzeit beginnt eine ganze Stunde später als geplant, und dann auch noch das: Meiner Schwiegermutter gefällt das Kleid nicht!

Was für ein Albtraum.

 

Ich wache auf und stelle fest, dass ich in meinem Bett liege. Es ist die Nacht vor der Hochzeit und alles ist gut. Es war tatsächlich alles nur ein Traum. Puh, noch mal Glück gehabt. Also, alles wieder auf Anfang spulen.

 

Ich liege eine Weile wach und frage mich, was das für ein lautes Rauschen ist. Regnet es? Na prima, es schüttet wie aus Eimern! Es hört sich an, als wären die Niagara Fälle direkt über uns. Wenn das so bleibt, na dann Prost Mahlzeit, denke ich noch, bevor ich wieder ins Land der Träume versinke. 

 

Herzballon © Martina Hildebrand 2009 

 

Am Hochzeitsmorgen wachen wir tatsächlich pünktlich auf und es regnet nicht. Hallelujah, und ich hatte im Geiste meine perfekte Brautfrisur schon zu einem nassen Etwas zusammenfallen sehen. Dennoch, alles ist nass draußen und die heutige Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 75 %! Nicht gerade beruhigend. Hätten wir nur gestern geheiratet, da war supertolles Bilderbuch-Sonnenwetter. Ich glaube Petrus wird alt, er hat das Datum verwechselt.

 

Trotz Aufregung brauche ich auch am Hochzeitsmorgen erst mal einen Kaffee zum Wachwerden. Ohne geht gar nix. Im Radio läuft „Es war ne geile Zeit…“. Moment mal. Ist das irgendwie eine versteckte Botschaft? Soll das heißen, dass die geile Zeit vorbei ist? Hmmm… Nee, sie fängt doch gerade erst an, oder täusche ich mich. Ich lasse kurz mein bisheriges Leben Revue passieren. Ja, es waren schon geile Zeiten dabei, aber es gab auch andere Zeiten, die weniger schön bis besch… waren.

Nichtsdestotrotz, heute fängt für mich, für uns, eine neue Zeit an, und zwar eine geile Zeit! Basta! Beschlossen und besiegelt.

 

Entgegen meiner Horrorfantasien der letzten Tage, in denen praktisch alles schief gelaufen ist, was nur schief laufen kann, läuft alles nach Plan. Ich bin pünktlich beim Friseur, wo meine Haare hochgesteckt werden und ich dezent geschminkt werde. Ich bin pünktlich und trocken (!) zurück, wo meine zukünftige Schwägerin mit Pepper auf mich wartet, um mir ins Kleid zu helfen. Mein Schatz ist mit seinem Bruder und Trauzeugen bereits auf dem Weg zu seinen Eltern, um sich dort fertig zu machen. Perfekt. Denn mein Schatz wollte weder das Kleid noch sonst irgendwas vorab sehen. Er wollte von mir überrascht werden, den Augenblick genießen, an dem er mich zum ersten Mal als Braut sieht.

 

 Brautfrisur Brautfrisur

 

 

Bevor ich nun aber das schwer erkämpfte Kleid anziehe, trinken meine zukünftige Schwägerin und ich noch ein Gläschen Sekt zum Einstimmen. Ja, so viel Zeit muss sein.

Und da ich jetzt eh nichts mehr groß beeinflussen kann, werde ich langsam ruhiger. Es kommt wie es kommt. Und vielleicht tut auch der Sekt seine Wirkung.

 

Dann ist es soweit. Ich bin fertig. Das Kleid passt, nichts ist gerissen und die Frisur lebt auch noch. Und als meine zukünftige Schwägerin ein „Du siehst toll aus“ von sich gibt, kann es von mir aus losgehen. Wie auf Bestellung höre ich, wie jemand die Haustüre aufschließt. 

  

Jetzt ist er da, der Augenblick, in dem MEIN Bräutigam mich zum ersten Mal in meinem Kleid sehen wird. Erwartungsvoll und aufgeregt steht er unten im Flur, während ich mich bereit mache die Treppe hinunter zu schreiten…

 

Brautfrisur

Fortsetzung folgt… 

Martina Hildebrand

Mein Name ist…

Abgelegt unter: Hochzeit, Taufrisch, Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 1:20 pm on Dienstag, Oktober 13, 2009

…nicht Hase 

Blumen © Martina Müller 2009 

Ihr wisst es ja schon, ich heiße jetzt anders… 

Was soll ich sagen, als ich nach der Hochzeit das erste Mal ans Telefon ging, meldete ich mich völlig normal und unbedarft mit “Müller”. War klar. So wie immer halt. Aber es war ja nicht „wie immer“. Doch erst als ich am anderen Ende ein lachendes “Ich wusste es” hörte, fiel mir ein: Ach ja, ich heiße ja gar nicht mehr Müller… Mist. 

Natürlich wurde ich kurz darauf ein zweites Mal auf die Probe gestellt. Es klingelte, ich nahm den Hörer ab und hatte schon wieder mein übliches “Müller” auf der Zunge als ich stutzte… da war doch was… ich machte eine kunstvolle Pause, suchte nach dem richtigen Namen, fand ihn und nannte ihn schließlich. Natürlich war der Anruferin meine Unsicherheit nicht entgangen… 

Und wie sollte es anders sein, das Telefon klingelte ein drittes Mal und wieder meldete ich mich forsch mit… na ratet mal… genau, mit  “Müller”. Ich merkte es nicht einmal, bis ich am anderen Ende diese Worte vernahm: “War das nicht Hildebrand?”
“Sch…”, entfuhr es mir. Hatte ich schon wieder nicht dran gedacht. 

Ich schätze, ich werde wohl noch eine Weile brauchen, bis ich mich an meinen neuen Namen gewöhnt habe. 

Tja, und wer aufmerksam gelesen hat, der weiß auch, wie ich ab sofort heiße.

Okay, ich sag’s noch mal, vielleicht gewöhne ich mich dann auch dran: Martina Hildebrand. 

Über die Hochzeit berichte ich natürlich auch noch, versprochen. Gebt mir ein bisschen Zeit. Schließlich flittere ich noch.  

Martina Müller äh Hildebrand 

Abschied…

Abgelegt unter: Taufrisch, Hochzeit, Tierisches, Gluecksmomente, Alles, Fotos, Tagebuch — Buchstabenwiese at 9:34 pm on Freitag, Oktober 9, 2009

Paar © Martina Müller 2009 

Letzter Beitrag als… 

…tataaaa…   Martina Müller.

 

Ja, das hier wird der letzte Beitrag als Martina Müller in meinem Blog sein. Ab morgen, ca. 13:30 Uhr werde ich anders heißen. Also nicht „Anders“ mit Namen, aber eben anders.

Wie? Nur Geduld, das werdet ihr erfahren. Nach der Hochzeit.

 

Ich dachte, ich melde mich noch mal vor dem großen Tag morgen.

Außerdem wollte ich euch noch die Fliege für Pepper zeigen, die ich diese Woche aus einer alten Krawatte von dem zukünftigen Herrn Buchstabenwiese, extra für den morgigen Tag, genäht habe. Ist sie nicht süß?

 

Fliege © Martina Müller 2009

 

Wie die Fliege mit Pepper aussieht, werdet ihr dann nach der Hochzeit sehen. Hoffentlich. Wenn er sie anbehält.

 

Dann möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mir/uns vorab schon so liebe Wünsche überbracht haben und bei allen, die so lieb die Daumen für das Wetter morgen drücken.

 

So, ein letztes Mal:

Martina Müller

JA, ich lebe noch…

Abgelegt unter: Hochzeit, Sinnig Unsinniges, Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 2:50 pm on Freitag, September 25, 2009

Karte Ja © Martina Müller 2009 

Ich lebe noch…  

…irgendwie… 

Ja, ich lebe noch, auch wenn sich hier im Blog zurzeit sehr wenig tut. Aber keine Sorge, ich bin nicht blogmüde und mir geht es auch soweit gut, glaube ich.

Zum Schreiben brauche ich allerdings Ruhe und Muße. Und zurzeit habe ich weder das Eine noch das Andere. Genauer gesagt, Nervenbündel würde es so ziemlich genau treffen.

 

Denn Samstag in zwei Wochen ist es soweit: Ich heirate!

WAAAAAAAAAAAAAAAH, so bald schon? Und es gibt immer noch Dinge, die erledigt werden müssen. Ich glaube ich brauche jetzt erst mal Baldrian oder so was. Oder lieber was Härteres? Hat jemand Erfahrung damit?

 

Wenn ich nur daran denke, wie viel Zeit ich gebraucht habe ein Kleid zu finden, nachdem ich die Suche bis zum Gehtnichtmehr hinausgeschoben hatte. *seufz*

Lange Zeit befand ich mich so im NichtwissenwasfüreinKleidesüberhauptseinsoll-Zustand. Verdrängungstaktik schien mir angebracht.

 

Zumindest solange, bis ich merkte, dass ich so auch nicht weiterkomme und am Ende ohne Kleid dastehen würde.

 

Also habe ich mich langsam an ein Kleid herangetastet. Alles was ich anfangs wusste war, dass ich ein Kleid wollte und kein Kostüm oder Hosenanzug. Und relativ schlicht sollte es sein. Aber welche Farbe, welche Form, welche Länge… pfffffffffft… keine Ahnung. Und wo ich das dann auch noch herbekommen sollte, wenn es kein Sahnetortenkleid aus einem Brautmodenladen sein soll… Woher sollte ich das wissen…  

 

Ich weiß nicht, wie viele Kleider ich letztendlich tatsächlich anprobiert habe… es fühlte sich jedenfalls so an, als wären es mindestens hundert gewesen. Nein, so viele waren es wohl nicht, aber so um die zwanzig Kleider waren es bestimmt. Vielleicht auch mehr. Irgendwann habe ich den Überblick verloren.

 

Und wer glaubt, es reicht ein Kleid gefunden zu haben… hah… der hat noch nicht geheiratet oder schon längst wieder alles verdrängt.

Hast du endlich das Kleid, fängt es nämlich erst richtig an. Schuhe müssen her, was kommt drunter, welche Kette, welche Ohrringe, welche Uhr, welche Frisur, brauche ich ein Jäckchen oder eine Stola (ist ja immerhin Oktober), was passt überhaupt zum Kleid, wie soll der Brautstrauß aussehen? Dann muss ja auch noch alles den richtigen Farbton, die richtige Größe und Form haben, und finden muss ich es schließlich auch noch…

Glaubt mir, ich war drauf und dran noch einen Nähkurs zu machen, um mir selbst etwas Passendes zu nähen. Mann, da kann einem schon schwindelig werden…

Immerhin habe ich etwas daraus gelernt:

Das Kleid sollte eines der ERSTEN Dinge sein, um das Frau sich kümmert. FRÜHZEITIG! So früh wie nur eben möglich. Nachdem man natürlich den Hochzeitstermin festgelegt hat. Denn beinahe ALLES hängt vom Kleid ab. Nicht mal die Farbe der Tisch-Dekoration kann man festlegen, wenn man nicht weiß, wie der Brautstrauß aussieht, und das wiederum hängt vom Kleid ab. Das Outfit des Bräutigams übrigens auch.

 

Muss ich euch noch mehr erzählen?

 

Martina Müller