Schattenspiele - Schattenwelten

Abgelegt unter: Tierisches, Herausgefunden, Sinnig Unsinniges, Fotos, Gedankensplitter, Alles — Buchstabenwiese at 2:17 pm on Donnerstag, August 19, 2010

Schatten mit Schal Pink © Martina Hildebrand 2006

 


Schattenspiele und Schattenwelten

 

Gut ist, wenn jemand über seinen Schatten springen kann.

Weniger gut ist, wenn jemand nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Seine Schatten vorauswerfen klingt sogar ein bisschen wie eine Drohung.

Und im Schatten eines anderen stehen, gefällt den meisten gar nicht, obwohl man da einfach nur einen Schritt zur Seite gehen braucht, um wieder im Licht zu stehen.

 

Dabei kann ein Schatten durchaus etwas Gutes sein.

Bei sengender Hitze lässt es sich zum Beispiel viel besser im Schatten eines großen Baumes aushalten, als in der Sonne.

Mit der Hilfe eines Schattens kann man sogar die Uhrzeit ablesen, auf einer Sonnenuhr.

Und nicht zu vergessen: Wo Schatten ist, da muss auch irgendwo Licht sein.

 

Sonne und Wolken © Martina Hildebrand 2010

 

Einen Schatten haben … ist das jetzt etwas Gutes oder eher nicht so gut?

Ich würde sagen, es kommt drauf an … ;-)

 

Ich habe jedenfalls einen Schatten, nicht so einen hoffe ich, aber eben so einen.

 

Schattenfrau © Martina Hildebrand 2009

 

Schattenbild © Martina Hildebrand 2010

 

 


Natürlich habe ich nicht alleine einen Schatten.


Zu zweit – Pardon! – zu dritt einen Schatten zu haben, ist noch viel schöner.

 

Schattenfamilie © Martina Hildebrand 2010

 


Und manchmal sind Schatten sogar romantisch.

 

Schattenpaar © Martina Hildebrand 2008

 

Ich spielte mit dem Schatten,

im Beisein meines Gatten,

juchzend vor Freud und Wonne,

im Licht der Abendsonne.

 

Schattenpaar Abendsonne 1 © Martina Hildebrand 2007  

 

Schattenpaar Abendsonne 1 © Martina Hildebrand 2007

 

Schattenpaar Abendsonne 4 © Martina Hildebrand 2007

 

Schattenpaar Abendsonne 3 © Martina Hildebrand 2007

 


Wusstet ihr eigentlich schon, dass Pepper ein Schattenjäger ist?

 

Einen Ball auf der Hunderunde mitzunehmen, das kann ich mir getrost sparen. Zweimal werfen und ich kann selbst hinterherlaufen. Ein Hund von Welt interessiert sich eben mehr für den Duft der weiten Hundewelt, als für einen rollenden Ball.

 

Aber Schattenjagen, das scheint auch für einen Welthund wie Pepper nicht unter seiner Würde zu sein. Wenn ich bei Sonnenschein mit meinen Armen und Händen herumwedle, dann ist er nicht mehr zu halten. Er rennt hin und her, springt in die Höhe und bellt vor Freude.

 

Auch Schmetterlingsschatten, die vor seiner Nase am Boden „vorbeifliegen“, sind offensichtlich eine interessantere Beute als der Schmetterling selbst. Bisher hat er zwar noch keinen Schatten fangen können, aber wer weiß …

;-)

 

Gelegentlich hat eben auch der beste Freund des Menschen schon mal einen Schatten.

 

 Pepperschatten © Martina Hildebrand 2010

 

Nun habe ich noch ein paar schattige Blumengrüße für euch. Ich hoffe, ihr mögt Tulpen.

;-)

 

 Schattentulpen © Martina Hildebrand 2010

 

Martina Hildebrand

 


Nachtrag:

Ein Dankeschön geht an Elisabeth, die mich mit diesem Beitrag an meine Schattenbilder erinnert hat, die ich in den letzten Jahren fotografiert und nun herausgekramt habe.

:-)

Am Anfang war ein Gedanke

Abgelegt unter: Herausgefunden, Traumhaftes, Gedankensplitter, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 7:56 pm on Donnerstag, August 12, 2010

Ballon im Sonnenuntergang © Martina Hildebrand 2010

Am Anfang war ein Gedanke …

 

„Was hältst du davon, wenn wir heute mal ins Kino gehen?“ Herr Buchstabenwiese sieht mich fragend an.

„In welchen Film denn?“, frage ich neugierig.

„Inception, mit Leonardo DiCaprio.“

 

Ehrlich gesagt hatte ich nicht den blassesten Schimmer, auf was ich mich da einlassen würde. Klar, den Titel hatte ich schon mal gelesen und ich meinte mich erinnern zu können, dass er eine gute Kritik bekommen hatte. Das war es aber auch schon.

Immerhin spielte Leo mit und wir waren eine halbe Ewigkeit nicht mehr im Kino gewesen.

Also fuhren wir am Wochenende, an einem Samstagabend, spontan ins Kino.

 

Erstaunlicherweise bekamen wir noch Karten für die letzte Reihe, nicht mittig aber immerhin. Nun waren Popcorn und Limo an der Reihe …

 

 

Doch halt.

Vor gut einer Woche hatten wir angefangen, uns gesünder zu ernähren und abzunehmen, und gerade hatte sich auch der erste kleine Erfolg eingestellt. Was tun?

 

Zuckerhaltige Getränke waren Tabu, aber Wasser mochte Herr Buchstabenwiese auch nicht. Popcorn? Nee, zu viel Zucker. Nachos? Waren auch nicht besser.

Um uns herum wimmelte es von Menschen, die riesige Popcornbecher in ihren Armen hielten und Schalen mit leckeren Nachos auf den Handflächen balancierten. Versuchung pur. Und dann war da noch der Stand mit dem leckeren Gummi- und Lakritzzeug, da lief uns schon beim bloßen Anblick das Wasser im Mund zusammen.

 

 

Wenn einer von uns einknicken würde, würde der andere sofort folgen, das war klar, und eigentlich wartete jeder nur darauf, dass der andere nachgab …

Doch wir blieben stark, dachten an unseren kleinen Erfolg und holten uns nur eine Apfelschorle. Nix zum Knabbern!

Zum Glück konnten wir schon bald unsere Plätze einnehmen.

 

 

Ich kuschle mich in den Sitz, froh der Versuchung widerstanden zu haben, blicke nach links, blicke nach rechts und starre direkt auf ein volles Schälchen leckerer Nachos.

Wie auf dem Präsentierteller hält der Typ neben uns die Nachos in die Höhe. Er hält sie einfach nur, ohne einen einzigen davon zu essen. Die ganze Zeit. Immer wieder muss ich hinsehen und würde am liebsten zugreifen.

 

Das Licht geht aus, Werbung läuft, das Licht geht wieder an.

 

Das Erste, das ich sehe, sind die Nachos. Noch immer unberührt.

Verzweifelt nuckle ich an meiner Apfelschorle und unterdrücke den Impuls, die Nachos an mich zu reißen. So ist die Apfelschorle leer, eh der Film anfängt. Wieso haben wir keine größere gekauft?

 

Erlösung naht. Das Licht geht aus und der Film beginnt.

 

„Es geht um Träume, in die Leonardo DiCaprio als Dieb eindringt“, war alles, was ich vorher über den Film wusste. Das änderte sich so schnell auch nicht.

Die erste Stunde vom Film war für mich ähnlich verwirrend wie ein Traum. Doch viel schlimmer war: Ich war alles andere als von der Handlung gefesselt.


Ich sah auf meine Uhr und versuchte zu entziffern, wie lange ich noch aushalten musste. Worauf ich beschloss, dass meine nächste Uhr unbedingt Licht haben musste.

Ich langweilte mich! Und weil ich mich langweilte, gingen mir diese blöden Nachos nicht mehr aus dem Kopf. Unglaublich.

Meine Gedanken wanderten nach Hause, hin zu unserem Wohnzimmerschrank, in dem leckere Chips lagen. Chips, die ich SOFORT, AUF DER STELLE, gerne gegessen hätte.

Sie liegen schon eine Weile da, ohne dass ich sie angerührt hätte, aber kennt ihr das, wenn man etwas nicht haben darf?

Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich die leckeren Chips auf der Stelle hergebeamt und vor lauter Frust die ganze Tüte aufgemampft.

 

 

 

Zum Glück kann ich nicht beamen …

 

In der zweiten Hälfte des Films kam auch für mich ein wenig Spannung auf, sodass ich die Nachos und die Chips endlich vergessen und dem Film folgen konnte. Halleluja.

 

Na gut, nach dem Film haben wir dann doch noch Gummizeugs gekauft, als Belohnung dafür, dass ich solche Qualen erleiden musste. Drei der Gummidinger habe ich auch gleich in mich hineingestopft. So! Mein Schatz auch.

Zuhause habe ich dann mein süßes Verlangen – nein, nicht mit Chips – sondern mit Erdbeeren und Pflaumen gestillt. Die Chips sollten noch immer unberührt im Schrank liegen, falls meine Gedanken sie nicht irgendwohin gebeamt haben.

 

Mit dem Gummizeugs haben wir uns wirklich sehr zurückgehalten und es dem Plan nach rationiert. Dennoch, es ist verrückt, aber wenn die Tüte da liegt und man weiß, dass man nur ein oder zwei davon essen darf, dann hat man ständig Appetit drauf.

Doch nun ist sie leer und die liebe Seele hat Ruhe.

 

 

Und der Film?

Tja, ich würde sagen, Herr Buchstabenwiese schuldet mir auf jeden Fall einen Kinobesuch mit einem richtig kitschigen Liebesfilm oder so was.

 

 

„Inception“ ist für mich eindeutig ein Ballerfilm, was erklärt, warum dieser Film, der durchaus Tiefe und Intelligenz besitzt, besonders bei Männern gut ankommt.

Dabei ist der Gedanke dahinter, das Thema des Films, eigentlich sehr interessant. Träume, in die sich Diebe einklinken, bis ins tiefste Unterbewusstsein vordringen und durch geschickte Beeinflussung des Traums den Träumenden dazu zu bringen dem Dieb Geheimnisse zu zeigen. Extraktion.

 

Leonardo DiCaprio spielt dabei den talentierten Dieb Dom Cobb, der Beste auf dem Gebiet der Extraktion. Während einer Traumphase stiehlt er wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins seiner Opfer. Durch seine seltene Begabung ist er in der Welt der Industriespionage heiß begehrt. Die Kehrseite der Medaille: Er wird auf der ganzen Welt gesucht und kann nicht zurück nach Hause zu seinen Kindern.

Doch dann wird ihm ein Auftrag angeboten, in dem er und sein Team etwas Unmögliches vollbringen sollen. Das Gegenteil von Extraktion. Statt eine Idee zu stehlen, soll er eine einpflanzen. Inception.

Ein Auftrag, den er nicht ablehnen kann, denn das Gelingen des Auftrags würde ihn zurück zu seinen Kindern bringen.

Trotz sorgfältiger Planung läuft natürlich nichts nach Plan. Logisch. Es gibt einen Gegner, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint …

 

Nach dem Film gingen mir verschiedene Gedanken durch den Kopf. Ich fragte mich, was mag die Aussage des Films sein?

 

 

Vielleicht:

„Wer zu tief in seine Traumwelt versinkt, kann sich für immer in ihr verlieren.“

 

Oder:

„Ein Gedanke ist anfangs nicht mehr als ein Samenkorn. Doch wird er in fruchtbaren Boden gepflanzt, kann er zu etwas Großem heranwachsen und sich mit tiefen starken Wurzeln im Grund festkrallen. Drum sei wachsam, welchen Samen du pflanzt.“

 

Ja, ein Gedanke, und sei er auch noch so klein, kann widerstandsfähig sein wie ein Virus und sich ausbreiten. Keiner kann vorhersehen, was dieser Gedanke einmal anrichten wird.

 

Werden uns nicht tagtäglich Gedanken „eingepflanzt“? Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Durch Werbung, Filme, Computerspiele, Bücher, Gehörtes, Gesehenes, Erlebtes …

Wer weiß schon, welcher Gedanke auf fruchtbaren Boden fällt, welche Aussage sich unbemerkt ins Unterbewusstsein einnistet und von dort aus seine Fäden ziehen wird.

Wer weiß schon, welche Gedanken sich bereits in uns eingenistet haben.

Ich bin sicher, in jedem von uns irren unentdeckte Gedanken im Unterbewusstsein herum, die unser Handeln und Denken steuern. Nicht immer zu unserem Vorteil.

 

 

Eine weitere Aussage hat sich mir aufgedrängt:

„Wer die Schatten der Vergangenheit festhält, steht sich selbst im Weg sein Leben zu leben.“

 

Wie gesagt, die Thematik des Films finde ich durchaus spannend, äußerst fesselnd und intelligent durchdacht. Auch die Symbolik im Film finde ich klasse.

Der Tresor, der das Unterbewusstsein darstellt, in das geheime Gedanken eingesperrt werden. Geschaffene Traumwelten, in denen Gebäude bröckeln. Eine Security, die das Eindringen ins Unterbewusstsein verhindern soll. Eine Security, die manchmal auch zerstörerisch gegen uns selbst vorgeht, weil sie die Sicherheit in Gefahr sieht.

Das und noch mehr kann man erkennen, wenn man über das Geballer mal hinwegsieht.

 

Leider war dennoch die Art, wie der Film umgesetzt wurde, nicht meins. Typisch Mann eben. Es wird wild herumgeballert und getötet.

Mir persönlich wäre etwas weniger Geballer, dafür mehr Spannung lieber gewesen.

Ich liebe es, wenn Filme und Bücher mich von Anfang an fesseln können, sodass ich gar nicht erst über Nachos nachdenken muss …

 

Fazit: Wer den Film wegen der positiven Aspekte gerne sehen möchte, sollte unbedingt was zum Knabbern mitnehmen.

 

Und noch ein kleiner Tipp:

Passt auf eure Gedanken auf. Die, die ihr in euer Innerstes lasst, die, die in euch wachsen und die, die ihr anderen „einpflanzt“.

Denn Disney World und ein Amoklauf haben eins gemeinsam:

Am Anfang war ein Gedanke …

 

Martina Hildebrand

Wäschephilosophie

Abgelegt unter: Herausgefunden, Sinnig Unsinniges, Alles — Buchstabenwiese at 3:37 pm on Sonntag, August 1, 2010

Kobold © Martina Hildebrand 2010

Wäscheerkenntnisse und jede Menge Kobolde

 

Es ist soweit. Wie bereits angekündigt, geht es heute um Wäsche und was ich über sie herausgefunden habe. Lasst euch überraschen.

 

Die Vorgeschichte:

 

Normalerweise besucht Wäsche bei uns den Waschkeller, um gewaschen zu werden und schnurstracks wieder im Schrank zu landen. Das mag unsere Wäsche. Denn nur so ist gewährleistet, dass sie sich möglichst bald wieder an unsere warmen Körper kuscheln kann, während sie sich die Luft der weiten Welt um die Fasern wehen lässt.

Normalerweise, wie gesagt.

 

Doch unsere Wäschewelt war aus dem Gleichgewicht geraten. Ob ein Wäschekobold sein Unwesen trieb oder eine ganze Horde Haushalts- und Schmerzkobolde?

Klammheimlich versammelte sich nach und nach die Wäsche in unserem Waschkeller und mutierte zu vielen sorgsam sortierten Wäschehügeln. Und da Wäsche praktisch jeden Tag neu produziert wird, guckte ich irgendwann dumm aus der vielen Wäsche.

 

 

Wie konnte es nur soweit kommen?

 

Nun, zunächst hatte ein Depressionskobold mich wochenlang voll im Griff. Ich war also nicht gerade zu Höchstleistungen zu gebrauchen. Wer selbst schon mal in die Fänge eines Kobolds geraten ist, der liebend gerne Blei in Menschenkörper pumpt, wird verstehen, was ich meine. Vermutlich hat der Wäschekobold das ausgenutzt.

 

Und gerade als der Depressionskobold von mir abließ und mich eine kleine Energiewelle durchströmte, schlug der fiese Schmerzkobold zu und attackierte meinen Rücken.

Wochenlang war ich außer Gefecht gesetzt, zum Nichtstun verdammt.

Selbst das Befüllen der Waschmaschine war ein äußerst schmerzhaftes Unterfangen.

Nach Feierabend trug Herr Buchstabenwiese mir die Wäsche in den Keller und wieder rauf, stopfte für mich die Wäsche in die Maschine und holte sie wieder raus, sodass ich wenigstens das Nötigste waschen und bügeln konnte.

Was im Stehen machbar war, konnte ich unter Tabletteneinfluss einigermaßen erledigen. Langsam und in Maßen.  

 

Fakt ist, es wurde mehr Wäsche produziert, als ich zu waschen in der Lage war.

 

Da fragt man sich, wieso hatten wir überhaupt noch was Sauberes zum Anziehen?

 

Indem man von der Hand in den Mund lebt. In Wäschesprache ausgedrückt heißt das: Waschen - anziehen.

Okay, ganz so krass war es nicht, aber so ähnlich. Die gewaschenen Hemden von Herrn Buchstabenwiese, der jeden Tag ein Hemd braucht, fristeten im dunklen Keller auf der Stange ihr Dasein, bis eins nach dem anderen ans Licht geholt und gebügelt wurde.

 

 

Glücklicherweise wechselte auch noch die Jahreszeit.

Nach einem dunklen Winter und einem nicht allzu schönen Frühling kam der Sommer. Es wurde heiß.

   

 

Das heißt, die Wäsche, die jetzt im Keller lag, brauchten wir größtenteils nicht mehr.

Der Wäschekobold wird sich gefreut haben.

 

Schon hierbei hat mich die erste Wäscheerkenntnis überfallen:

 

Wäsche ist heimtückisch.

Hält man sie nicht ständig unter Kontrolle, vermehrt sie sich explosionsartig. Gibt man ihr Raum, ist man verloren.

 

Das erinnert mich jetzt irgendwie an wucherndes Unkraut im Garten.

Man könnte also sagen, die Wäsche ist das Unkraut des Hauses. Und während man es beseitigt, wächst bereits neues.

 

Und dann?

 

Der Schmerzkobold zog sich langsam zurück, das Saunawetter pausierte und ich bekam einen heftigen Unkrautvernichtungsdrang.

So machte ich mich zunächst über das Gartenunkraut her, das mittlerweile astronomische Größen angenommen hatte und offensichtlich die Herrschaft über meinen Garten anstrebte. Ich ruhte nicht eher, bis ich alles ausgerupft oder AUSGEGRABEN hatte. Sehr zum Leidwesen meines Rückens. Egal. Einen Tag ausruhen, ein paar Tage kürzertreten und eine neue Energiewelle erfasste mich.

 

Nun ging es dem Wäscheunkraut an den Kragen!

Ich wusch und hängte die Wäsche hinaus ins herrliche Sommerwetter. Ich wusch und hängte, wusch und hängte, wusch und hängte unaufhörlich. Ich war besessen und hatte nur noch eins vor Augen: leere Wäschekörbe.

       

 

Genauso besessen war ich vom Bügeln. Ich! Eigentlich mag ich bügeln überhaupt nicht. Doch jetzt bügelte ich beschwingt alles weg, was mir unter die Finger kam. Schon wieder was trocken, das gebügelt werden muss? Her damit. Ob Hemden, Blusen, vereinzelte T-Shirts oder etliche Weihnachtsdecken. Alles wurde sofort weggebügelt.

   

 

Was die Nachbarn wohl gedacht haben, als mitten im Sommer Weihnachtsdecken zum Trocknen auf der Leine hingen? *grins*

Weihnachtsdecken zählten NACH Weihnachten nicht wirklich zu den notwenigen Dingen und waren daher liegen geblieben. Aber nach Weihnachten ist nun mal vor Weihnachten und bald ist es wieder soweit: „Leise rieselt der Schnee …“ *träller* Ich bin vorbereitet.

 

Keine Panik, es sind noch vier Monate und vierundzwanzig Tage bis Heiligabend. Freilich muss man bedenken, dass der erste Advent bereits am 28. November ist, das heißt, die Schokoladenweihnachtsmänner werden bald wieder die Kaufhäuser bevölkern. *grins*

Nur, dass ihr euch nicht wundert…

 

Zurück zur Wäsche

 

Wäsche?

Wo?

Die Körbe waren leer!

Wow, was für ein Anblick. Ich hatte mein Ziel erreicht.

 

Nun musste die Wäsche nur noch in den Schrank. Einige Sachen hatte ich nach und nach bereits weggeräumt, doch einiges hing noch auf Bügeln an Türklinken oder lag gefaltet auf dem Bett. Und da sah ich das Dilemma.

Der Schrank war geschrumpft.

 

 

Nein, ich hatte keine neuen Klamotten gekauft, damit ich nicht waschen muss.

Vielleicht aber hatte ein Wäschekobold mir heimlich Koboldwäsche untergejubelt. Wäre doch möglich, in einem Haus, in dem es offensichtlich von Kobolden nur so wimmelt.

 

 

Das würde auch erklären, warum ich das Gefühl hatte, Wäsche für einen mindestens Sechspersonenhaushalt zu waschen.

Jedenfalls passten weder alle Handtücher ins Regal noch alle meine Klamotten in den Schrank.

 

Plötzlich machte es Klick und eine weitere Wäscheerkenntnis sprang wie eine unter Spannung stehende Wäscheklammer von der Leine und mir direkt ins Auge:

 

Wäsche muss im Fluss sein.

 

 

Ihr wisst schon, kein Fluss wie der Rhein oder so. Nein. So, wie alles im Leben im Fluss sein sollte, so ist es auch mit der Wäsche. Dadurch ist sie besser verteilt, sie ist im Gleichgewicht. In der Wäschebalance sozusagen.

 

Ich will es mal verdeutlichen.

Nehmen wir mal die Unterwäsche, die wir gerade anhaben. Morgen früh ziehen wir nach dem Duschen neue Unterwäsche an, hoffe ich doch. Das heißt, der getragene Slip wird in den Wäschekorb geworfen. Ein paar Tage später wird dieser Slip mit dem restlichen Inhalt des Korbes geleert und in den Wäschekeller gebracht, wo er darauf wartet, gewaschen zu werden. Nach der Wäsche wird der Slip gefaltet und in den Schrank oder in die Schublade geräumt. Andere Wäsche lagert vielleicht noch im Bügelkorb, bevor sie in den Schrank wandert. So rotiert die Wäsche von einer Station zur anderen.

 

Und wenn alles im Fluss ist, ist an jeder Station ein Teil der Wäsche. Und voilà, die Wäsche passt in den Schrank. Alles ist im Gleichgewicht.

 

Gibt es sonst noch etwas Wissenswertes über Wäsche?

 

Klar.

 

Hin und wieder ist es an der Zeit, sich von einem Slip zu trennen und neue Slips ins Leben zu lassen.

Dafür gibt es die verschiedensten Gründe.

Er ist über die Jahre „eingelaufen“ und schnürt uns alles ab, was uns lieb ist.

Er hat ein Loch an der Seite, das wir nicht stopfen können oder wollen.

Sein Gummi ist so ausgeleiert, dass er uns vom Allerwertesten rutscht.

Oder er fristet sein Dasein nur noch als Notfallslip in der Schublade, für den Fall, dass alle anderen Slips in der Wäsche sind.

 

Der Notfall wird nicht eintreffen, da bin ich sicher. Denn längst schon haben wir einen neuen Slip gekauft. Lassen wir ihn also los und trennen uns von ihm.

 

Denn auch Loslassen gehört dazu, alles im Fluss zu halten und die Balance zu wahren. Was wir festhalten, kann nicht fließen.

So ist das auch bei der Wäsche.

 

Also, seht zu, dass eure Wäsche immer im Fluss bleibt.

 

Ja, dann werde ich mich wohl mal ans Ausmisten machen …

 

Martina Hildebrand

 


Nachtrag:

 

Mein Lesetipp passend zur Wäschephilosophie :-) : Anna-Lenas „Single Socken“

 

 

 

 

Saunawetter und Feuchtgebiete

Abgelegt unter: Herausgefunden, Sinnig Unsinniges, Alles — Buchstabenwiese at 4:25 pm on Dienstag, Juli 13, 2010

Sonne © Martina Hildebrand 2010

36 Grad und es wird noch heißer …

 

Heute will ich mal etwas Ungewöhnliches tun, ungewöhnlich für mich, ungewöhnlich bei diesen Temperaturen. ABER: Über Hitze und Schwüle meckern kann schließlich jeder. ICH mache mich jetzt auf die Suche nach …

 

… 10 Vorteilen dieses „wunderbaren“ Saunawetters.

 

 

 

 

 

 

Achtung, es geht los:

 

1. Enorme Gesichtscremeersparnis

Wer braucht schon teure Feuchtigkeitscreme, wenn ein Schweißfilm das ganze Gesicht überzieht. Meine sonst so trockene Gesichtshaut spannt nicht, juckt nicht, ist nicht gereizt, sondern elastisch und feucht. Vor allem feucht.

Da tun sich so einige Feuchtgebiete auf. Und das nicht nur im Gesicht.

Was mich auch gleich zu Vorteil Nummer zwei führt …

 

2. Preiswertes Verhütungsmittel

Wer will sich schon mit seinem schweißgetränkten Body an einen anderen schweißgetränkten Body kuscheln, um noch mehr Schweiß zu produzieren …

Muss ich das noch weiter ausführen?

Pepper, der auf nackte, schweißbedeckte Männerwaden steht, lasse ich jetzt mal außen vor.

 

 

3. Super Alters- und Krebsvorsorge

Zu viel Sonne kann Krebs erzeugen und lässt unsere Haut schneller altern. Logisch.

Doch nun kommt der Clou. Noch mehr Sonne bewirkt das Gegenteil. Zumindest bei mir.

Bei Temperaturen um die 30 Grad und mehr habe ICH keine Ambitionen mehr, mich in der Sonne aufzuhalten. Gibt es einen besseren Schutz?

Ich bleibe freiwillig im Haus und ziehe die Rollläden runter.

Ähm, ist wirklich Sommer?

Rätselfrage: Woran erkennt man, dass Sommer ist?

Richtig. An der Dunkelheit.

(Liebhaber der analogen Fotografie sollten allerdings prüfen, ob sie sich nicht gerade einfach nur in einer Dunkelkammer aufhalten, um Fotos zu entwickeln.)

 

4. Coole Kellerbegegnungen

Wer liebt sie nicht, die Begegnungen mit schweißgetränkten Wäschebergen, wenn er sich dafür im KÜHLEN Keller aufhalten darf. Cool. Her mit der Wäsche.

 

5. Befreites Bügeln

Beim Bügeln muss ich nicht mehr schwitzen.

Nicht mehr als ich es ohnehin schon tue.

Ich erinnere an die Feuchtgebiete. Feucht ist feucht. Es macht also keinen Unterschied.

 

 

6. Erwachender Spieltrieb

Ohne schlechtes Gewissen darf ich die schweren Beine hochlegen und meinen Spieltrieb beim Beamtenmikado ausleben: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Wer verliert, muss einen erneuten Schweißabsonderungsschub aushalten. Doch selbst das ist ja ein Vorteil. Ich verweise auf Punkt eins.

 

7. Energiereduzierte Spiegeleier

Rein theoretisch könnte ich Energie sparen, indem ich Spiegeleier auf meinen Fußsohlen brate. Eigentlich ganz praktisch, aber obwohl ich KEINE Stinkefüße habe, soll dieser Punkt doch lieber theoretisch bleiben.

 

8. Freiheit im Bett

Hurra, das Bett in unserem Backofen-Schlafzimmer gehört wieder uns. Kein Hund macht sich breit, liegt längs und quer und schubst uns aus dem Bett. Ganz brav und freiwillig liegt er VOR dem Bett, alle vier Pfoten von sich gestreckt.

 

9. Enormer Zeitgewinn

Es fällt mir überhaupt nicht schwer, lange wach zu bleiben. Gleichzeitig bin ich ungeheuer motiviert früh aufzustehen, um mit Pepper meine tägliche Runde über sonnengetränkte Felder zu drehen. Ich komme tatsächlich mit drei bis fünf Stunden Schlaf aus, was mir tagsüber auch das Nichtbewegen beim Beamtenmikado erleichtert.

 

10. Romantik pur

Eigentlich sind es sogar zwei Vorteile. Sommergewitter sorgen bei schwüler Hitze für Romantik, während wir gleichzeitig Strom sparen. Wow.

Samstagnacht erst hatten wir dieses Vergnügen. Es blitzte und donnerte und … Poff! Der Strom war weg, mitten im Film. Für eine halbe Stunde saßen wir bei Kerzenlicht und einem Buchstabenspielchen gemütlich beisammen und genossen Winterromantik mitten im Sommer.

 

Sonnenuntergang7 © Martina Hildebrand 2010

 

Fertig!

Okay, vielleicht gewöhne ich mich ja doch noch an das Wetter.

Klar, und die Erde ist ne Scheibe …

 

Mein Tipp: Durchhalten. Nichts bleibt, wie es ist.

 

 

Martina Hildebrand

 

P. S. Kaum habe ich mich mit den Vorteilen des Saunawetters beschäftigt, fallen auch schon die Temperaturen und es regnet. Ob ich das öfter machen sollte? Scheint ja zu helfen. Herrlich, diese Hitzeunterbrechung.

Brief an Petrus

Abgelegt unter: Herausgefunden, Zeit, Taufrisch, Sinnig Unsinniges, Alles, Fotos, Tagebuch — Buchstabenwiese at 8:31 pm on Freitag, Juli 2, 2010

Wolken 5 © Martina Hildebrand 2010

Lieber Petrus,

 

ich weiß nicht, was du dir DABEI gedacht hast.

Da nimmst du dem Frühling ein paar Grad weg, nur um dem Sommer ein paar Grad oben draufzupacken!!! Und wer darf das ausbaden, und zwar im eigenen Saft? Wir!

Es ist zu heiß, mein lieber Petrus, falls du es noch nicht gemerkt hast!

 

Du sitzt da oben auf deiner Wolke, auf der es schön kühl ist, und guckst uns beim Schwitzen zu. Apropos kühle Wolke und zugucken …

Da kommt mir gerade ein Gedanke …

 

Solltest du etwa da oben frieren? Wolltest du, dass wir Frauen uns hier unten auf der heißen Erde kurze Röcke und knappe Oberteile anziehen, damit dir da oben wieder warm wird?  

 

Ist ja wieder mal typisch Mann! Dass Mann immer gleich übertreiben muss.

 

Lieber Petrus, nun dreh die Wetterheizung doch bitte mal ein paar Grad runter, dann ist es immer noch warm genug, dass sich das Gucken lohnt. Ansonsten mache ich die Rollläden so dicht, dass du gar nix mehr sehen kannst. So!

 

Hochachtungsvoll

 

Martina Hildebrand

 

Kleine Abkühlung gefällig?

Pepper im Schnee © Martina Hildebrand 2009

 

Schneezweige © Martina Hildebrand 2009

 

 


Schon besser, oder?


Oder doch lieber so:

 

Wasser de Luxe © Martina Hildebrand 2008

 

Wasser © Martina Hildebrand 2008

 

Pepper im Wasser © Martina Hildebrand 2008

 

      

Freddy

Abgelegt unter: Herausgefunden, Sinnig Unsinniges, Alles, Geschichten — Buchstabenwiese at 8:35 pm on Mittwoch, Juni 30, 2010

Gummibärchen © Martina Hildebrand 2009

Freddy

 

Kennt ihr auch dieses unglaublich tolle Gefühl, nachdem ihr euch aufraffen konntet das Chaos in eurem Büro zu beseitigen?

 

 

Ihr klopft euch stolz und zufrieden auf die Schulter, genießt die leere Fläche auf dem Schreibtisch, die verlockend zum Schreiben ruft, spürt diese Energie verbunden mit dem Gefühl der Aufgeräumtheit durch euren Körper fließen und versprecht reuevoll, es nie wieder soweit kommen zu lassen. Nie wieder soll dieses Chaos über euch hereinbrechen.

 

 

Doch dann kommt Freddy.

 

 

Freddy ist der beste Freund vom „Inneren Schweinehund“, was enorm viel über seine Fähigkeiten aussagt. Die beiden arbeiten Hand in Hand. Oh ja, so sieht es aus.

 

Freddy ist gerissen und arbeitet mit System.

Erst platziert er kleine Dinge wie Kugelschreiber, Bleistifte, Anspitzer und Lineale auf dem Schreibtisch so, dass es kaum auffällt, und irgendwie scheinen diese Dinge auch dort hinzugehören.

 

Dann lässt er hier einen Duden liegen und dort eine Zeitschrift, alles Dinge, die wir brauchen und die auf unserem Schreibtisch ihre Daseinsberechtigung haben. Alles ganz legitim.

 

Und während wir damit beschäftigt sind, ein Synonym herauszusuchen oder eine Idee aufzuschreiben, flüstert uns Freddy ins Ohr, dass wir genau jetzt etwas anderes dazwischenschieben sollten. Etwas, das wir längst tun wollten, das uns irgendwie immer wieder entfallen war. Auch hier hatte Freddy natürlich seine Finger im Spiel, in weiser Voraussicht, diesen Umstand genau für diesen Zweck gebrauchen zu können.

Wir nehmen das entsprechende Buch aus dem Regal und widmen uns spontan dieser Aufgabe. Bald wird dieses Buch - dank Freddy - auch seinen Platz auf dem Schreibtisch finden …

 

Nach und nach füllt sich der Schreibtisch auf diese Weise quasi unbemerkt.

 

 

Gerade wenn wir wahrnehmen, dass da etwas nicht stimmt, dass die vor Kurzem von uns eigenhändig geschaffene Ordnung auf den Kopf gestellt wird, wir uns an unser Versprechen erinnern es nie wieder soweit kommen zu lassen, lenkt uns Freddy geschickt ab.

Er hat das natürlich vorausgesehen, sogar darauf spekuliert, weil es die Sache für ihn spannender macht. Umgehend sorgt er dafür, dass uns etwas Wichtiges, Unaufschiebbares einfällt. Freddy ist da sehr kreativ. Und für den Fall, dass Freddy sein Repertoire ausgeschöpft haben sollte, ruft er seinen Freund zur Hilfe, den „Inneren Schweinehund“. Wie wir alle wissen, ist er der absolute Meister im Finden von Ausreden.

 

Wie festgewachsen sitzt er mit seinem dicken Schweinehintern auf seiner Couch, blickt uns mit großen Hundeaugen an und redet auf uns ein. Morgen sei auch noch ein Tag, wir sollten uns zwischendurch auch mal ausruhen, das hätten wir uns schließlich verdient. Ein Tässchen Kaffee und ein Stückchen Schokolade würde uns die Lebensgeister zurückbringen. Danach ginge alles wie von selbst.

 

 

Klingt verlockend, oder nicht? Schließlich haben wir ja selbst schon gemerkt, dass wir ein bisschen müde sind und ein kleines Päuschen brauchen könnten …

Und schon sind wir in die Schweinefalle getappt. Zack.

 

Vorsicht!!! Jetzt bloß nicht mit Kaffee und Schokolade NEBEN dem „Inneren Schweinehund“ auf der Couch Platz nehmen!

 

Wer es soweit kommen lässt, ist unweigerlich verloren.

Denn der beste Freund von Freddy ist nun in seinem Schweineelement. Er wächst und wird immer fetter. Tief und tiefer sinkt er mit seinem dicken Schweinehintern in die Polster. Und wir, die ahnungslos danebensitzen, erliegen der Schwerkraft, rollen gegen den „Inneren Schweinehund“ und stellen fest, dass dieser erstaunlich kuschelig ist …  

 

 

Jetzt hat Chaos-Freddy sein Ziel erreicht: Während wir mit dem „Inneren Schweinehund“ kuscheln, geht für ihn der Spaß erst richtig los. Er läuft zur Hochform auf und lässt unser Büro im Chaos versinken.

 

Nachdem Freddy sich ausgetobt hat, lauert der hinter den Büchern darauf, dass wir erscheinen. Auf keinen Fall will er diesen einen Moment verpassen. Den Moment, in dem wir unser Büro betreten und uns unsere kuschelige Zufriedenheit bei DEM Anblick aus dem Gesicht fällt. Das ist der Moment, auf den Freddy hinarbeitet.

 

Erstaunlich, dass wir es überhaupt schaffen unser Büro immer wieder in Ordnung zu bringen, oder?

 

Nein, so erstaunlich ist das gar nicht. Wenn wir nämlich jetzt den Entschluss fassen aufzuräumen, lässt uns Freddy für eine Weile in Ruhe. Ja, mehr sogar. Er setzt sich neben seinen Freund, den „Inneren Schweinhund“, lenkt ihn ab und lässt uns freie Bahn zur Chaosbeseitigung.

Denn Freddy liebt die Herausforderung. Ein chaotisches Büro in noch mehr Chaos stürzen, das kann schließlich jeder. Doch eine wunderbare Ordnung in solch ein Chaos verwandeln, das kann nur Freddy.

 

So, und bevor ich jetzt die Spuren von meinem Chaos-Freddy beseitige, der dieses Mal besonders viel Spaß gehabt haben muss, setze ich mich noch mit einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Schokolade neben dem „Inneren Schweinehund“ aufs Sofa und kuschel eine Runde. Wir wissen ja, danach geht alles wie von selbst.

 

 

 

Martina Hildebrand

Ob Petrus bügeln kann?

Abgelegt unter: Zeit, Herausgefunden, Sinnig Unsinniges, Alles — Buchstabenwiese at 9:03 pm on Sonntag, Juni 27, 2010

Zeit © Martina Hildebrand 2009

Ob Petrus bügeln kann?

 

Vor zwei Tagen hat mir die Post einen Katalog gebracht. Oh, dachte ich, dann kann ich gleich ein bisschen darin rumblättern. Da bin ich ganz Frau.

 

Meine Augen weiteten sich, als ich DAS hier las: Herbst / Winter 2010.

 

Hatte nicht gerade erst der Sommer begonnen?

Hatten nicht gerade noch alle herumgejammert, weil sie sich in Sommerklamotten Frostbeulen holten, weil der gemeine SOMMER einfach nicht kommen wollte?

Und waren nicht gerade im Moment Temperaturen draußen, bei denen man in der Mittagsonne wie Vanilleeis bei 175 °C im Backofen zerfließt? Wer will da schon Winterklamotten kaufen?

 

Andererseits hatte ich bei Sabine auch schon was von Weihnachten gelesen …

Das bringt mich jetzt doch ins Grübeln. Sollte ich mich vielleicht auf einen schrecklichen Kälteeinbruch vorbereiten?

Stehen im Supermarkt etwa schon die Schokoladennikoläuse im Regal, verziert mit einem Deutschlandschal um den Hals, WM-Nikoläuse oder so?

Kann es sein, dass die Ereignisse immer mehr zusammenrücken, oder kommt es mir nur so vor?

 

Ich glaube ja, dass die Zeit schrumpft. Irgendwer hat die Zeit gepackt und sie wie eine leere Brötchentüte zusammengeknüllt. Und nun liegen Frühling, Sommer, Herbst und Winter nebeneinander, unter- und übereinander, durcheinander, dicht beieinander.

 

Wir brauchen dringend ein Zeitbügeleisen, das das Zeitknäuel glattbügeln kann.

Irgendjemand muss es schließlich ausbügeln. Ob Petrus bügeln kann?

 

Martina Hildebrand

Es perlt so perlig, wenn perlige Perlen perlen …

Abgelegt unter: Herausgefunden, Traumhaftes, Gluecksmomente, Alles, Tagebuch — Buchstabenwiese at 6:19 pm on Dienstag, Mai 25, 2010


Es perlt so perlig, wenn perlige Perlen perlen …

Perlen pink © Martina Hildebrand 2010


Perlige Überraschung!

 

Im April bekam ich Post von einem Engel namens Iris.

Was drin war, möchtet ihr wissen?

Ihr Naseweis, ihr Schelmenpack… Upps, das war ja was anderes.

Oder haben wir etwa schon wieder Weihnachten? Natürlich nicht! Also wirklich.

;-)

Okay, ich verrate es euch.

 

Das hier war drin:

 

Überraschungspost © Martina Hildebrand 2010

 

Eine wunderschöne Karte von der Grafik Werkstatt mit den Zeilen:

„Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.“

Auf der Rückseite lud mich Iris ein, „es“ auszuprobieren. Und zwar „Schmuckbasteln mit Perlen“. Die liebe Iris hatte in ihrem Blog schon mal vom Perlenbasteln berichtet.

 

Und dann war ja noch das Säcklein im Umschlag.

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

Ich sprach: „Das Säcklein, das ist …“

Sorry, es war ja erst April.

;-)

Also, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, das Säcklein.

Seht her:

 

Überraschungspost1 © Martina Hildebrand 2010

 

In diesem Säcklein war als Motivationsgeschenk ein Flügelmädchen für das Flügelmädchen.

 

Flügelmädchen © Martina Hildebrand 2010

 

Ui, was habe ich mich gefreut. Mit feuchten Augen habe ich Herrn Buchstabenwiese ganz stolz meine Überraschungspost gezeigt.

 

Und letzten Donnerstag, da war es soweit. Das Flügelmädchen ist mit dem Engel Iris und noch ein paar lieben Menschen zum „Schmuckbasteln mit Perlen“ gefahren.

 

Die erfahrenen Perlenschmuckbastler brachten eigenes Werkzeug und Verpflegung zum Überleben mit. Auf dem Tisch tummelten sich Wasserflaschen, Haribo, Chips und Plätzchen, während ich ganz bescheiden und völlig ahnungslos, nur ein kleines Fläschchen Wasser gegen den Durst in der Tasche hatte.

:oops:

Nicht mal eine Kamera hatte ich dabei. Also wirklich. Und die Fotos mit dem Handy sind fast alle nix geworden. Daher kann ich hier nur ein bisschen was zeigen.

 

Dann ging es los. Ich nahm mir erst mal ein Schälchen und staunte. Perlen über Perlen perlten da vor sich hin. Blau, grün, gelb, rot, lila, weiß, beige, braun …

 

Perlen blau © Martina Hildebrand 2010

 

Perlen rot © Martina Hildebrand 2010

 

Hilflos sah ich mich um. Ein ganzes Perlenmeer tat sich vor mir auf.

 

Perlenmeer © Martina Hildebrand 2010

 

Erwähnte ich, dass ich vorher so etwas noch nie gemacht habe? Aber einmal ist ja immer das erste Mal.

 

Als logischer Mensch ging ich erst mal logisch vor. Für Perlenschmuck braucht man Perlen. Also betätigte ich mich als Perlensucher und legte ein paar schöne Perlen in mein Schälchen.

So. Jetzt noch ein paar schöne Metallteile dazu. Geht doch.

Zufrieden schaute ich in mein Schälen. Ohne einen blassen Schimmer, was daraus werden sollte …

 

Perlen © Martina Hildebrand 2010

 

Und jetzt? Hmmm … Denk logisch, Martina. Irgendwie müssen die Perlen ja auch zusammenhalten, nicht wahr? Fragt sich nur wie? Mit Draht, Schnurr oder was weiß ich, was man da so verwendet. Schluss mit logisch Denken. Wozu hatte ich einen Engel dabei, der weiß, wie es geht. Logische Schlussfolgerung: Schälchen mit den Perlen nehmen und Iris suchen … So einfach ist das, wenn man einen Engel an seiner Seite hat.

;-)

 

Und das ist dabei rausgekommen:

 

Perlenschmuck blau 1 © Martina Hildebrand 2010